Schwanzlurch Axel löst im Sea Life Rate-Krake Paul ab

Er soll sarkastische Kommentare zur Fußball-EM verkünden, darf aber nicht tippen: Schwanzlurch „Axel“ aus dem Sea Life.
Er soll sarkastische Kommentare zur Fußball-EM verkünden, darf aber nicht tippen: Schwanzlurch „Axel“ aus dem Sea Life.
Foto: WAZ FotoPool
Was wir bereits wissen
Die Fußball-EM hat das Sea-Life-Aquarium wieder fest im Griff: Rund um ein besonderes Becken sind Deutschland-Fahnen gespannt. Blumenketten hängen an dicken Glasscheiben. Doch das Innenleben überrascht: Keine Krake macht auf Fußball-Experte, sondern: ein Schwanzlurch.

Oberhausen.. Die Fußball-EM hat das Sea-Life-Aquarium wieder fest im Griff: Rund um ein besonderes Becken sind Deutschland-Fahnen gespannt. Blumenketten hängen an dicken Glasscheiben. Doch das Innenleben überrascht: Keine Krake macht auf Fußball-Experte, sondern: ein Schwanzlurch.

Oktopus nur auf der Ersatzbank

Spaniens Mittelfeld-Star Andrés Iniesta hat einen Hang zur Theatralik. Als sich der frisch gebackene Weltmeister 2010 vor hunderttausend Fans in Madrid auf der Bühne feiern ließ, reckte der Spieler des FC Barcelona nur ein Oktopus-Stofftier in die Höhe: „Deshalb sind wir Weltmeister geworden!“

Der WM-Titel für Spanien war eine Oberhausener Erfolgsgeschichte: Denn „Okrakel“ Paul sagte in seinem Becken im Sea Life nicht nur den Titelgewinner voraus, sondern lag auch bei allen anderen Spielen goldrichtig. Trefferquote: 100 Prozent. Paul wurde ein Medienstar - weltweit.

Kein Wunder, dass holländische Fans ihn vor dem Finale mit fiesen Plakaten im Stadion ohne Umwege in den Kochtopf wünschten. Die Zeit hat ihren Groll überflüssig gemacht. Paul verstarb friedlich an der Marina. Ein neuer Paul musste her. Doch der Miesmuschel-Tipper blieb im Jahr 2011 bei der Frauen-WM hinter den Erwartungen zurück. Nur 50 Prozent richtige Tipps. Die Folge: Die Nachfolge-Krake wurde aus dem EM-Kader gestrichen. Der junge Paul fühlte sich wie Draxler und Cacau. Irgendwie beschäftigungslos.

Söhne Lothar und Rudi sind auch dabei

Plötzlich machte sich die komplette Meereswelt in der Neuen Mitte Hoffnung. Wett-Haie rechneten sich gute Chancen aus. Aber letztlich konnte es nur ein Lurch werden. Und zwar einer mit der größten Klappe. „Es sollte diesmal etwas ganz anderes werden“, sagt Sea-Life-Sprecherin Marieke Brinkman. „Mittlerweile gibt es zu viele Tierorakel. Kühe, Hunde oder Elefanten. Wir wollten an Pauls Mythos nicht rütteln.“

Fußball-Europameisterschaft 2012 Das Axolotl, ein mexikanischer Schwanzlurch, mit dem putzigen Namen „Axel“ ist nämlich von Natur aus mit einem großen Mundwerk ausgestattet. Daher wird der Lurch die Spiele der deutschen Nationalmannschaft mit sarkastischen Kommentaren begleiten.

Nach jedem Spiel blubbert der 20-Zentimeter-Lurch dann, übersetzt von einem menschlichen Synchronsprecher, seine Gedanken in die Kameras. Die Clips sollen im Internet und im ZDF laufen.

Axel ist ein hitziger Geselle, wenn er sich über müde Kicker echauffiert - das Wasser in seinem Becken ist mit 17 Grad verhältnismäßig warm. Die Ausstattung darin urdeutsch: Sein Aquarium ist wie ein Wohnzimmer eingerichtet. Mit Sofa, Fernseher und Bücherregal auf dessen Spitze natürlich ein Rahmen samt Paul-Foto steht. Zwischen den Spielen sollte es dem Schwadronier-Schwimmer nicht langweilig werden: Seine Söhne schwimmen ebenfalls im Becken. Die Namen: Lothar und Rudi.