Kagawa ist beim DFB-Pokalfinale ein Hoffnungsträger des BVB

Lange Gesichter bei den Bremern, gute Laune bei Marco Reus: Shinji Kagawa drückte dem letzten Bundesligaspiel der Dortmunder seinen Stempel auf wie kein anderer.
Lange Gesichter bei den Bremern, gute Laune bei Marco Reus: Shinji Kagawa drückte dem letzten Bundesligaspiel der Dortmunder seinen Stempel auf wie kein anderer.
Foto: Imago
Gerade rechtzeitig vor dem Endspiel in Berlin zeigte sich der Japaner in Topform. Wie man Olympiastadion glänzt, das weiß er nur allzu gut.

Berlin.. Ganz oben war er, oben auf dem Dach des Lkw. Dort saß Shinji Kagawa und grinste und lachte und filmte mit dem Handy die Szenen, die sich vor seinen Augen abspielten. Abertausende Menschen, die auf die Straßen gegangen waren, um die Spieler zu feiern, die mit Borussia Dortmund erst die Meisterschaft und dann den DFB-Pokal gewonnen hatten. „2012 war grandios“, erinnert sich der Japaner in diesen Tagen zurück. Die Erinnerungen an den letzten schwarz-gelben Karnevalsumzug um den Borsigplatz sind sehr präsent, weil es ihn an diesem Wochenende wieder geben könnte. Dazu müsste der BVB das DFB-Pokalfinale in Berlin am Samstagabend (20 Uhr, LIVE bei uns im Ticker) gegen den Vize-Meister VfL Wolfsburg gewinnen. Kagawa zählt in diesem Spiel zu den Dortmunder Hoffnungsträgern. Auch weil er an den Ort des Glücks zurückkehrt.

Klopps Freude über Kagawas Raushauer

„Wir haben uns sehr gefreut“, sagt Jürgen Klopp nach der Ankunft in Berlin und belegt seinen Satz mit einem breiten Lächeln, „dass Shinji vor dem Finale noch mal so richtig einen rausgehauen hat.“ Der BVB-Trainer spielt auf das letzte Bundesligaspiel am vergangenen Samstag gegen Werder Bremen an. Da zauberte Kagawa wie zu besten Zeiten, schoss sehr selbstbewusst ein Tor und bereitete zwei weitere sehenswerte Tore vor. Rechtzeitig vor dem großen Finale der Saison, vor dem großen Finale der Karriere des Sebastian Kehl, vor dem großen Finale der Ära Klopp scheint der Dortmunder Mittelfeldstratege an beste Zeiten anknüpfen zu können. Bis dahin war es ein weiter Weg.

Im vergangenen Sommer kam er zurück nach Westfalen, bei Manchester United hatte er sich nicht durchsetzen können. Aber lange Zeit wirkte er bisweilen bleischwer, ideenlos, kraftlos. „Keine Konstanz“, musste Klopp immer wieder diagnostizieren. Doch nach der kollektiv verbaselten Hinrunde rappelte sich auch der 26-Jährige zu besseren Leistungen auf. Der Rhythmus, die körperliche Frische sind zurück. Er habe „das Gefühl, dass unsere Spielfreude und Dynamik – die uns eigentlich auszeichnet – endlich wieder da“ seien. „Es war klar, dass Shinji sein Talent nicht ewig würde verheimlichen können“, sagt Klopp erfreut. Zehn seiner elf Torbeteiligungen verzeichnete Kagawa in der Rückrunde. Das spricht für aufsteigende Form vor dem großen Auftritt in Berlin, in der Hauptstadt, die der Publikumsliebling in bester Erinnerung hat.

Kagawas Glück trägt Schwarz und Gelb

Dort legte er 2012 einen mitreißenden Auftritt hin und dirigierte die Borussia zum geschichtsträchtigen 5:2-Sieg gegen den Rivalen Bayern München. Manchesters Trainerlegende Alex Ferguson war extra für ihn angereist und nahm ihn quasi direkt mit nach England. Doch das Glück, das er suchte, fand Kagawa dort nicht. Sein Glück trägt Schwarz und Gelb. So wie Berlin in diesen Tagen, wo sich der Kreis für ihn vorerst schließen könnte. „Ich durfte den Pokalsieg und den Umzug durch Dortmund schon einmal miterleben, das war eine grandiose Erfahrung“, sagt der, der wieder auf dem Weg nach oben ist, „einfach grandios“.

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