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EM 2012

Nach EM-Aus mit Kroatien geht Rakitic ins Kopfballtraining

19.06.2012 | 18:41 Uhr
So vergab Ivan Rakitic die größte Chance der Kroaten zum 1:0 gegen Spanien: Torwart Iker Casillas kann seinen Kopfball abwehren. Foto: rtrs

Danzig.   Kroatien zeigt, wie Spanien bezwungen werden kann - und ist nach dem Ausscheiden untröstlich. „Ich hätte Casillas in den Arsch treten können, mich ohrfeigen, das Trikot ausziehen und will morgen mit meinem Vater Kopfbälle trainieren“, sagte der Ex-Schalker Ivan Rakitic später.

Als die Partie längst vorbei war, erlebten die Spanier in den Katakomben einen großen Schreckmoment. Am Himmel über Danzig entlud sich ein Gewitter; plötzlich gab es einen ohrenbetäubenden Krach, ganz in der Nähe hatte offenbar ein Blitz eingeschlagen.

Es war die letzte Aufregung für Spanien an diesem Abend, der nur deshalb ein halbwegs gelungener war, weil die Mannschaft mit einem Last-Minute-Erfolg gegen Kroatien als Erster der Gruppe C das Viertelfinale erreichte, allerdings ohne die gewohnte Souveränität. „Wir hatten ein paar knifflige Situationen“, gab Trainer Vicente del Bosque nach dem 1:0-Sieg zu.

Casillas vereitelte die Chance

Die kniffligste war die, als Ivan Rakitic nach einer Stunde ein paar Meter vor dem Tor frei zum Kopfball kam. Aber Spaniens Schlussmann Iker Casillas parierte und vereitelte damit die größte Chance für Kroatien. „Ich hätte Casillas in den Arsch treten können, mich ohrfeigen, das Trikot ausziehen und will morgen mit meinem Vater Kopfbälle trainieren“, sagte der Ex-Schalker später.

Bundestrainer Joachim Löw musste auf der Tribüne nicht bange werden vor diesen Spaniern. Die der Rangliste nach beste Mannschaft der Welt, die die deutsche Auswahl bei den vergangenen beiden Turnieren gestoppt hatte, schien bezwingbar. Bei dieser EM haben sie bisher – trotz des hohen Sieges gegen die schwachen Iren – lange nicht so unwiderstehlich, so schnell, so perfekt gespielt wie bei der EM 2008 und der WM 2010. „Ich sehe sie nicht als Favoriten, vielleicht haben andere Mannschaft mehr Tempo und Hunger“, sagte deshalb Kroatiens Trainer Slaven Bilic.

Kroaten glänzend organisiert

Er hat mit seiner Mannschaft vorgemacht, wie die Spanier zu knacken sein könnten: Die Zentrale neutralisieren. Die spanischen Strategen Iniesta und Xavi wussten oft nicht, wohin sie den Ball spielen sollten, so wenig Platz ließ ihnen der glänzend organisierte Gegner. Kapitän Casillas sprach von einem „verkrampften Spiel“, del Bosque fehlte bei seinem Team „die Genauigkeit und die Intensität, die wir sonst gewöhnt waren“. So stand die Begegnung lange, ganz lange, auf der Kippe – bis zur 88. Minute, als der eingewechselte Jesus Navas zum 1:0 für Spanien traf und damit verhinderte, dass seine Mannschaft sich nur als Zweiter fürs Viertelfinale qualifiziert.

Besonders verlockend am Gruppensieg ist für die Spanier ganz sicher nicht die nun bevorstehende Reise nach Donezk, in die hinterste Ecke der Ukraine, sondern wohl dass sie nun erst im Finale auf die deutsche Mannschaft treffen können. Die DFB-Elf scheint del Bosque als schwierigste Hürde auf dem Weg zur historischen Titelvereidigung zu sehen. „Die Deutschen haben neun Punkte gemacht, wir sieben. Es ist ein Kampf“, sagte er.

Am Ende jubelt Spanien

 

Elisabeth Schlammerl


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