Das aktuelle Wetter NRW 22°C
Nationalmannschaft

Löw rechnet bei EM-Nominierung mit Härtefällen

31.10.2011 | 12:36 Uhr
Löw rechnet bei EM-Nominierung mit Härtefällen
Joachim Löw hat für die EM-Nominierung die freie Auswahl. Foto: ImagoFoto: Imago

Frankfurt/Main.   Fußball-Bundestrainer Joachim Löw hat nach der Rekord-Qualifikation für die EURO 2012 in Polen und der Ukraine den ersten Titel seit 1996 fest im Visier, rechnet bei der Nominierung allerdings mit einigen „Härtefällen“.

„Wir haben einen großen Kreis von etwa 30 Spielern, die unsere Ansprüche und Vorstellungen erfüllen. Deshalb wird es einige Härtefälle geben. Und mir fällt es dann auch schwer, diesen Spielern die schlechten Nachrichten zu überbringen“, sagte der 51-Jährige im Interview mit dfb.de. Die Berufung des 23-köpfigen EM-Kaders wird Löw im Mai des kommenden Jahres vornehmen.

Löw hat die Möglichkeit zu experimentieren

Am kommenden Montag trifft sich die deutsche Nationalmannschaft in Hamburg, bevor die abschließenden beiden Länderspiele des Jahres gegen die Ukraine in Kiew am 11. November (20.45/ARD) und vier Tage später (20.45 Uhr/ZDF) gegen EM-Mitfavorit Niederlande in der Hansestadt auf dem Programm stehen. In diesen beiden Spielen hat Löw noch einmal die Möglichkeit zu experimentieren, ehe die direkte Vorbereitung auf die EURO 2012 beginnt. „Wir wollen ein erfolgreiches Jahr positiv abschließen. Ebenso wie das Aufeinandertreffen mit Frankreich im Februar in Bremen sind diese Begegnungen Test-, aber keine Freundschaftsspiele. Dennoch werde ich sicher einigen jungen Spielern eine Chance geben“, sagte Löw. Bei der EM in Polen und der Ukraine will Löw mit der Auswahl des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) dann den ersten Titel seit 1996 gewinnen. „Rekorde kommen und gehen, Titel bleiben. Ist doch klar, dass wir damit in die Geschichtsbücher eingehen würden. Doch soweit sind wir noch lange nicht. Ein Turnier ist nie ein Selbstläufer. Es gibt viele Unwägbarkeiten: Eine Standardsituation oder eine umstrittene Schiedsrichterentscheidung - und du bist ausgeschieden. Trotzdem bleibt unser großer Traum, am 1. Juli 2012 nach dem Finale in Kiew den EM-Pokal in Händen zu halten “, sagte Löw.

Bundestrainer sieht Spanien und die Niederlande als Favoriten

Allerdings gab der Bundestrainer zu bedenken, dass eine Europameisterschaft „in vielen Bereichen schwieriger als eine Weltmeisterschaft“ sei. „Von den Top 12 der UEFA-Rangliste haben sich zehn für die Endrunde qualifiziert, und die beiden restlichen können über die Play-offs noch das Ticket lösen. Außerdem gibt es bei einer EM mit 16 Teams, die sich alle von ihrer Leistungsstärke her nicht so riesig unterscheiden, keine Gelegenheit zum Einspielen - es geht vom ersten Spiel an um alles“, sagte Löw.

Als größte Konkurrenten bei der EURO im kommenden Sommer sieht Löw weiterhin Welt- und Europameister Spanien sowie die Niederlande. „Sicher sind Spanien, die Niederlande und wir die Favoriten. Doch ich habe es nach dem Belgien-Spiel ja deutlich gesagt: Ich möchte jetzt nicht nur auf den Welt- und Europameister oder den Vizeweltmeister schauen, auch andere etablierte Fußballnationen wie England, Frankreich und Italien gehören zum Kandidatenkreis“, sagte Löw, der den Test gegen die Niederlande am 15. November in Hamburg mit Blick auf die EM als einen „weiteren Härtetest“ betrachtet.

Manuel Neuer als Führungsspieler gefestigt

Insgesamt sehr zufrieden ist Löw mit der Entwicklung seiner Mannschaft seit der WM 2010. DFB-Kapitän Philipp Lahm und der „emotionale Leader“ Bastian Schweinsteiger haben sich nach Meinung von Löw als Führungsspieler ebenso gefestigt wie auch Stammkeeper Manuel Neuer . „Das Reservoir an guten Fußballern ist groß. Und vielleicht kommen bis zur EM sogar noch neue Spieler hinzu. Wir werden in den kommenden Wochen und Monaten die Bundesliga und die Champions League weiterhin intensiv beobachten. Insbesondere für die jungen Spieler von Meister Dortmund sind die Auftritte in der Königsklasse eine gute Chance, weiter internationale Erfahrung zu sammeln und sich zu profilieren“, sagte Löw. (sid)

 

Facebook
 
Kommentare
Trackbacks

Die Trackback URL zu diesem Artikel ist: http://www.derwesten.de/services/trackbacks/article/6034443/create

Aktuelle Fotos und Videos
Löw und sein Kapitän
Video
Nationalmannschaft
Gomez-Doppelpack sichert 2:1-Sieg
Bildgalerie
DFB-Team
Gomez in bester Stürmermanier
Bildgalerie
Einzelkritik
Hrubesch peilt EM-Titel an
Video
Nationalmannschaft
Aus dem Ressort
3:5 in der Schweiz - DFB-Elf enttäuscht vor EM
Nationalmannschaft
Kurz vor dem Start der Fußball-Europameisterschaft hat die deutsche Fußball-Nationalmannschaft große Schwächen offenbart. Das Team von Trainer Joachim Löw unterlag im vorletzten Testspiel vor der EM mit 3:5 (1:2) gegen die Schweiz.
Foto Text 36 Kommentare 36
Schmelzer enttäuscht bei DFB-Pleite auf ganzer Linie
Einzelkritik
Die deutsche Nationalmannschaft offenbarte im vorletzten Test vor der EM große Schwachstellen. Beim 3:5 gegen die Schweiz bot vor allem die Abwehr eine desolate Leistung. Dortmunds Marcel Schmelzer verdiente sich die schlechteste Note - 5,5. Nur Marco Reus wusste zu überzeugen. Die Einzelkritik.