Die Top Drei als die neue Crux der Fußball-Bundesliga

Das war nichts: Leverkusens Simon Rolfes trottet in Braunschweig enttäuscht vom Platz.
Das war nichts: Leverkusens Simon Rolfes trottet in Braunschweig enttäuscht vom Platz.
Foto: Bongarts/Getty Images
Bayer Leverkusen lässt drei Stars draußen und verliert 0:1 beim Tabellenletzten Eintracht Braunschweig. Leverkusen ärgert sich, Brauschweig freut sich, und für die Fußball-Bundesliga ist das: ziemlich egal! Ein Kommentar.

Essen.. In Leverkusen ärgern sie sich schwarz. Bayer-Trainer Sami Hyypiä setzte mit Stefan Kießling, Sidney Sam und Lars Bender drei Stammspieler auf die Bank, um sie für den Auftritt in der Champions League gegen Schachtjor Donezk zu schonen. Eintracht Braunschweig, Schlusslicht der Fußball-Bundesliga, bedankte sich und siegte 1:0.

Leverkusens Sportchef Rudi Völler regt sich darüber so unnachahmlich auf, wie nur er das kann. Aber die Wahrheit ist: Der Schaden für seinen Klub ist gering. Die Punkte sind zwar futsch, aber eine nachhaltende Wirkung lässt sich nicht erkennen.

Die Niederlage verdeutlicht lediglich eine bittere Wahrheit für alle Fußball-Fans, die Klubs aus dem Mittelfeld die Daumen drücken. Das Rennen ist längst gelaufen. Bayern München (29 Punkte) und Borussia Dortmund (28 Punkte) enteilen dem Rest der Liga. Leverkusen hängt zwischen Spitze und Rest. Trotz der Niederlage mit den geschonten Stars bleibt Bayer mit 25 Punkten Dritter und hat noch sechs Zähler Vorsprung auf Platz vier.

Vor diesem Hintergrund ist Hyypiäs Rotationsversuch zu verstehen. In der Champions League werden die Millionen verdient, die den Unterschied ausmachen. Daher ist ein Sieg gegen Donezk wichtiger als ein Erfolg in Braunschweig. Und mit ausgeruhten Leistungsträgern dürfte Leverkusen gegen die Ukrainer besser aussehen als mit einer ausgelaugten Truppe.

Es ist die neue Crux der Bundesliga, dass sich die Top Drei weit von allen anderen entfernt haben. Dabei entsteht allerdings noch nicht einmal ein Dreikampf um den Titel, sondern nur ein Zweikampf. Denn selbst in Leverkusen wissen sie: Für Bayern und Dortmund reicht es am Ende wohl nicht.

Und die Wahrheit wird noch bitterer: Natürlich ist es sowohl für die Bayern-Fans und Spieler als auch für die Dortmund-Fans und Spieler wunderbar, wenn sie am Ende über die Meisterschaft jubeln können.

Für die Finanzvorstände ist das am Ende auch nett, aber eigentlich ist es für sie: Fußball-Folklore. Im Profigeschäft zählt das Erreichen der Champions League, das bringt die Kohle. Wenn es als Meister ist, schön. Wenn es als Zweiter ist: Auch gut. Und im Fall Leverkusen: Auch Platz drei reicht für die Champions League. Vergesst Braunschweig!