Das aktuelle Wetter NRW 12°C
EM 2012

Rooneys Dummheit bereitet Engländern vor EM-Auftakt Sorgen

10.06.2012 | 00:12 Uhr
Rooneys Dummheit bereitet Engländern vor EM-Auftakt Sorgen
„Meine eigene Dummheit“: Wayne Rooney schlägt die Hand vors Gesicht. Der Top-Angreifer fehlt den Engländern in den ersten beiden EM-Spielen. Trainer Roy Hodgson (links) wird gegen Frankreich wohl Ashley Young als Sturmspitze aufbieten. Foto: Matthias Rietschel/dapd

Krakau.  Der Top-Angreifer ist wegen seiner Roten Karte aus der Qualifikation für die ersten beiden Spiele bei der EM gesperrt. Da Englands Trainer Roy Hodgson keinen gleichwertigen Ersatz hat, dürfte Ashley Young vom linken Flügel bei der Partie gegen Frankreich in die Sturmspitze rücken.

Die Abwehr der Engländer steht. Jedenfalls im Trainingslager von Krakau. Im Hotel „Andel’s“ neben dem Bahnhof lassen die eigens aus London mitgebrachten Sicherheits-Männer niemanden die Treppe hinauf, ohne Taschen und Rucksäcke vorher zu durchsuchen. Oben, in der ersten Etage, wird Angreifer Ashley Young gleich etwas sagen zum ersten EM-Spiel der Engländer am Montag in Donezk gegen Frankreich (18 Uhr/ZDF, live im DerWestenTicker). Aber vorher packen die Kameramänner aus.

Young packt eine halbe Stunde später dagegen nur wenig aus. Dabei wird der 26-Jährige von Manchester United gegen die Franzosen wohl eine zentrale Rolle spielen. Denn: Top-Angreifer Wayne Rooney ist wegen seiner Roten Karte aus der Qualifikation für die ersten beiden Spiele bei der EM gesperrt. „Meine eigene Dummheit“, sagt er dazu.

Young soll in Sturmspitze rücken

Doch die Dummheit bereitet den Engländern Sorgen. Sie haben keinen gleichwertigen Ersatz. Daher dürfte Ashley Young vom linken Flügel für Rooney in die Sturmspitze rücken. Das Selbstvertrauen dazu hat er. „Ich bin bereit“, sagt er. In sieben Qualifikationsspielen hat er drei Tore erzielt. „Ein Tor schieße ich gerne auch gegen Frankreich“, meint er.

Doch Trainer Roy Hodgson, der die englische Nationalmannschaft nach der Trennung von Fabio Capello erst am 30. April übernahm, hat noch nicht mit den Spielern über die Aufstellung geredet. „Das macht er am Sonntagabend oder erst am Montag vor dem Spiel“, weiß Young mittlerweile. „Das ist so seine Art.“

Was Hodgson anders mache als Vorgänger Capello? Young überlegt nur kurz: „Er kümmert sich um die Mannschaft als ganzes, er sieht uns als Einheit und baut auf den Zusammenhalt.“

Rooney kämpfte mit den Tränen

Auch neben dem Platz. Nachdem Mannschaft und Delegation in Krakau eingetroffen waren, ließ Hodgson auch schon den Bus wieder vorfahren. Er nahm seine Spieler mit in die Holocaust-Gedenkstätte Auschwitz, die nur eine Stunde entfernt von Krakau liegt. Auch Wayne Rooney war dabei. Der 27-Jährige kämpfte nach dem Besuch des ehemaligen Konzentrationslagers offensichtlich mit den Tränen. „Ich habe selber Kinder“, sagte er. „Wenn ich dann die Kleidung der Kinder sehe, die ermordet wurden, fehlen mir die Worte.“

Auch Young ist nach dem Besuch in Auschwitz bedrückt: „Das macht deutlich, wie unwichtig der Fußball manchmal im Leben sein kann.“ Doch Young kann auch schnell wieder umschalten. Auf die Frage, ob die französischen Verteidiger ein wenig behäbig seien, antwortet er mit einem Grinsen: „Ich hoffe es!“ Aber er wird schnell wieder ernst. „Wir setzen uns nicht so sehr mit dem Gegner auseinander“, meint er. „Wir bauen unter Roy Hodgson auf unsere eigenen Stärken und stellen diese heraus.“

Ob das gegen die Franzosen reicht? „Wäre jedenfalls gut, das erste Spiel im Turnier zu gewinnen“, sagt Young, bevor er verschwindet. Allerdings: Das sehen die Franzosen genau so.    

Ralf Birkhan



Kommentare
Aus dem Ressort
EM-Finale 2020 in London - Viertelfinale in München
EM 2020
London hat den Zuschlag für das Finale der Fußball-Europameisterschaft 2020 bekommen: Das Endspiel findet im Wembley-Stadion statt. Zudem vergab die Uefa am Freitag in Genf die beiden Halbfinals in die englische Hauptstadt.
Mit den EM-Plänen 2020 stärkt UEFA-Boss Platini seine Macht
EM 2020
Die Fußball-EM 2020 wird in Deutschland und zwölf weiteren Ländern ausgetragen. Ein Konzept, dass den kontinentalen Einheitsgedanken symbolisieren soll, aber auch ein Instrument von UEFA-Präsident Platini ist, um seine Macht zu stärken. Ein Kommentar.
So läuft die Vergabe für die Austragungsorte der EM 2020
Fußball-EM
Zum 60. Jubiläum findet die Fußball-EM 2020 erstmals in 13 Ländern statt. Die UEFA entscheidet am Freitag, wo in sechs Jahren gespielt wird. Der DFB erwägt zudem seine Bewerbung um die Finalspiele zu Gunsten einer alleinigen Austragung der EM 2024 zurückzuziehen und England den Vortritt zu lassen.
Improvisation wird beim Nationalteam zum Dauerthema
DFB-Team
Drei Weltmeister sind zurückgetreten, andere fallen wegen Verletzungen aus: Auch gegen Schottland musste sich Bundestrainer Joachim Löw behelfen. Und er kündigt an, dass sich das im nächsten halben Jahr auch kaum ändern werde. Geduld ist gefragt. Ein Kommentar.
Das DFB-Drama um BVB-Star Marco Reus geht weiter
DFB-Star
Der Dortmunder Angreifer, der die WM verpasste, hat sich gegen Schottland schon wieder verletzt und muss erneut wochenlang pausieren. „Wahnsinn, was für ein Pech Marco im Nationaltrikot hat“, sagt Thomas Müller, der mit zwei Treffern den 2:1-Erfolg gegen Schottland sicherte.
Fotos und Videos
Die besten Bilder der EM 2012
Bildgalerie
EM 2012
Der Nachwuchs stürmt den Rasen
Bildgalerie
EM 2012
Titel-Hattrick für Spanien
Bildgalerie
EM 2012
Public Viewing in Oberhausen
Bildgalerie
EM Halbfinale