Hoffnungsträger mit Kontakt ins Jenseits
06.06.2008 | 18:47 Uhr 2008-06-06T18:47:00+0200
Die anderen Nummern ziehen unbehelligt vorbei. Bei Nihat Kahveci aber werden die türkischen Medienvertreter nervös: Warum erarbeitet sich das Team so wenig Chancen? Wie sind die Chancen für die EM? Sein Wort hat Gewicht. Er ist die Hoffnung.
Die medialen Begehrlichkeiten im Test vor dem Beginn des Turniers spiegeln wieder, was auf dem Platz immer wieder zu begutachten ist: Nihat Kahveci, den alle Fußball-Welt nur Nihat nennt, ist vor dem ersten Spiel am Samstag gegen Portugal (20.45 Uhr / live im ZDF) der personifizierte Glaube der Türkei an ein erfolgreiches Abschneiden bei dieser EM. Überhaupt verdankt die Türkei nur ihm, dass sie teilnehmen darf. Seine Karriere schien bereits beendet, als er sich doch noch vom Krankenbett in die nationale Helden-Rolle beförderte.
Mit 18 begann er seine Karriere bei Besiktas Istanbul - ungebremst ging es voran: Anfang 2002 wechselt er 21-jährig zu Real Sociedad San Sebastian nach Spanien. Zum dritten Platz der WM in Japan und Südkorea kann er zwar nur wenig beisteuern, dafür schafft er in einer der stärksten Ligen der Welt den Durchbruch, schießt San Sebastian mit 23 Toren zur Vizemeisterschaft. Dann begann die Zeit des Leidens.
Am 19. Februar 2005 reißt ihm das Kreuzband. Die Karriere hängt am seidenen Faden, nur die Anleihe aus dem Jenseits kann die zerstörte Körperpartie noch retten: Nihat bekommt die Sehne eines Toten implantiert. Ein halbes Jahr später steht er wieder auf dem Rasen. Er wechselt 2006 zu Villarreal, als die Karriere im November beendet scheint: zweiter Kreuzbandriss. Doch er kehrt zurück.
Der 28-Jährige schießt seinen Klub mit 18 Treffern erneut zur Vizemeisterschaft und die Türkei mit zwei entscheidenden Toren in den letzten beiden Spielen der Qualifikation zur EM. Auf seinen Schultern lasten die Hoffnungen einer ganzen Nation. Er ist der legitime Nachfolger des „Bullen vom Bosporus”, dem früheren Sturmstar Hakan Sükür. „Nihat ist ungemein flexibel und unberechenbar, einer der stärksten Stürmer Europas”, urteilt sein Trainer Fatih Terim.
„Jedes Spiel ist für uns ein Finale”, verlangt Nihat von seinen Mannschaftskameraden volle Konzentration. Nicht nur er weiß, dass Zu- und Abneigung der türkischen Fans bei entsprechender Spielweise ihrer Mannschaft die Halbwertszeit von Frischmilch im Normalfall nicht überschreitet. Was gestern war, ist vergessen, es zählt das Hier und Jetzt. Und da ist das Viertelfinale Pflicht - trotz starker Konkurrenz.
„Portugal hat eine sehr beeindruckende Mannschaft”, sagt der 1,75 m kleine Angreifer, „sie ist klarer Favorit in der Gruppe. Aber wenn sie uns nicht ernst nehmen, wird es schwierig für sie.” Die Türkei fühlt sich vorbereitet. „Zum ersten Mal in der Nationalelf haben wir ein Spiel unseres Gegners auf Video angeschaut und analysiert”, erklärte der Spanien-Legionär: „Das war wirklich beeindruckend.”
Dass Portugals Star Cristiano Ronaldo ihnen auf der Nase herumtanzen könnte, glaubt Nihat nicht („Kein Spieler gewinnt ein Turnier alleine”), und wohl auch nicht, dass nach der Vorrunde schon Schluss ist für die Türken. Und wenn doch, hat es nicht an dem großen Hoffnungsträger mit dem Kontakt ins Jenseits gelegen: „Dann sag ich einfach, die haben mir die falschen Bänder eingesetzt.”
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Die Türken sind ein Überraschungsmannschaft, denn sie wissen nicht was sie tun. Sie sind eine Starke Mannschaft. Sie wollen und werden gewinnen fragt sich nur die Einstellung des Einzelnen Spieler wie sie sein werden. ICH DRÜCK DER TÜRKISCHEN MANNSCHAFT DIE DAUMEN. Denn sie haben es sich verdient endlich den Erfolg in den Händen zu halten. Aber wenn sie nicht erfolgreich sind bin Ich trotdem Stolz auf sie weil sie DABEI sind.