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DFB fordert schwule Bundesliga-Profis zu Coming-out auf

17.01.2012 | 17:44 Uhr
DFB fordert schwule Bundesliga-Profis zu Coming-out auf
DFB-Präsident Theo Zwanziger rief die homosexuellen Spieler auf, "den Mut zu haben, sich zu erklären".Foto: Hermann J. Knippertz/dapd

Hennef/Sieg.  Der DFB fordert die homosexuellen Spieler der Bundesliga auf, sich zu bekennen. Die Rahmenbedingungen für ein Coming-out des ersten prominenten Bundesligaprofis seien viel besser als noch vor einigen Jahren, sagte DFB-Präsident beim Dialogforum in der Sportschule Hennef..

Das Versteckspiel soll aufhören, die Zeit ist reif für ein „Coming-out“ der schwulen Fußball-Stars. Der Deutsche Fußball-Bund (DFB) mit dem Präsidenten Theo Zwanziger fordert die homosexuellen Spieler der Bundesliga auf, sich zu bekennen: Das war die zentrale Aussage beim Dialogforum mit dem Thema "Vor dem Ball sind alle gleich - sexuelle Identitäten im Fußball" in der Sportschule Hennef.

Zugleich bot der DFB eine Plattform für Kritik an Nationalmannschaftskapitän Philipp Lahm . Der Münchner hatte zu Wochenbeginn erklärt, dass die deutsche Gesellschaft noch nicht bereit sei für das Bekenntnis eines Fußball-Stars zu seiner Homosexualität. "Ich denke, es war ein Fehler von Philipp Lahm, das zu sagen", sagte Christine Lüders, Leiterin der Antidiskriminierungsstelle des Bundes. "Lahm sollte motivieren, outet euch, habt doch den Mut. Das wäre ein Signal gewesen."

Zwanziger rief die homosexuellen Spieler auf, "den Mut zu haben, sich zu erklären", ähnlich wie es Berlins Regierender Bürgermeister Klaus Wowereit vor einigen Jahren praktiziert hatte. "Klar ist, dass Mut nur der haben muss, der weiß, dass ihm Nachteile drohen", sagte Zwanziger. Es sei sicherlich schwierig, in einer Mannschaft seine Homosexualität preiszugeben. Aber die Rahmenbedingungen für ein Coming-out des ersten prominenten Bundesligaspielers seien viel besser als noch vor einigen Jahren, sagte der DFB-Präsident. Dass Lahm weiterhin Zurückhaltung empfiehlt, wollte Zwanziger nicht kritisieren. "Lahm ist einer der Tolerantesten und ist dafür schon ausgezeichnet worden. Wenn er die Situation so bewertet, verbietet sich mir, dies zu kritisieren", sagte Zwanziger.

Ex-NBA-Profi Amaechi kritisierte Lahm

Kritik kam aber von einem prominenten Teilnehmer der zweitägigen Arbeitstagung. Der frühere NBA-Basketballprofi John Amaechi sagte: "Lahm muss doch ein Vorbild sein in seinen Äußerungen, oder er muss den Mund halten." Amaechi, der 2007 seine Homosexualität in einem Buch publik machte und als Psychologe renommierte Firmen bei Antidiskriminierungs-Maßnahmen berät, warf dem Bayern-Spieler vor, er solle Fußball-Fans nicht als Argument benutzen, dass ein Spieler seine Homosexualität verbergen müsse. "Wenn ich ein Fan wäre, dann hätte ich die Nase voll davon, dass ich für engstirniges Verhalten verantwortlich gemacht werde", sagte der Brite. Die Fans seien viel toleranter als behauptet würde, sagte Amaechi. Professor Gunther Pilz, Fan-Forscher an der Universität Hannover, sieht das anders: in der Ultra-Kurve herrsche eine "Pöbel-Kultur". Pilz: "Das Schlimmste, was man dort sein kann, ist schwul."

Lahm, dem wie andere Nationalspieler gelegentlich unterstellt wird, er sei homosexuell, hatte in einem am Montag veröffentlichtem Interview erklärt: "Fußball ist wie früher Gladiatorenkampf. Sicher, Politiker können sich heute als Homosexuelle outen, aber die müssen auch nicht Woche für Woche vor 60.000 Zuschauern spielen und dann womöglich auch noch schlecht." Er bedauerte, dass betroffene Kollegen ihre Homosexualität verstecken müssten: "Es ist schade, dass es so ist. Aber so schätze ich das ein: Ich glaube nicht, dass die Gesellschaft schon so weit ist, schwule Profi-Fußballer als etwas Selbstverständliches zu akzeptieren, so wie es in anderen Bereichen bereits möglich ist." Diesen Standpunkt hatte er bereits in seinem vor einigen Monaten veröffentlichen Buch vertreten.

DFB für Engagement gelobt

Der Brite Amaechi räumte ein, dass er selbst in der US-Profiliga der Basketballer niemals Karriere hätte machen können, wenn er sein Coming-out schon als aktiver Spieler vollzogen hätte. Der 41-Jährige zeigte sich erstaunt über die Offenheit, mit der der DFB die Problematik von Schwulen und Lesben angehen würde. Sport stecke in dieser Frage noch "im Dinosaurier-Zeitalter". In der Wirtschaft seien viele Unternehmen viel weiter im Kampf gegen Diskriminierung von Minderheiten. Unternehmen achteten bei ihrem Sportsponsoring darauf, dass Vereine wirklich entschieden gegen Diskriminierung auftreten.

Amaechi lobte den DFB für seinen Engagement: "Der britische Fußball liegt im gesellschaftlichen Bereich viel weiter zurück. Er ist noch in der Neandertaler-Zeit." Christine Lüders betonte die Verdienste des DFB-Präsidenten, der Anfang März zurücktreten will und von Wolfgang Niersbach abgelöst werden soll : "Wir brauchen viele Zwanzigers. Wir sind froh, dass er das Thema so angetrieben hat. Ich hoffe, dass sein Nachfolger in seine Spuren tritt." (dapd)

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Kommentare
21.03.2012
14:52
DFB fordert schwule Bundesliga-Profis zu Coming-out auf
von Danzel | #33

und in wie fern hilft dem spieler das besser zu spielen?
er wird in den medien eh durch den dreck gezogen werden.

wer mit wem, oder was wer gerne für praktiken macht hat d9ch das gemeine volk nicht zu interesseieren. in dem fall ist doch die leistung auf dem fußballplatz wichtig. und wie die jungs dann unter der dusche feiern ist doch dann deren sache.
also meiner meinung nach braucht da wieder jemand aufmerksamkeit und naja es funktioniert

18.01.2012
19:24
DFB fordert schwule Bundesliga-Profis zu Coming-out auf
von lightmyfire | #32

Alles Menschen wie Du und ich und das nicht nur vor dem Ball. Die sexuelle Orientierung spielt auch im Fußball keine Rolle. Ein Coming-out entscheidet jeder Schwule für sich. Leben und leben lassen das ist meine Devise.

18.01.2012
14:31
Pase_Lacki | #30.....
von soistdas1904 | #31


wer ist geraden am Bahnhof in China und kann mir sagen ob mein Fahrread mit Reis noch da Steht oder ist es etwa umgefallen.......

Ach, ich weiß, ich muss den Theo anrufen der müsste mir helfen können....


BoooAAAAH gehts noch?!

ENJOYYYYYYYYYYYYYYY!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!

18.01.2012
13:09
DFB fordert schwule Bundesliga-Profis zu Coming-out auf
von Pase_Lacki | #30

Auf der einen Seite fänd ich ein "Coming-Out" schwul-lebsicher Sportstars nicht schlecht, alleine schon, weil sie dadurch Jugendlichen in deren oftmals schwieriger Phase des Selbsterkennens der Homosexualität als Vorbild dienen können. Gerade in ländlichen Gebieten wird es für Jugendliche sehr schwierig, wenn sie sich der eigenen Sexualität bewusst sind, dies nach aussen zu transportieren. Vielleicht könnte da ein gut angesehender Fussball-Nationalspieler das Ganze ein wenig auflockern.
Andererseits denke ich, geht es keinen Menschen was an, wer mit wem wann wie lange wo im Bett rumgeturnt hat, solange es nicht gegen das Gesetz verstößt. Oder könnte sich einer vorstellen, beim Bewerbungsgespräch über die Häufigkeit des Anal- und Oralverkehrs Auskunft zu geben? Ich mir schwerlich, wenn auch vielleicht die Antwort für den oder die Personalchefs ganz interessant sein könnte.

18.01.2012
12:38
DFB fordert schwule Bundesliga-Profis zu Coming-out auf
von MS1971 | #29

also ich lese hier antworten und bin erschrocken,kommentar von weseler was meinen sie "mit solchen leuten" wir reden hier über menschen,es scheint mir sie gehören auch zu menschen die etwas stark intolerant sind.

ich arbeite als hetero mit homosexullen menschen zusammen und "das ist auch gut so".

kommen wir nun zu hr.zwanziger und hr.lahm, also hr.lahm hat vollkommen recht es nicht öffentlich zu machen denn in deutschen stadien werden ja auch hetero schiedsrichter als "schwule s..e" beschimpft, was soll dann mit den "echten homosexuellen" passieren werden diese dann 90 min nur beschimpft, vor jahren hat man es doch auch gesehen und gehört wie man mit ausländischen spieler hier umgesprungen ist. gerade "dunkelhäutige menschen" wurden beschimpft. und wenn man die presse verfolgt ist das heute in unteren liga immer noch der fall, die sogenannten "fussballfans" die das machen haben leider wenig im kopf!
da habe ich doch die tage gesehen wie man im dschungelcamp darüber sprach und ailton sagte er kenne 3-4 spieler die sich "geoutet" haben und siehe da die mannschaftskollegen in den vereinen können damit gut leben "und das ist auch gut so".
das einzige was mir zum thema fussball als "reizthema" wäre, sind die gehälter die dort bezahlt werden und die spieler teilweise nichts dafür leisten! wer mit wem wo wann im bett liegt das juckt mich nicht aber warum erhält ein spieler millionengehalt obwohl er 4x im monat für 90 min arbeiten geht (ok nationalmannschaft mehr,pokale mehr) aber wir anderen bürger gehen jeden tag 8 std arbeiten und haben 2 freie tage in der woche und bekommen dafür keine millionengehälter!

1 Antwort
DFB fordert schwule Bundesliga-Profis zu Coming-out auf
von Pase_Lacki | #29-1

Ich nehme nur mal Bezug auf Ihren letzten Absatz: Ein Profi-Fussballer hat meistens pro Woche gar keinen Tag frei und je nach Verein ebenfalls ein 8-Stunden-Tag. Dazu oftmals für 2 Tage auswärts schlafen zur Vorbereitung und je nach Jahr (EM, WM, Pokal etc.) haben die noch weniger Urlaubstage als ich. Allerdings wird dies natürlich mit einigen Millionen im Jahr für einige versüsst (nicht jeder Spieler in der Bundesliga verdient Millionen im Jahr, es gibt auch viele mit einem Verdienst von 30 - 50000 Euro im Monat, was natürlich immer noch reichlich ist). Im großen und ganzen kommt ein Fussballprofi auf weitaus mehr als 55 Stunden/Woche inkl. Samstag und Sonntag.

18.01.2012
12:30
DFB fordert schwule Bundesliga-Profis zu Coming-out auf......
von soistdas1904 | #28

wann ist der DEPP Zwanziger endlich out. Das ist nicht mehr zu ertragen wie dieser selbsternanter PAPPA-Fußball in Dinge einmischt die niemand ausser TZ nachfragt. Wie sich TZ verhält hat man ja im Fall Amerell gesehen.

Tschüss THEO und oute Dich mal selber!!!!

Glückauf !! Es gibt nur ein Ruhrgebiet !!

18.01.2012
12:20
wer sich zu seiner lebensform
von marianus | #27

bekennt,sollte tunlichst darauf achten wo er dies verkündet.leider ist es so,dass für nicht wenige leute die lebensform wichtiger ist wie anstand,charakter und wohlverhalten.vor allem;herr zwanziger,soll doch keine augenwischerei betreiben.als wenn die einzelen manschaften nicht wüssten wer wen und wie liebt.es wird zum selbstschutz geschwiegen.mich persönlich interessiert es überhaupt nicht wer welche lebensform hat,ob politiker oder fussballer oder in meinem bekanntenkreis.wichtig ist einzig und alleine die menschlichkeit,welchen vielen "normalen" abgeht.normal extra in anführungsstrichen,denn was ist normal?

18.01.2012
12:09
DFB fordert schwule Bundesliga-Profis zu Coming-out auf
von SOLO | #26

@25
Sie haben ja schon viele dumme Kommentare hier abgegeben. Aber dieser war mit Abstand die saudümmste und zeigt mal wieder, wessen Geistes Kind Sie sind!

18.01.2012
11:22
DFB fordert schwule Bundesliga-Profis zu Coming-out auf
von weseler | #25

schlimm. wenn ich bedenke, dass unser guter, alter Fußball mit solchen Leuten unterwandert ist.....

was muss der Manndecker früherer Zeiten denken, wenn er heute sowas liest...

18.01.2012
11:18
DFB fordert schwule Bundesliga-Profis zu Coming-out auf
von jokilobi | #24

Homosexuell, lesbisch, hetero, anders oder normal, gesund oder gehandicapt......
Was muss ich über eine/n Sportler/in wissen? Ist sie/er in ihrem/seinem Sport versiert oder nicht. Das Privatleben hat mich einfach nicht zu interessieren. Und dazu zählt auch die Sexualität.

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