Das aktuelle Wetter NRW 22°C
Fußball

Dieter Hoeneß: "Fatale Entwicklung" für Ost-Klubs

03.08.2010 | 12:13 Uhr

Manager Dieter Hoeneß vom VfL Wolfsburg hält das zunehmende Ost-West-Gefälle im deutschen Profi-Fußball für eine "fatale Entwicklung". Der frühere Nationalspieler forderte einen Transfer von Management-Know-How, um Ost-Vereine zurück auf die Bundesliga-Landkarte zu holen.

"Viele Vereine im Osten wurden Opfer von nur nach kurzfristigem Profit gierenden Raubrittern, obwohl sie eigentlich eine hervorragende Infrastruktur und Substanz hatten. Darunter leiden sie bis heute, aber es ist noch nicht zu spät", sagte Hoeneß der Super Illu. In der kommenden Saison ist erstmals seit dem sportlichen Zusammenschluss 1991 kein Klub aus Berlin oder den neuen Bundesländern in der Bundesliga vertreten.

<strong>Zu wenig Nachwuchsarbeit in Ostdeutschland </strong>

Hoeneß, bis 2009 selbst 13 Jahre Manager beim Erstliga-Absteiger Hertha BSC, sieht eine besorgniserregende Entwicklung. "Erstliga-Fußball sorgt für eine regelmäßige, meist positive öffentliche Wahrnehmung, die sich nicht nur auf den sportlichen Bereich begrenzt. Städte und Regionen, die regelmäßig in den Medien präsent sind, haben auch größere Chancen, für potenzielle Investoren interessant zu werden." Auch mache es die Menschen stolz, wenn ihre Stadt im Konzert der Großen mitspiele. Das, so Hoeneß, habe "eine hohe soziale Bedeutung".

Nach Meinung des 57-Jährigen haben Klubs in Ostdeutschland zu wenig in die Nachwuchsarbeit investiert. "Nachwuchsarbeit kostet Geld. Und ein Verein, dem es wirtschaftlich nicht so gut geht, kürzt als erstes die Investitionen im Jugendbereich."

Ausdrücklich begrüßte der Wolfsburger Manager das Engagement des österreichischen Getränkeherstellers Red Bull in Leipzig als "klugen Schachzug". Hoeneß weiter: "Aber ich möchte auch Berlin nicht abschreiben. Hertha steigt in der nächsten Saison hoffentlich wieder auf. Auch mit Union ist zu rechnen. Die Region wird nicht lange auf Erstliga-Fußball verzichten müssen."

DerWesten

Facebook
 
Kommentare
Trackbacks

Die Trackback URL zu diesem Artikel ist: http://www.derwesten.de/services/trackbacks/article/3400206/create

Aktuelle Fotos und Videos
Deutschland patzt vor EM
Bildgalerie
DFB-Team
BVB II feiert Aufstieg
Bildgalerie
Regionalliga
Aus dem Ressort
Löw gibt mit Rückennummern Hinweise auf EM-Streichkandidaten
Nationalmannschaft
Bei der 3:5-Niederlage in der Schweiz hat Joachim Löw eine Vorentscheidung offen gelegt, welche Spieler nicht für den endgültigen DFB-Kader für die EM nominiert werden. Der Bundestrainer sandte anhand der Rückennummern kräftige Signale aus, wer die vier Streichkandidaten werden könnten.
Foto Text 1 Kommentare 1
EM-Endrunde für U19-Junioren in weiter Ferne
Fußball
Die U19-Junioren des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) warten auch nach dem zweiten Spiel beim EM-Qualifikationsturnier in Serbien auf den ersten Sieg.