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Enschede für Werder nur Durchgangsstation

18.02.2010 | 16:34 Uhr
Enschede für Werder nur Durchgangsstation

Bremen.Das Europa-League-Finale in Hamburg bereits im Kopf, Twente Enschede vor der Brust: Vor dem Gastspiel in den Niederlanden trotzen die Hanseaten nur so vor Selbstvertrauen.

Drei Pflichtspiel-Siege in Folge, Einzug ins DFB-Pokal-Halbfinale und grenzenloses Selbstvertrauen: Bei Werder Bremen hat man nach dem jüngsten Aufschwung schon vor dem Jahresauftakt auf internationaler Bühne das große Ziel klar vor Augen. „So ein Wettbewerb ist doch nur dann reizvoll, wenn man ins Finale kommt“, sagte Fußball-Nationalspieler Per Mertesacker vor dem Zwischenrunden-Hinspiel in der Europa League beim niederländischen Ehrendivisionär Twente Enschede heute (19.00 Uhr/live bei Sat.1).

Das Finale findet am 12. Mai in der Hamburger WM-Arena statt, dort will man nach der Pleite 2009 im letzten UEFA-Cup-Endspiel gegen Schachtjor Donezk unbedingt wieder hin. Aber der Innenverteidiger weiß auch, dass ein Weiterkommen gegen den Zweiten der niederländischen Ehrendivision auch kein Selbstläufer ist: „Wir müssen uns in Enschede durch eine konzentrierte Leistung eine gute Ausgangsposition für das Rückspiel erarbeiten.“

1260 Anhänger drücken vor Ort die Daumen

Unterstützt wird der DFB-Pokal-Sieger in der Grenzstadt von 1260 Schlachtenbummlern im schmucken, 24.000 Zuschauer fassenden Stadion „De Grolsch Veste“. Die dürfen auch die Stadt besuchen, ursprünglich hatte Bürgermeister Peter den Oudsten wegen des Spiels aus Sicherheitsgründen für den Innenstadtbereich ein Einreiseverbot Deutscher ins Auge gefasst.

Trainer Thomas Schaaf rechnet mit einem harten Stück Arbeit, demonstrierte aber auch Selbstbewusstsein. „Enschede steht zu Recht an zweiter Stelle in der niederländischen Liga. Wir wissen, dass für uns viel drin ist. Wenn man die Möglichkeiten unserer Mannschaft sieht, weiß man, dass wir viele Teams schlagen können“, sagte Schaaf, dessen Team in der laufenden Europacup-Saison ungeschlagen ist und elf Auswärtsspiele international in Serie nicht verloren hat.

Eine Mischung aus Jung und Alt bietet in dieser Saison dem derzeitigen Spitzenreiter PSV Eindhoven und Rekordmeister Ajax Amsterdam die Stirn. Mit nur einer Saisonniederlage liegt Twente drei Punkte hinter PSV und sechs Zähler vor Ajax. In der Defensive strahlt Ronnie Stam, Bruder des einstigen Weltklasseverteidigers Jaap. Im Sturm wirbeln der frühere Bundesligaprofi Blaise N’Kufo (9 Saisontore) und Bryan Ruiz, der mit 16 Treffern auf dem zweiten Rang in der niederländischen Torschützenliste steht.

Twente-Trainer kein Unbekannter

Der Architekt des sportlichen Erfolges in der 150.000-Einwohner-Stadt an der deutsch-niederländischen Grenze ist kein Unbekannter: Steve McClaren, einst Assistent unter Alex Ferguson bei Manchester United, kann in der Provinz in Ruhe seiner Arbeit nachgehen. Das war mal anders. In seiner knapp 15-monatigen Amtszeit als Teammanager Englands nach der WM 2006 wurde der Nachfolger von Sven-Göran Eriksson vom Hoffnungsträger zu einem der meistgehassten und -verspotteten Menschen auf der Insel.

Nach dem 2:3 gegen Kroatien und dem Aus in der Qualifikation für die EM 2008 ging der mittlerweile 48-Jährige als „Trottel mit dem Regenschirm“ in die englischen Fußball-Geschichtsbücher ein. McClaren hatte sich am 21. November 2007 ungeschickterweise an der Seitenlinie in Wembley mit einem Regenschirm vor dem strömenden Regen geschützt. (sid)

DerWesten

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