Ein Torrichter ist keine Alternative zum Videobeweis
20.06.2012 | 15:08 Uhr 2012-06-20T15:08:32+0200
Essen. Der Druck auf Uefa-Chef Michel Platini steigt: Erneut gab es eine Fehlentscheidung, weil der Torrichter ein Tor nicht als solches erkannte. Leid trug in diesem Fall die Ukraine, die prompt aus der EM ausschied. Solche Fehler dürfen nicht mehr passieren. Ein Kommentar von Bastian Angenendt.
Michel Platini ist einer der entschiedensten Gegner von technischen Hilfsmitteln im Fußball. Setze man Technologie wie Kameras oder Chips im Ball ein, ginge dem Spiel Dynamik verloren, meint der UEFA-Präsident. Es verkäme zum „Playstation-Fußball“, das den Schiedsrichter „überflüssig“ mache. István Vad wünscht sich wahrscheinlich, er wäre am Dienstagabend überflüssig gewesen.
Der Torrichter, der John Terrys Rettungsaktion nach dem Schuss von Marko Devic fälschlicherweise vor der Torlinie verortete, war der untröstlichste Mann in von Donezk. Millionen von Fernsehzuschauern bemerkten seine Fehlentscheidung dank einer Torlinienkamera nur wenige Sekunden später. Kurz darauf waren die Bilder im Stadion zu sehen. Das Schiedsrichter-Gespann stand öffentlich am Pranger.
Torrichter wird zur tragischen Figur
István Vad stand im fraglichen Augenblick nur gut drei Meter entfernt. Aber es war eben nur ein Augenblick, in dem der Ball tatsächlich hinter der Linie schwebte. Auch das zeigte die Torlinienkamera. Eine Kamera, die Michel Platini so ungern als offizielles Hilfsmittel zulassen möchte. Deswegen war er, neben dem EM-Gastgeber Ukraine, einer der größten Verlierer des Abends.

Nach den Fehlentscheidungen bei der EM 2012 - sollte im Fußball der Videobeweis eingeführt werden?
Selbst einige Engländer dürften ein ungutes Gefühl gehabt haben. Schließlich ist die Erinnerung an das nicht gegebene Tor gegen Deutschland bei der WM 2010 noch frisch. Diese Fehlentscheidung war es, die selbst die alten Herren der Fifa umstimmte: Es gilt als wahrscheinlich, dass der Fußball-Weltverband am 5. Juli den Weg für die Torkamera oder den Chip im Ball frei macht.
Platini muss umdenken
Platini ging nach der WM in Südafrika andere Wege. Er plädierte vehement für den Torrichter. Dieser wurde auf der großen Euro-Bühne nun schon zum zweiten Mal der Lächerlichkeit preisgegeben. István Vad gab das Tor nicht, tags zuvor hatte Florian Meyer als Assistent von Wolfgang Stark die überharte Attacke von Sergio Ramos an Mario Mandzukic falsch bewertet. Dank der Kameras waren alle anderen schlauer. Und die Torrichter die Deppen.
Platini muss umdenken. Es würde Siege wie die von England zu richtigen Siegen, Niederlagen wie die der Ukraine weniger bitter machen . Siege und Niederlagen, die im Spitzenfußball längst über viel, viel Geld entscheiden. Vor allem aber wären Leute wie István Vad dann nicht mehr so hilflos.
20:29
Devic stand beim betreffenden Zuspiel im Abseits, somit wird aus meiner Sicht die Fehlentscheidung des Torrichters zu einer richtigen Entscheidung.
18:43
Mit Videobeweis könnte man aber nicht mehr manipulieren, also wird es den nicht geben. Wer sagt denn, daß der Torrichter den Ball nicht im Tor gesehen hat? Wembley läßt grüßen.
18:39
Millionen von Fernsehzuschauern sahen es Sekunden später in der Wiederholung? Tut mir leid, aber ich habe SOFORT gesehen, dass der Ball hinter der Linie war. Die Frage ist tatsächlich, was macht der Torrichter eigentlich. Muss 90 Minuten nix anderes machen, als herauszufinden, ob, wann und wo der Ball hinter der Linie war. Katastrophale Leistung kann man da nur sagen. In den letzten Spielen haben sich die groben und spielentscheidenden Fehlentscheidungen der Schiedsrichter ziemlich gehäuft, betroffen waren immer die "Kleinen". Zufall?!
Mir vergeht bei sowas der Spaß am Fußball. Das Ende vom Spiel UKR - GBR habe ich mir nicht mehr angeschaut. FIFA und UEFA sind gut beraten, da endlich was zu unternehmen.
Stimmt! Ich habe es auch von der Hauptkamera aus sofort gesehen. Wahrscheinlich kriegt man nach so vielen Fernsehjahren einen 3D-Blick. ;-)
18:31
Also dass man jede kleinigkeit überprüft fänd ich blöd. Da muss man herrn Platini recht geben: Das würde viiieeeeel Zeit kosten.
Aber der Chip im Ball ist eine Technik die Funktioniert und das in den nächsten beiden Jahren, bis zur WM unter beweis stellen könnte. Somit ist ein Tor ein Tor. Punkt.
(Das Sieht der Schiri eine Sekunde später auf seiner Uhr!)
Über grobe Fouls wird ja im Nachhinein eh schon gerichtet.
Wie man so Sachen, wie das Foul von Ramos entdecken will, weiß ich auch nicht... Wie gesagt: Ständiger Video-Beweis fänd ich blöd. Also sind die Torrichter da schon ne gute Idee. Sie sollten nur auch funktionieren...
Gut wären hier vllt "alte" Schiedrichter, die nur konditionell dem schnellen Fussballspiel nicht mehr mithalten können, aber immernoch sehr gut sind. Hier wird bestimmt einiges an Erfahrung benötigt. Und der evtl. kommende Profi-Schiedsrichter könnte auch noch mit 40+ vernünftig arbeiten ;-)
18:20
...wenn die Kamera-oder was auch immer-den Ball hinter der Linie sieht,
löst sie ein akustisches-oder optisches Signal aus.
17:14
Jetzt mal die außen vor gelassen, die sich Jahre und Jahrzehnte über Wembley & Co auslassen wollen - was spricht eigentlich dagegen, die technischen Möglichkeiten auszunutzen und mit Hilfe von Kameras und sonstigen Features diesen Sport etwas ehrlicher und transparenter zu machen? Ein Tor wäre ein Tor, eine Schwalbe eine Schwalbe und Abseits wäre Abseits.
Das gibts in anderen Ländern und anderen Sportarten schon lange, und wird entweder während oder auch nach der Veranstaltung beurteilt und sanktioniert, wo ist das Problem?!?
16:25
Bleibt nur die Frage wer entscheidet wann die Torkamera hinzugezogen wird?Wann wird das Spiel unterbrochen`?Was passiert wenn der Ball nicht drin war,wie geht das Spiel dann weiter?Wie oft darf die Kamera benutzt werden?Fragen über Fragen.Mit der einfache Forderung nach einer Torkamera wird das Problem sicher nicht gelöst.
#1Ganz ihrer Meinung das Spiel würde kaputt gemacht