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EM 2012

Irlands Trainer Giovanni Trapattoni sagt niemals nie

02.06.2012 | 14:16 Uhr
Irlands Trainer Giovanni Trapattoni sagt niemals nie
Irlands Trainer Giovanni Trapattoni hofft auf ein Wunder bei der EM in Polen und der Ukraine. Foto: Foto: afp

Dublin.   Irland hat mit dem 73-jährigen Italiener den erfahrensten Trainer an der Seitenlinie stehen. Nach der gewonnen Relegation gegen Estland und der damit erreichten EM-Endrunde wurde sein Vertrag bis 2014 verlängert. Seitdem wird Trapattoni in Irland als Heilsbringer gefeiert.

Der Zorn über das Handspiel des Franzosen Thierry Henry, das den Iren die Teilnahme an der Weltmeisterschaft 2010 in Südafrika stahl, ist längst passé, denn Iren feiern sowieso lieber. "Ich glaube, während der EM-Qualifikation war nicht jeder unbedingt am Fußball interessiert, aber die Atmosphäre war einfach so großartig, dass jeder mitgerissen wurde", sagt Verteidiger Richard Dunne. "Wenn das weitergeht und weitergeht....", führt er fort, als sein Blick immer träumerischer wird. Viele Iren wollen vor der Europameisterschaft in Polen und der Ukraine an ein Wunder glauben. Aber es müsste mindestens ein Wunder her, damit die Mannschaft von Trainer Giovanni Trapattoni am 1. Juli beim EM-Finale in Kiew ihren ersten internationalen Titel feiern könnte.

Irland nach 24 Jahren bei einer EM-Endrunde dabei

"Das ist kein Traum, man sollte niemals nie sagen", sagt Trapattoni, der Irland nach 24 Jahren Abstinenz erstmals wieder zu einer EM-Endrunde geführt hat. Nach dem Vorbild Griechenlands, das im Jahr 2004 das Undenkbare schaffte und bei der EM in Portugal unter der Leitung des Trainers Otto Rehhagel den Titel ge wann, versucht auch Trapattoni, die Hoffnungen auf der grünen Insel zu schüren.

7 Fakten
Das ist Irlands Trainer Giovanni Trapattoni
Das ist Irlands Trainer Giovanni Trapattoni

Name: Giovanni Trapattoni

Geburtsdatum: 17. März 1939

Geburtsort: Cusano Milanino (Italien)

Im Amt seit: 1. Juni 2008

Vorherige Stationen als Trainer: AC Mailand (1974-1976). Juventus Turin (1976-1986 und 1991-1994), Inter Mailand (1986-1991), Bayern München (1994-1995 und 1996-1998), Cagliari Calcio (1995), AC Florenz (1998-2000), Nationalmannschaft Italien (2000-2004), Benfica Lissabon (2004-2005), VfB Stuttgart (2005-2006), Red Bull Salzburg (2006-2008), Vatikanstadt (seit 2010)

Größte Erfolge als Trainer: Weltpokalsieger 1985; Europapokalsieger der Landesmeister 1985; Europapokalsieger der Pokalsieger 1984; UEFA-Pokalsieger 1977, 1991, 1993; siebenmaliger italienischer Meister (1977, 1978, 1981, 1982, 1984, 1986, 1989); zweimaliger italienischer Pokalsieger (1979, 1983); deutscher Meister 1997; DFB-Pokalsieger 1998; portugiesischer Meister 2005; österreichischer Meister 2007

Karriere als Spieler: Trapattoni bestritt als Flügelspieler 367 Partien für den AC Mailand (1953-1970) und den FC Varese (1970-1971). Für die italienische Nationalmannschaft lief er insgesamt 17 Mal auf und erzielte einen Treffer. Er nahm an der WM 1962 in Chile und den Olympischen Sommerspielen 1960 in Rom teil.

"Jetzt freuen sich die Italiener, Spanier und Kroaten noch, dass sie uns in der Gruppe haben - nachher vielleicht nicht mehr", sagt auch Co-Trainer Marco Tardelli trotz des Blicks auf die schwere Gruppe C. Die Qualifikation haben die Iren zwar erst über die Relegation geschafft, dort aber souverän. Trapattonis Vertrag wurde daraufhin prompt bis 2014 verlängert. Irland feiert ihn seitdem als Heilsbringer.

Robbie Kean in Irland sicherster Torschütze

In den zehn Qualifikationsspielen mussten die Iren nur eine Niederlage einstecken und besiegten als Gruppenzweiter hinter Russland in den Playoffs Estland ohne Probleme (4:0, 1:1). Der Kampfgeist und die stabile Defensive vor Torhüter-Veteran Shay Given könnten auch den vermeintlich großen Brocken Probleme bereiten. Im Vorjahr blieben die Iren in acht Partien in Folge ohne Gegentreffer und stellten damit einen neuen Verbands-Rekord auf. Unter anderem die Russen bissen sich beim 0:0 im Rückspiel an der Elf des "Maestro" die Zähne aus. Abwehrchef Dunne verließ das Stadion in Moskau mit zahlreichen Blessuren und blutverschmiertem Trikot - aber glücklich.

Einen ähnlichen Einsatz werden die Iren auch in der Endrunde an den Tag legen, das liegt in ihrer Natur. Angeführt werden sie von ihrem Kapitän Robbie Keane. "Surreal, aber fantastisch", findet der 31-Jährige seine erste EM-Teilnahme. Der irische Rekordtorjäger ist zwar etwas in die Jahre gekommen, war aber mit sieben Treffern in der Qualifikation erneut der sicherste Schütze. Im 4-4-2 neben Kevin Doyle und mit ständiger Unterstützung der beiden Flügelflitzer Damien Duff und Aiden McGeady strahlt Trapattonis Team zwar sicher noch nicht die Gefahr des Welt- und Europameisters Spanien aus, ist aber auch nicht zu unterschätzen.

Mit dem 73-Jährigen Trapattoni hat Irland den erfahrensten Mann an der Seitenlinie. Den Titel wird er wohl nicht auf die Insel holen. Für eine Überraschung sind die Iren aber allemal gut.

dapd

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