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EM 2012

Mehmet Scholls Wandel vom Chefkritiker zum "DFB-Fanboy"

18.06.2012 | 13:04 Uhr
Mehmet Scholls Wandel vom Chefkritiker zum "DFB-Fanboy"
Mehmet Scholl ganz verwandelt: Der Chefkritiker von Mario Gomez ist jetzt größter Fan der Nationalelf.Foto: imago

Lwiw.  Mehmet Scholl ist von seiner Kritikerrolle bei der Berichterstattung über die EM 2012 für die ARD abgerückt. Der TV-Experte glänzte bei der Übertragung mit Wissenlücken und fasste die DFB-Kicker nur noch mit den Samthandschuhen eines Fanboys an.

ARD-Experte Mehmet Scholl ist bei der Übertragung des EM-Gruppenspiels Deutschland gegen Dänemark vom Kritiker Nummer eins zum „Fanboy“ mutiert. Nach dem ersten EM-Spiel der DFB-Elf hatte der Ex-Nationalspieler noch den Chefkritiker heraushängen lassen. Der ehemalige Profi von Bayern München war wegen seiner Scharfzüngigkeit gegenüber Mario Gomez jedoch teilweise selbst harsch kritisiert worden, weil er behauptet hatte, Mario Gomez hätte sich im ersten Gruppenspiel der DFB-Elf „fast wundgelegen“. Doch zu diesem Thema wollte sich der 41-Jährige im TV nicht weiter äußern. Der von ihm kritisierte Mario Gomez habe ein herausragendes zweites Spiel gemacht, meinte der TV-Experte und: Zu dem ersten, schwachen Spiel sei alles gesagt.

Die Zuschauer erlebten einen völlig verwandelten Kritiker: Aus Polter-Scholli wurde am Sonntagabend der Schmuse-Mehmet, der sich als „Fanboy“ der Nationalmannschaft „outete“. Am Spiel von Mario Gomez, Lukas Podolski und Philipp Lahm hatte der einstige Mittelfeldakteur rein gar nichts auszusetzen. Im Gegenteil. Er lobte eine durchschnittliche Leistung der Nationalkicker über den grünen Klee. Dabei hatte sich die Mannschaft von Trainer Joachim Löw gegen geschickt verteidigende Dänen lange Zeit wahrlich nicht mit Ruhm bekleckert, sondern schwer getan. Doch Scholl verzichtete diesmal auf kritische Worte.

TV-Experte Scholl schlecht vorbereitet

War Scholl etwa eingeschüchtert? Denn im verbalen Schlagabtausch mit Moderator Matthias Opdenhövel machte der ehemalige Fußballer keine gute Figur. Er offenbarte sogar einige Wissenslücken. Dass im EM-Turniermodus etwa der direkte Vergleich bei der Wertung eine andere Rolle als beim Weltturnier einnimmt, brachte den Fußballexperten fast aus der Fassung. Immerhin hatte er im Vorfeld der Partie offenbar im offiziellen Regelwerk geblättert. „Ich bin gestern aus allen Wolken gefallen“, gestand Scholl.

Kommentar
Der kreidefressende Scholl hat sich überflüssig gemacht

Mit seiner Kritik an Mario Gomez hatte ARD-Experte Mehmet Scholl für heftige Diskussionen gesorgt. Nach der jüngsten Partie des DFB-Teams gegen Dänemark präsentierte er sich als weichgespülter Kuschel-Kommentator, findet Reinhard Schüssler. Ein Kommentar.

Der TV-Experte funktionierte als Kritiker bei der gestrigen Übertragung gar nicht. Ein Ausscheiden des deutschen Teams hätte der Fußballtrainer als „ungerecht empfunden“. So etwas sagt im Grunde kein neutraler Beobachter. Und Polter-Scholli erst recht nicht, nur ein „Fanboy“ lässt sich zu einer solchen Aussage hinreißen. (we)


Kommentare
20.06.2012
05:42
Mehmet Scholls Wandel vom Chefkritiker zum
von Pucky2 | #14

@ #12 Die WAZ sieht die Mitarbeiter der öffentlich-rechtlichen Sender nicht als Kollegen an, sondern als Konkurrenz... man sieht ja, wie die Zeitungsverlage gegen die Internet-Auftritte der Sender vorgegangen ist.... und das ARD und ZDF viel schärfer kritisiert werden, als die Privatsender, ist auch kein Zufall.

18.06.2012
18:00
Mehmet Scholls Wandel vom Chefkritiker zum
von lightmyfire | #13

Hauptsache solcher Sendungen und Berichte ist, dass Erzielen hoher Werbeeinnahmen. Mit einem sexy Fangirl wären sie wahrscheinlich höher.

18.06.2012
17:54
Man kann es niemandem recht machen...
von Heiko04 | #12

...aber wie auch hier bei der WAZ über "Kollegen" der öffentlich - rechtlichen Sender geschrieben wird, ist ja fast schon peinlich.

ZDF: WM - Bühne Usedom: schlecht
ARD: Scholl: schlecht, jetzt auch noch "Fanboy"...was für eine Bezeichnung, Kopfschütteln pur...


18.06.2012
17:51
Mehmet Scholls Wandel vom Chefkritiker zum
von xxyz | #11

Noch ein paar Wochen, dann ist wieder Schluss mit der dauerzeitlupe.
Nach dem gekicke weiß man wieder besonders zu schätzen, was der BVB so bietet.

Wie viele sind wohl vorm Fernseher eingeschlafen?
Bekommen die Journalisten ein anderes Bild, oder wie kommen sie sonst zu den lobeshymnen?

1 Antwort
Da muss ich dir Recht geben.
von Heiko04 | #11-1

Mich haut die EM bisher auch nicht vom Hocker, medial auch hier bei der WAZ viel zu überstrapaziert wie ich finde. Eine ganz große Luftblase.

Fanfeste hier, Fanfeste da...

...ich hab auch mehr Bock auf die Bundesliga muss ich sagen...

18.06.2012
16:28
Mehmet Scholls Wandel vom Chefkritiker zum
von Master.of.Desaster | #10

Es ist doch immer wieder schön zu sehen, was sich die Leute der WAZ einfallen lassen, damit der “Einklick- Faktor“ auf einem hohem Niveau gehalten wird.
Alle Wahrscheinlichkeiten und Unwahrscheinlichkeiten, die mit dem Bundesland des ungeliebten Gegners, (FC Bayern München) zu tun haben könnten, werden erstmal in reißerischen Head- Lines veröffentlicht, damit die Stimmung auf Betriebstemperatur gehalten wird.
Sämtliche Spezialisten und Kenner der Materie tappen in die übersichtliche Falle und schon ist das vorgeschriebene Ziel erreicht. - Bravo, - Hauptsache alle machen mit und können sich mal wieder so ordentlich ausschütten.

18.06.2012
15:47
Mehmet Scholls Wandel vom Chefkritiker zum
von unwitz | #9

Die WAZ entwickelt sich in Sachen Fußball immer mehr zum "Bayernkurier" des Ruhrgebiets. Auf sachliche Analysen wartet man vergebens, stattdessen wird nur noch die bevorzugte Klientel mit jämmerlichen Wischwaschi-Analysen gefüttert.

Ich bin jedenfalls froh, dass die TV-Experten nun Scholl und Kahn sind und nicht mehr der Pausenclown Klopp.

18.06.2012
15:28
Mehmet Scholls Wandel vom Chefkritiker zum
von Lubby100 | #8

Sie verarschen uns alle, weil viel Geld im Spiel ist. Das will auch er nicht gefährden als Angestellter des FCB. Und auch ein grottenschlechtes Spiel wird schön geredet, wegen der Einschaltquoten für das nächste. Wo gibt es noch den ehrlichen,seine Meinung sagenden Journalisten im Sport? Scholl hat den dankbaren Versuch gemacht,ist aber zurückgepfiffen worden .Nicht nur TV-Bilder werden manipuliert, sondern auch die Moderatoren. Und wir regen uns über politische Regime auf und fordern Meinungsfreiheit.Dass ich nicht Lache!,

18.06.2012
15:27
Mehmet Scholls Wandel vom Chefkritiker zum
von jcm | #7

Naja, "Fanboy" in die Nähe eines Schimpfwortes zu legen ist schon sehr weit her geholt.
Als Scholl kein Blatt vor dem Mund nahm, konnte ich endlich drüber hinweg sehen, dass die ARD sich einen charismalosen, an einen Bubi (= boy) geziemenden Ex-Spieler als "Experten" auserkor.
Mit gestandenen Charismatikern wäre jedenfalls bei gleichlautender Kritik an Spielern dezenter umgegangen worden, aber selbst wenn nicht, hätten die nicht so schnell den Schwanz eingekniffen und dem Yogi nach dem gestrigen Grotten-Kick kaum attestiert, "alles richtig" gemacht zu haben.

18.06.2012
15:18
Da hat der Uli aber richtig zugeschlagen...
von westfaIenborusse | #6

Hoeneß wird den Scholli so richtig auf den Topf gesetzt haben.

Vom Saulus zum Paulus... widerlich, seine Lobhudelei nach einem Zittersieg (klar freue ich mich, aber das war wirklich nichts Berauschendes gestern).

Scholl hatte gestern zentnerweise Kreide gefressen und Statements abgegeben, die ich nie für möglich gehalten hätte.

Schade, da hatte einer "Rückgrat" und mutiert jetzt zum blutleeren Schleimer.

Na ja...ihm ist sein Hemd (Job bei den Bayern) auch näher,
als die Hose Anderer (mutiger Journalismus mit kritischen Analysen)....

18.06.2012
15:15
Mehmet Scholls Wandel vom Chefkritiker zum
von Eduard79 | #5

"So etwas sagt im Grunde kein neutraler Beobachter."

1.) Wer ist denn bitte ein neutraler Beobachter? Gibt es jemanden, dem es egal ist ob Deutschlang gewinnt? Unter deutschen Fußballexperten wohl kaum!

2.) Wer mangelnde Neutralität kritisiert, aber gleichzeitig so abwertend-tendenziöse und unsachliche Bezeichnungen wie "Fanboy" verwendet, führt seine eigene Argumentation ad absurdum. Auch ein Journalist sollte soweit neutral und sachlich sein, dass er ohne solche Neologismen auskommt. "Fanboy" wird fast immer abwertend gebraucht und impliziert bestimmte Dinge. Kein guter Stil, sich dessen zu bedienen, da es an ein Schimpfwort grenzt.

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