DFB-Team gewinnt gegen Niederlande 3:0
15.11.2011 | 20:10 Uhr 2011-11-15T20:10:03+0100
Hamburg. Seit 2004 hatte die deutsche Fußball-Nationalmannschaft keinen Jahresabschluss mehr mit einem Sieg feiern können. Und seit 15 Jahren hatte die DFB-Auswahl nicht mehr gegen die Niederlande gewonnen. Diese Serien endeten heute Abend in Hamburg.
Die deutsche Fußball-Nationalmannschaft plant beim Klassiker gegen den Vize-Weltmeister Niederlande (hier live im DerWesten-Ticker) in Hamburg nach dem Sieg gegen Brasilien im August einen weiteren Achtungserfolg gegen einen "Großen" des internationalen Fußballs. "Wir haben keine Angst und wollen das Prestigeduell gegen die Niederlande zum Jahresabschluss unbedingt gewinnen. Es ist eine große Herausforderung, gegen die Nummer zwei der Welt zu spielen. Ich erwarte eine offensive und interessante Partie", sagte Löw, der gegen die Niederlande seit seinem Amtsantritt im August 2006 bereits zum 75. Mal als Bundestrainer in der Verantwortung steht. Doch das Dienstjubiläum interessierte den 51-Jährigen nicht: "Mit dem Jubiläum beschäftige ich mich nicht. Das sagt mir gar nichts."
Die deutsche Aufstellung: Neuer - Boateng, Mertesacker, Badstuber, Aogo - Kroos, Khedira - Müller, Özil, Podolski - Klose. - Trainer: Löw
Hier geht es zum Live-Ticker:
Deutschland - Niederlande 3:0
Neuer kehrt ins Team zurück
Die Nationalspieler würden ihrem Chef derweil liebend gerne einen Sieg zum Jubiläum und zum Saisonende spendieren. "Zum Jahresabschluss wollen wir gegen die Niederlande gewinnen. Bei der Nationalelf ist schließlich jedes Spiel wichtig. Und beim Auftritt gegen Brasilien hat man ja auch nicht gesehen, dass es nur ein Testspiel war", sagte Keeper Manuel Neuer , der gegen den Weltranglisten-Zweiten nach seiner Pause gegen die Ukraine (3:3) ins DFB-Team zurückkehren wird. Löw verzichtet gegen den Erzrivalen zunächst auf den Versuch mit zwei Stürmern. Der von einer Knieverletzung genesene Miroslav Klose erhält in der Startformation den Vorzug vor Mario Gomez.
"Es wird ein technisch anspruchsvolleres Spiel als gegen die Ukraine. Wir werden auf jeden Fall taktisch so offensiv wie möglich spielen. Auch da die Spielweise der Niederländer absolut offensiv ausgerichtet ist, wird das sicher eine sehr interessante und offene Partie", sagte Löw, der nach dem Remis in der Ukraine in der Defensive allerdings nicht erneut mit einer Dreierkette spielen wird.
Niederlande ohne Bayern-Star Robben
Grundsätzlich sieht der Bundestrainer die Partie gegen die Niederländer mit Blick auf die Titel-Mission bei der Euro 2012 in Polen und der Ukraine als "wichtigen Gradmesser". Und auch wenn die ersatzgeschwächten Gäste ohne ihre Starspieler Robin van Persie, Arjen Robben und Rafael van der Vaart nach Hamburg reisen, schätzt Löw die Spielweise der Niederländer sehr. "Holland ist eine absolute Spitzenmannschaft in Europa. Das ist ein Team, das von der Ausbildung her kaum zu übertreffen ist. Sie beherrschen ihr System, ihre Spielweise ist automatisiert", sagte Löw.
Für den Bundestrainer ist das Prestigeduell gegen das spielstarke Nachbarland ein wichtiger Test. Vor allem die Abwehr steht im Blickpunkt. Innenverteidiger Per Mertesacker vom FC Arsenal beginnt an der Seite von Münchens Holger Badstuber. Auf der rechten Außenbahn spielt Jerome Boateng. Auf der linken Seite wird erneut der Hamburger Dennis Aogo den aktuell geschonten DFB-Kapitän Philipp Lahm vertreten.
Ohnehin befindet sich die DFB-Auswahl zum Ende des Jahres 2011 noch in der Experimentierphase. "Wir haben unser neues System noch nicht so verinnerlicht. Gegen die Niederlande werden wir zwar nicht mit einer Dreierkette spielen, aber trotzdem will ich einige Varianten sehen", sagte Löw .
Bierhoff mit Respekt vor Löws Dienstjubiläum
Aber wie auch immer die deutsche Mannschaft auflaufen wird: Erstmals seit 2004 (5:1 in Thailand) soll im letzten Spiel des Jahres wieder einmal ein Sieg her. "Das ist ein sehr ernsthaftes Spiel. Wir hoffen, ein Zeichen setzen zu können. Wir wollen zeigen, dass wir auch die ganz Großen schlagen können. Wir haben uns fest vorgenommen, das Jahr positiv abzuschließen", sagte Teammanager Oliver Bierhoff mit Nachdruck und ergänzte mit einem Augenzwinkern: "Gegen die Holländer zu gewinnen, macht doppelte Freude." Bierhoff betonte allerdings, dass von dem "Krieg" der beiden Teams in den 80er Jahren heute nichts mehr übrig geblieben ist: "Die Rivalität ist mittlerweile nicht mehr so groß. Dafür der Respekt voreinander umso größer."
Großen Respekt hat Bierhoff auch vor Löws Dienstjubiläum. "Seine Quote ist absolut einmalig. Das ist eine großartige Leistung, lobte Bierhoff. Vor allem aber habe sich der 51-Jährige "als Person nie verändert. Er schafft es trotz des ganzen Rummels immer, sich auf das Wesentliche zu konzentrieren". (sid)
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