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Ein bisschen Ruhe für Bayern

26.10.2009 | 13:16 Uhr
Ein bisschen Ruhe für Bayern

München. Der 2:1-Sieg des FC Bayern München über schwache Frankfurter kann nicht über die Schwächen beim Rekordmeister hinwegtäuschen. "Wir haben uns alle ausgemalt, was passiert, wenn wir verlieren. Mit dem 2:1 ist das Wochenende gerettet," sagte Manager Uli Hoeneß.

Tatsächlich: Louis van Gaal hatte die Haare schön nach dem Sieg seiner Mannschaft. Der Trainer des FC Bayern sagte nämlich: „Ich habe meine Haare fertig gemacht”, um zu erklären, warum er in der 88. Minute, als Daniel van Buyten gerade den befreienden Treffer zum 2:1 Heimsieg gegen die Frankfurter Eintracht erzielt hatte, einige Male vehement auf sich, auf seinen Kopf deutete. Dabei hatte er natürlich mit dieser Geste geschrieen: „Seht her, was ich geschafft habe. Das war meine Idee, mein Genie.”

Und Christian Nerlinger, er klopfte van Gaal schüchtern auf den Rücken. Eine Umarmung mit dem Unnahbaren? Kommt selbst in diesem Moment nicht in Frage.

Dabei kann das durchaus der Moment gewesen sein, auf den man am Ende der Saison zurückblickt und sagt: In dieser 88. Minute hat ein stür-mender Abwehrchef den kriselnden FC Bayern auf das Gleis Richtung Erfolg gesetzt.

Nur wenige Sekunden zuvor hatte Louis van Gaal den aufopferungsvoll kämpfenden, bei seinen vielen Chancen jedoch nicht nur glücklosen, sondern auch tollpatschig agierenden Luca Toni für Martin Demichelis ausgewechselt und Daniel van Buyten, nicht zum ersten Mal, in den Sturm beordert. Der köpfte, traf und erzeugte damit einen Moment der Vollkommenheit in der Unvollkommenheit des FC Bayern am Ende des Jahres 2009.

Die Erleichterung erfüllte das Stadion bis in den letzten Winkel, wurde zu vibrierender Energie, umhüllte die Spieler, den Trainer wie ein Heiligenschein. Doch auch der konnte nicht darüber hinwegtäuschen: Die Bayern sind von der angestrebten Souveränität noch weit entfernt.

Enges Duell: Bayerns van Buyten (r.) gegen Liberopoulos

„Wir haben uns alle ausgemalt, was passiert, wenn wir verlieren. Mit dem 2:1 ist das Wochenende gerettet,” sagte Manager Uli Hoeneß. Und: „Ich bin überzeugt, dass wir ab jetzt dominant auftreten, sonst wären wir nicht der FC Bayern. Mir san mir.”

Nach dem Sieg gegen Frankfurt scheint das möglich. Denn die Mannschaft wirkt tatsächlich stabiler als unter Jürgen Klinsmann. „Van Gaal ist der richtige Trainer. Ich habe ein besseres Gefühl, als letztes Jahr”, erklärte Kapitän Mark van Bommel nach dem Spiel dann auch ungefähr so häufig, wie er vorher Fehlpässe gespielt hatte.

Dabei schien nach dem unglücklichen Rückstand in der 60. Minute auch der letzte Rest Selbstvertrauen aus der Mannschaft zu weichen. Gerade war Arjen Robben eingewechselt worden. „Ich weiß, wenn ich Robben und Gomez einsetze, ist das ein Risiko, weil das schlecht für die Ordnung ist,” gab der Ordnungsfanatiker van Gaal später zu. Und tatsächlich brachte der Anflug von bayerischer Anarchie die ansonsten erschreckend ungenau agierenden Frankfurter kurzzeitig zurück ins Spiel.

Ausgerechnet Alexander Meier, schwächster Spieler auf dem Platz, erzielte das Tor für Frankfurt. Es bestand jetzt die Gefahr, dass die angeschlagene Bayern-Mannschaft auseinander brechen würde.

„Zum ersten Mal, seit langer Zeit, hatte ich da wieder bei einem Spiel Bauchschmerzen”, sagte Hoeneß später. Bastian Schweinsteiger hob gar die Arme zum Münchner Himmel, an dem gerade eine rot glühende Abendsonne zum Vorschein kam. „Es ist wie ein Fluch. Wir bringen den Ball nicht über die Linie”, seufzte der Nationalspieler dann nach dem glücklichen Sieg. Er sprach im Präsens, trotz der beiden Tore, die den Bayern noch gelungen waren. So tief saß der Schock, so viel Eindruck hatte die bloße Möglichkeit hinterlassen, das Spiel gegen biedere Frankfurter verlieren zu können.

Den Bayern hätten friedlose Wochen bevorgestanden, Ausgang, auch für den Trainer, ungewiss. Und die Gefahr ist noch nicht gebannt. Schon nach einer Niederlage am Mittwoch im Pokal, es geht abermals gegen Frankfurt, könnte die Beunruhigung wieder bedrohlich werden.

Sebastian Gierke

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Kommentare
26.10.2009
16:11
Ein bisschen Ruhe für Bayern
von taubenvergifter | #1

... am Ende des Jahres 2009???

wir haben gerade die Hälfte der Hinrunde überschritten und schon kommt ein Fazit? Fakt ist, dass die Bayern doch schon extrem runtergeputzt wurden, als man in der Presse vom schlechtesten Saisonstart faselte (bis zu welchem Spieltag dauert eigentlich so ein Start?). Jetzt sind die Bayern immerhin an den hochgelobten Teams aus GE und Bremen dran und auch die Tabellenspitze ist wieder in Sichtweite. Man hat Eigengewächse integriert, spielt -sofern in Bestbesetzung- begeisternden Fußball und ist in allen Wettbewerben noch gut dabei.

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