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2:1 - für wen auch immer

25.06.2008 | 14:04 Uhr

Fußball-EM 2008: Luca (13) und Semih (12) sagen voraus, wie das Spiel der Spiele ausgehen wird.In der Jugend der DJK TuS Hordel kicken sie zusammen, doch heute Abend trennen sich ihre Wege

"Ich bin der linke, mittlere, defensive Offensivspieler" (Christian Ziege)

Fußballer haben's auch nicht leicht. Immer diese Fragerei, da kann man in Erklärungsnot kommen. Luca (13) und Semih (12) sind anders. Sie sind zwar auch Fußballer, kicken beide in der Jugend der DJK TuS Hordel, sprechen aber durchaus prägnanter als mancher Profi ("Wir spielen in der Verteidigung"). Und sie haben eigene Meinungen zum Spiel der Spiele. Luca hat sich ein neues Deutschland-Trikot zugelegt, Semih trägt den Halbmond auf der Brust. Die Jungen spielen zwar in einer Mannschaft, aber heute orientieren sie sich ausnahmsweise in verschiedene Richtungen.

"Im ersten Moment war ich nicht nur glücklich, ein Tor geschossen zu haben, sondern auch, dass der Ball reinging" (Mario Basler)

2:1 geht das EM-Spiel aus. Da sind sie sich einig, "für die Türkei", sagt Semih, "nein, für Deutschland", ruft Luca. Die Vorhersage: Luca: "1:0, 25. Minute, Podolski, 2:0, 75., Klose, 2:1, 85., der Gegentreffer." Semih grinst ein Halbmondgrinsen: "Hamit Altintop und Semih Sentürk machen in der 85. und 90. alles klar." Wo bleibt da der Deutschlandtreffer? "Ach, den hab' ich vergessen, Schweinsteiger trifft in der 10. Minute."

"Der ist mit allen Abwassern gewaschen" (Norbert Dickel)

Die beiden Jungs sind ja nicht so, sie hegen durchaus Sympathien für die andere Nation. Und sie haben Empfehlungen für die Herren Profis. Was die deutschen Spieler von den türkischen lernen können? "Wie man in den letzten Minuten Tore schießt", sagt Semih sofort. Und umgekehrt, Luca: "Wie man frühe Tore schießt." Die beiden lachen.

"Wenn der Mann in Schwarz pfeift, kann der Schiedsrichter auch nichts mehr ändern" (Andy Brehme)

Bei Semih wird das heute Abend so ablaufen: Die ganze Familie sitzt gemeinsam vor dem Fernseher, pardon, sie hibbelt von Sessel zu Sessel. "Das wird laut. Mein Vater und ich schreien am meisten." Ob es bis zu Luca und seiner etwas übersichtlicheren Familienrunde zu hören sein wird, ist ungewiss. Leise ist die nämlich auch nicht: "Zuerst jubeln wir, dann geht's auf die Straße." Sie dürfen beide länger aufbleiben, ist ja letzter Schultag. Die Jungs werden noch über das Spiel reden, egal wie es ausgeht. Sie versuchen sich von den Profis Tricks fürs eigene Spiel abzugucken. "Aber allzu oft mache ich die doch nicht nach, ist zu gefährlich. Obwohl - ich hab' ja Luca, der passt dann auf."

"Da sind meine Gefühle mit mir Gassi gegangen" (Jürgen Klinsmann)

Von Kirsten Simon

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