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Hinter der Trainerbank

Noch nie so nah

09.06.2008 | 19:37 Uhr

Diese Eintrittskarte vom Spiel gegen Polen werde ich mir aufheben: Block A7, Reihe 2, Platz 20.

Genau hinter der Trainerbank. Noch nie habe ich bei einem Länderspiel so nah dran gesessen wie am Sonntag in Klagenfurt. Ein Sitzplatz quasi direkt hinter Jogi.   Als der Bundestrainer eine Dreiviertelstunde vor dem Spiel zum ersten Mal ins Stadion kommt, sieht er sofort seine Pappenheimer auf der Pressetribüne. Er zwinkert mit den Augen, ist offenbar wirklich so locker drauf, wie er es uns vorher gesagt hat. Wenn es im Stadion nicht so laut wäre, könnte man sich glatt mit ihm unterhalten.   Auch andere sehen Freunde und alte Bekannte im Stadion: Kevin Kuranyi zum Beispiel unterbricht das Aufwärmen und rennt zum Händeschütteln an die Brüstung zur Zuschauer-Tribüne. Dort sitzt Schalkes Ex-Trainer Mirko Slomka und fiebert im Nostalgie-Trikot der deutschen Nationalmannschaft mit - wie ein echter Fan. Kuranyi begrüßt ihn herzlich.   Während des Spiels sieht man, wie intensiv Fußball auf diesem Niveau bei einer Europameisterschaft gekämpft wird. Wenn man so nah dran sitzt, wirken die Duelle noch rassiger, noch schneller als sonst aus der gewohnten Perspektive von etwas weiter oben. Jogi Löw steht viel, eilt immer wieder an den Spielfeldrand, gibt Anweisungen.   Bei den Toren springt der Bundestrainer jubelnd auf, nach dem Spiel klatscht er alle seine Jungs auf der Ersatzbank ab. Er umarmt Leo Beenhakker, den holländischen Trainer der Polen, der zum Sieg gratuliert.   Dann klettert Lukas Podolski auf die Tribüne zu seinen Verwandten, kaum 20 Meter von mir entfernt. Block A7, Reihe 2, Platz 20. So nah dran war ich noch nie.

Manfred Hendriock

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