DFB-Erfolg im letzten EM-Test erleichtert Bundestrainer Löw
01.06.2012 | 18:12 Uhr 2012-06-01T18:12:00+0200
Leipzig. Das 2:0 gegen Israel brachte dem Bundestrainer keine tiefschürfenden neuen Erkenntnisse. Über den Sieg darf er sich freuen, doch wie es bei der EM aussehen wird, kann auch er jetzt noch nicht wissen. Löw wollte das Signal vorgeben: Leute, wird schon werden, vertraut mir. Ein Kommentar.
Die Bälle flogen hoch, die Bälle flogen weit, die Bälle flogen lang. Nicht immer, aber doch oft. Den Bundestrainer, diesen Liebhaber des rasanten und doch präzisen Kurzpassaufbauspiels aus der sauber organisierten Abwehrformation heraus, hätte das eigentlich stören müssen. Und auch, dass die Ballrückeroberung ohne vorhergehendes Zurückfallen in die Sicherheit der Defensivordnung gar nicht stattfand, dass sie gegen die Israelis gar nicht stattfinden musste, konnte ihm nicht wirklich gefallen. Aber Joachim Löw war eben erleichtert durch den Erfolg im letzten Test. Deutschland wurde in Leipzig beruhigt. Die EM kann kommen.
Wie stark oder gar beeindruckend die Nationalmannschaft sich in Polen und der Ukraine präsentieren wird, ist allerdings auch nach der Vorbereitungsphase noch immer nur von versierten Auguren vorherzusehen. Unglaublich viel Qualität sei im Kader, hat Kapitän Philipp Lahm erklärt. Und dem wird niemand widersprechen. Allerdings weiß auch niemand, ob die körperlichen Probleme von Bastian Schweinsteiger, von Miroslav Klose oder Per Mertesacker folgenlos bleiben werden. Es weiß auch niemand, ob die personelle Linie Löws (grob: internationale Meriten zählen mehr als nationale) nicht zu Missstimmungen führen wird. Und es weiß auch niemand, ob die Vision des Bundestrainers von einem Fußball nach Vorbild des FC Barcelona sich umsetzen lässt.
Dass Löw nach dem Miniaturerfolg Souveränität ausstrahlte, Vorfreude, war also nur einerseits auf seine stabile Psyche zurückzuführen. Der Bundestrainer wollte auch das Signal vorgeben: Leute, wird schon werden, vertraut mir, ich bin es doch, der Jogi. Ein Netz hatte er ja bereits vorher gespannt: Titelgewinn, wie von seinen ambitionierten älteren Akteuren vorgedacht, muss nicht absolut unbedingt und unter allen Umständen sein.
12:39
Ich kann die zur Schau getragene Zuversicht von Löw und seiner Mannschaft und von vielen Millionen Fußballerfahrung nicht teilen. Die Erfahrung signalisiert mir, daß einige Faktoren gegen eine erfolgreiche EM sprechen, die einen anderen Verlauf nehmen könnte, als allgemein erwartet wird mit den vermeintlichen Favoriten Spanien und Deutschland. Das ein Hummels und erst Recht ein Schmelzer höchsten internationalen Ansprüchen offentlichlich nicht genügen, dass zeigte sind auf europäischer Ebene genauso wie in zahlreichen Länderspielen.
11:45
Warum lädt Löw die Dortmunder dann überhaupt ein? Sollen sie internationale "Bankerfahrung" bekommen; sollen sie etwa bei der Deutschen Bank in Shanghai eingesetzt werden? Die Berufungen in den Kader haben für mich nur Alibicharakter; die Dortmunder sollen mit ins Boot, aber nur als Leichtmatrosen. Wir werden mit den Bayern nicht mal Vize bei der Euro; da halte ich jede Wette, das ist weit vorher vorbei.