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Die Wechsel-Bilanz in der Bundesliga

02.08.2010 | 19:15 Uhr
Die Wechsel-Bilanz in der Bundesliga
Raul

Essen.Die Bundesliga hat auch vor der Saison 2010/2011 wieder ihr Gesicht verändert. Die Frage ist nur: Zu wessen Vorteil. Was sich bisher getan hat in der Vorbereitung? Eine Zwischenbilanz!

So gehört es sich für einen, der plötzlich weiß, wo das Tor des Gegners steht: „Ich bin jetzt 31 Jahre alt und möchte noch einmal ganz oben angreifen“, hat Arne Friedrich am Montag mutig erzählt. Klingt so, als habe Wolfsburgs neuer Innenverteidiger bei der WM als Torschütze Blut geleckt. Am Montag ist Friedrich, wie die meisten Südafrika-Fahrer, ins Training eingestiegen, gerade rechtzeitig zur heißen Phase vor dem Saisonstart. Was sich bisher getan hat: eine Zwischenbilanz.

Die mit dem Koffer

Den Transfer des Sommers mag ja Schalke mit Raul gestemmt haben. Aber kein anderer Verein hat so viel investiert wie der VfL Wolfsburg: Jeder vierte Euro der 90 Millionen, die die Liga bisher für Zugänge ausgegeben hat, kommt vom VfL. Allein die beiden neuen Innenverteidiger Simon Kjær (US Palermo) und eben Friedrich (Hertha BSC) haben 14 Millionen gekostet. Soviel hat kein anderer Verein ausgegeben – bis auf den Hamburger SV, der für den Ex-Schalker Heiko Westermann und den Ex-Berliner Gojko Kacar tief in die Tasche gegriffen hat. Natürlich sucht der HSV nun noch einen Star, aber Stars suchen sie in Hamburg ja seit Jahren.

Die ohne Koffer

Stichwort Hamburg: Während der HSV seit Jahren Millionen ausgibt, die Trainer wechselt und als Preis des Kaufrauschs seinen Investoren mehr und mehr Mitspracherecht einräumen muss, hat beim Aufsteiger FC St. Pauli seit längerer Zeit nur einer das Sagen: Trainer Holger Stanislawski. Knorriger Charme, klare Kante und eine Ausgaben-Politik wie Dagobert Duck: Der Schalker Carlos Zambrano ist mit 200 000 Euro der teuerste Zugang. Ablösefrei kommt obendrauf Gerald Asamoah. Es müsste mit dem Teufel zugehen, wenn er nicht Publikumsliebling werden sollte.

Gut beschirmt

VfL-Trainer Steve McClaren (l.) mit Arne Friedrich.

Als Trainer kommt man rum. Einer wie Armin Veh ist von Stuttgart über Wolfsburg nach Hamburg gewandert. In Wolfsburg hat Steve McClaren für ihn übernommen, der erste englische Coach der Liga. Auf der Insel bezeichnen ihn Fans und Medien als den „Trottel mit dem Regenschirm“, seit er als Nationaltrainer Englands Aus in der EM-Qualifikation 2007, ein 2:3 gegen Kroatien, bei strömendem Regen unter einem bunten Schirm verfolgt hat.

An Rhein ...

Im Westen nichts Neues? In Leverkusen wollten sie nie mehr viel Geld ausgeben, nun bezahlen sie Michael Ballack. Angeblich mit sechs Millionen Euro pro Jahr. Und träumen heimlich vom Titel. In Köln geht’s Trainer Zvonimir Soldo auch in der Vorbereitung nicht besser als während der gesamten vergangenen Saison: Ein Leben auf der Kippe. Ein Dutzend Neue sind gekommen, sie alle würden sie wohl eintauschen für einen neuen Podolski.

... und Ruhr

Stillhalten oder Umbauen? Nirgendwo sind sie so weit auseinander wie in Schalke und Dortmund. Der BVB hat zwar 4,5 Millionen Euro für den polnischen Stürmer Robert Lewandowski ausgegeben. Im Kern setzt Dortmund aber auf die Weiterentwicklung eines jungen Teams. Auf Schalke hat Trainer Felix Magath auf der Jagd nach Platz eins oder zwei einen ganzen Kader umgeschlagen: Neun Zu-, zwölf Abgänge. Kuranyi, Bordon und Westermann mussten gehen, Raul und Metzelder kamen. Ende offen.

Was macht Rensing?

Es gibt noch Fragen, die die Liga umtreiben: Wen holt Schalke noch? Reicht das, um ganz oben anzugreifen? Was wird aus den Wolfsburger Stars Dzeko und Misimovic? Lässt Bayern womöglich Gomez gehen? Gibt der Meister seine Zurückhaltung auf dem Transfermarkt noch auf? Bleibt Özil noch ein Jahr in Bremen? Was macht eigentlich Hoffenheim? Und wer holt endlich Michael Rensing?

Zeit, dass es los geht.

Klaus Wille

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