Kommentar

Draxler steht an der Schwelle zwischen Talent und Tonangeber

Nach zwei Toren für den VfL Wolfsburg in der Königsklasse wird Julian Draxler gefeiert. Doch er muss diese Form endlich konservieren. Ein Kommentar.

Essen.. Den Ball von Gent hat Julian Draxler mitgenommen. Zwei Tore in einem Königsklassen-Spiel sind auch für ihn außergewöhnlich – obwohl er mit seinen 22 Jahren schon einige Erfolge gefeiert hat.

Champions League Als 17-Jähriger wurde der Junge aus Gladbeck beim FC Schalke 04 zum Bundesligaspieler befördert. Mit 18 debütierte er bereits in der Nationalelf. Mit 20 durfte er sich Weltmeister nennen, weil er beim unvergessenen 7:1-Sieg im Halbfinale gegen Brasilien in der Schlussviertelstunde mitgewirkt hatte. Ein Karrierestart im Raketentempo. Auch der Start zu einer Weltkarriere?

Hecking erwartet mehr

Julian Draxler spielt nun für den VfL Wolfsburg, weil er „den nächsten Schritt“ machen wollte. Die Fußstapfen, die Kevin De Bruyne dort hinterlassen hatte, erwiesen sich für Draxler bisher als zu groß. In Gent hat er zum ersten Mal im Wolfsburger Dress überragend gespielt. Sein Trainer Dieter Hecking hat aber auch gleich klargemacht, dass er mehr erwartet: nämlich konstante Klasse. Julian Draxlers fußballerische Begabung ist unbestritten. Er hatte sie aber schon auf Schalke nicht ausreichend ausgeschöpft. Jetzt steht er an der Schwelle: Talent bleiben oder Tonangeber werden? Draxler muss sich mehr quälen – so sieht das auch Hecking. Sonst hätte er sich seine Warnung schenken können.

Mehr lesen