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DFB-Pokal als Ausweg aus der Krise

22.09.2009 | 14:22 Uhr
DFB-Pokal als Ausweg aus der Krise

Essen. Sieben Erstligisten treten am Dienstag an, um im DFB-Pokal das Achtelfinale zu erreichen. Höhepunkt ist das Revierderby Bochum gegen Schalke. Außerdem spielen unter anderem Borussia Dortmund, Rot-Weiß Oberhausen, Borussia Mönchengladbach, der MSV Duisburg - und Eintracht Trier.

Der DFB-Pokal als Krisenbewältigung im "Pulverfass" Ruhrpott: Nach der Entlassung von Trainer Marcel Koller soll das Interimsduo Frank Heinemann und Dariusz Wosz die explosive Stimmung beim VfL Bochum mit einem Prestige-Erfolg im kleinen Revierderby gegen Schalke 04 wieder etwas beruhigen. Der ebenfalls angeschlagene Nachbar Borussia Dortmund und Coach Jürgen Klopp stehen bei Absteiger Karlsruher SC unter Zugzwang.

Frank Heinemann wurde gestern von Sport-Vorstand Thomas Ernst (l.) präsentiert. (Foto: ap)

Zu einem weiteren Duell von Erstligisten kommt es in der zweiten Hauptrunde am Dienstag (alle Spiele live bei Sky) zwischen dem 1. FC Nürnberg und 1899 Hoffenheim. Die Stars von Rekordpokalsieger Bayern München wollen sich zum Oktoberfest gegen Zweitligist Rot-Weiß Oberhausen keine Blamage erlauben. Auf eine erneute Party hofft Trainer Mario Basler mit Viertligist Eintracht Trier gegen Arminia Bielefeld.

Bochum hofft auf Befreiungsschlag im Derby

In Bochum ist Interims-Coach Frank Heinemann bemüht, vor dem Duell gegen Schalke Optimismus zu verbreiten. "Ich sehe die Lage positiv: Es ist ein Derby, das Stadion ist voll, und wir haben die große Chance, vieles wiedergutzumachen", sagte Heinemann dem SID: "Die Mannschaft kennt mich, und ich kenne das Team. Ich bin bereit, die Verantwortung zu übernehmen."

Dass Heinemann wohl nur eine Übergangslösung ist, stört das Bochumer Urgestein nicht. "Ich bin über 30 Jahre im Verein und durch und durch VfLer. Ich war immer hier und werde es immer sein, wenn der Verein mich braucht. Da spielt die Frage, was in zwei oder drei Wochen sein wird, für mich keine Rolle", sagte Heinemann.

Die Verantwortlichen um den mächtigen Aufsichtsratsvorsitzenden Werner Altegoer und Manager Thomas Ernst verteidigten die Trennung von Koller nach den lautstarken Fan-Protesten am vergangenen Samstag beim 2:3 in der Liga gegen den FSV Mainz 05 und blicken nach vorn. "Wir hoffen auf eine Befreiung in den Köpfen der Spieler", sagte Ernst, der bei der Suche nach einem neuen Trainer um eine "schnelle Lösung mit Qualität" bemüht ist.

Klamme Schalker bangen in Derbywoche um Kuranyi

Die Schalker, bei denen die Lage wegen finanzieller Probleme selbst unruhig ist, freuen sich auf den Derby-Doppelpack in Bochum und vier Tage später beim Erzrivalen Dortmund. "Wir wollen unbedingt ins Achtelfinale einziehen. Danach können wir mit Selbstbewusstsein nach Dortmund fahren", sagte Torhüter Manuel Neuer. Fraglich ist der Einsatz von Stürmer Kevin Kuranyi, der an einer Grippe leidet.

Trainer von Eintracht Trier: Mario Basler. (Foto: Getty)

Auch in Dortmund ist die Situation nach dem schwächsten Start seit 21 Jahren alles andere als ruhig. Klopp bewertete das 1:1 bei Hannover 96 als "kleinen Neuanfang", doch Spielmacher Tamas Hajnal weiß vor der Partie bei seinem Ex-Klub: "Selbstvertrauen können wir uns nur durch Siege zurückholen." Der KSC hat unter Neu-Trainer Markus Schupp wieder in die Erfolgsspur zurückgefunden.

RWO träumt vom Coup gegen die Bayern

Bei den Bayern fordert Vorstandsboss Karl-Heinz Rummenigge von seinen Stars eine "engagierte und konzentrierte Leistung", um eine böse Überraschung zu vermeiden. Nationalstürmer Miroslav Klose könnte von Trainer Louis van Gaal eine Chance in der Startelf bekommen. Oberhausen fühlt sich in der Rolle des Außenseiters pudelwohl. "Wenn wir nicht vom Sieg träumen würden, bräuchten wir nicht nach München fahren. In der Arena sind wir ja noch ungeschlagen", sagte RWO-Präsident Hajo Sommers. Allerdings ist Oberhausen erst einmal beim 1:1 bei 1860 München in der neuen Arena angetreten. In vier Pokalspielen gegen die Bayern zog man den Kürzeren, die Generalprobe in der Liga bei der SpVgg Greuther Fürth endete 0:4.

Der 1. FC Nürnberg hat Mut aus dem 1:2 im Derby in München für das Erstligaduell gegen Hoffenheim geschöpft. "Wir haben gesehen, dass wir auch gegen spielstarke Teams eine Chance haben. Wir wollen mit aller Macht gewinnen", sagte Club-Coach Michael Oenning. Doch Hoffenheim will die Erfolgsserie von drei Siegen in Folge und dem späten Sturmlauf beim 4:2 bei Borussia Mönchengladbach ausbauen.

Basler will nach Hannover auch Bielefeld ärgern

Die Gladbacher stehen nach dem Hoffenheim-Schock gegen den angeschlagenen MSV Duisburg vor einer vermeintlich leichten Aufgabe. Bei Rot Weiss Ahlen gibt Andreas Zimmermann nach der Entlassung von Stefan Emmerling gegen Fürth seinen Einstand als Chef-Trainer. Auf eine weitere Überraschung hofft Mario Basler mit Trier. "Wir haben noch kein Heimspiel verloren und in der ersten Runde gegen Hannover 96 einen Rückstand gedreht", äußerte "Super-Mario" und verkündete im Brustton der Überzeugung: "Wir sind gut genug, auch Bielefeld ein Bein zu stellen." (sid)

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