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Wie der Essener Torwart Sören Pirson eine Saison in Griechenland erlebte

21.06.2012 | 17:24 Uhr
Wie der Essener Torwart Sören Pirson eine Saison in Griechenland erlebte
Ein Jahr in der höchsten Liga von Griechenland: Der gebürtige Essener Sören Pirson.Foto: Imago

Essen.  Sören Pirson kennt die Leiden und Freuden der griechischen Fan-Seele: Der 26-jährige Essener stand in der vergangenen Saison bei Diethnis Enosis Ergotelis in der höchsten Spielklasse in Griechenland zwischen den Pfosten. Zuvor spielte Pirson bei Rot-Weiß Oberhausen, Rot-Weiss Essen und kam auch bei Borussia Dortmund zu einem Profieinsatz. Momentan bereitet er sich mit dem FSV Frankfurt auf die Zweitliga-Saison vor. Dirk Hein sprach im Interview mit dem Torhüter.

Herr Pirson, muss die deutsche Nationalmannschaft am Freitag Angst vor den Griechen haben?

Pirson: Nein. Ich schätze das deutsche Team spielerisch stärker ein und denke, dass die Elf von Jogi Löw deutlich gewinnen wird. Dennoch werden die Griechen alles geben – und elf Millionen Fans werden hinter ihnen stehen . Es ist eine Gelegenheit, alle Probleme zu vergessen und stolz auf das eigene Land zu sein.

Was unterscheidet den Fußball in Deutschland und Griechenland?

Pirson: In Griechenland ist das Gefälle innerhalb der Liga viel größer. Dort gibt es vier oder fünf richtig starke Mannschaften, die eine Spielklasse dominieren können. Dann folgt der Rest.

Wie wird trainiert?

Pirson: Die Griechen legen viel mehr Wert auf Kraft. Das merkt man im Spiel – da ist nicht so sehr die Feindynamik und Spritzigkeit zu sehen. Während wir in Deutschland einmal in der Woche in den Kraftraum gehen , wird dort in Griechenland zwei oder drei Mal trainiert – wie selbstverständlich.

Wie haben Sie die Mentalität der Griechen erlebt?

Pirson: Am Anfang muss man sich ein wenig daran gewöhnen. Die Disziplin, pünktlich bei den Terminen zu erscheinen, ist nicht so stark ausgeprägt wie in Deutschland . Manchmal kommen sie fünf Minuten später, dann zwei Stunden verspätet. Oder einen Tag. Oder gar nicht. Außerdem ist da die Sache mit dem Kaffee…

Kaffee?

Pirson: Die Griechen lieben Kaffee. Sie versäumen keine Gelegenheit, ihn zu trinken.

Wie sind Sie als deutscher Spieler vor einem Jahr aufgenommen worden?

Pirson: Ich hatte keine Probleme. Die sportlichen und politischen Dinge kann man dort schon trennen. Deutschen, so wie anderen Europäern auch, wird Respekt entgegengebracht , so hab’ ich das jedenfalls erlebt. Denn, wenn du als Deutscher in Griechenland lebst, hast du schließlich die gleichen Probleme wie sie. Geld ist aber immer ein Diskussionsthema. Manchmal muss man ein bisschen die Ellenbogen ausfahren.

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