Das aktuelle Wetter NRW 13°C
DFB-Pokal

DFB ermittelt gegen Chemnitz nach Rassismus und Rauchbombe

20.08.2012 | 21:47 Uhr
DFB ermittelt gegen Chemnitz nach Rassismus und Rauchbombe
Pssst! Dresdens Stürmer Mickael Pote jubelt nach seinem Treffer zum 2:0 still dem Chemnitzer Publikum entgegen.Foto: imago

Chemnitz.  Einige Chemnitzer Anhänger präsentierten sich bei der 0:3-Niederlage gegen Dynamo Dresden in der ersten DFB-Pokalrunde als erbärmliche Gastgeber: CFC-Fans zündeten Rauchbomben, das Sachsenderby musste unterbrochen werden. Zudem wurde Dynamo-Stürmer Mickael Pote rassistisch beleidigt.

Rauchbomben und Rassismus - beim Sachsenderby in der ersten DFB-Pokalrunde zwischen dem Chemnitzer FC und Dynamo Dresden (0:3) hat der Fußball wieder einmal seine hässliche Fratze gezeigt. Die Chemnitzer Chaoten haben ihrem Klub einen Bärendienst erwiesen, denn ihr Fehlverhalten dürfte den Drittligisten teuer zu stehen kommen. Der Deutsche Fußball-Bund (DFB) leitete am Dienstag offiziell Ermittlungen wegen des Zündens von Rauchbomben und dem Vorwurf der rassistischen Beleidigungen gegen Dynamo-Stürmer Mickael Pote ein. Chemnitz droht eine saftige Geldstrafe.

Der dunkelhäutige Pote wurde mit Affengeräuschen verunglimpft, die er zunächst mit Applaus und einer Affengeste hämisch kommentierte. Nach seinem Treffer zum 2:0 (42.) legte er den Finger auf seinen Mund, um die Unbelehrbaren zum Schweigen zu bringen. "Ich kann das nicht nachvollziehen. Wir sind doch bei einem Fußballspiel und nicht im Zirkus", sagte Pote hinterher.

Pote dankt "richtigen Fans"

Auf seiner eigenen Facebook-Seite bedankte sich der im französischen Lyon geborene Angreifer, dessen Eltern aus Benin stammen, für die Unterstützung der "richtigen Fans". Zudem forderte er die Ligaverantwortlichen zum Handeln auf: "Ich hoffe, dass die Liga über den Fall nachdenkt, vielleicht für die anderen Spieler, die auch Opfer solcher Sachen sind", schrieb der vor seiner Vertragsverlängerung bis 2015 auch von Bundesligaklubs umworbene Stürmer.

Das forderte auch Dynamo-Präsident Andreas Ritter. "Da muss eingeschritten werden, ansonsten führt es uns in eine Sackgasse. Das war des deutschen Fußballs unwürdig", sagte Ritter.

Polizei stellt einen Verdächtigen

Das Spiel wurde auch von einer anderen Sache überschattet. In der 58. Minute musste Schiedsrichter Markus Schmidt die Partie für vier Minuten unterbrechen, weil CFC-Anhänger Rauchbomben auf das Spielfeld geworfen hatten und die Sicht beeinträchtigt war. Doch damit hatten sie ihrem Team nur geschadet, denn der Vorfall ereignete sich ausgerechnet in der Drangphase der Gastgeber. Nach der Zwangspause übernahmen wieder die Gäste das Kommando.

Nach dem Wurf einer Rauchbombe wurde das Spiel in der 58. Minute für vier Minuten unterbrochen.Foto: imago

Chemnitz-Trainer Gerd Schädlich war deswegen richtig sauer: "Die Aktion war genauso dumm wie wir in der ersten Halbzeit gespielt haben." Die Polizei nahm einen 23 Jahre alten Verdächtigen vorübergehend fest. Gegen ihn laufen Ermittlungen wegen des Verdachts der gefährlichen Körperverletzung.

Ausschreitungen zwischen Fangruppierungen blieben aus

Der Verein distanzierte sich von den Krawallmachern und hält sich mögliche Regressansprüche gegen die Täter vor. "Diejenigen, die ermittelt werden, werden die Tat bitter bereuen. Wir werden alle uns zur Verfügung stehenden Mittel ausschöpfen und null Toleranz zeigen", sagte CFC-Vorstandschef Mathias Hänel: "Die Personen, die sich so benommen haben, sind für mich Kriminelle und keine Fans."

Zu einer Eskalation war es auch deshalb nicht gekommen, weil die Dresdner Fans sich nicht provozieren ließen. "Kompliment an unsere Fans, die nicht auf diese Aktionen eingegangen sind", sagte Dynamo-Trainer Ralf Loose. Erneute Ausschreitungen der Dresdner hätten womöglich fatale Folgen gehabt. Der Klub steht seit der Randale vor zehn Monaten im Pokalspiel bei Borussia Dortmund unter besonderer Beobachtung. (sid)


Kommentare
20.08.2012
22:46
Chemnitz-Fans verunglimpfen Dresdens Pote mit Affenlauten
von linther | #1

Hat jemand was Anderes erwartet?
Ich rechne gerade zusammen, was ich in den letzten Jahren an Soli abgedrückt habe.
Pote wird ebenso glücklich sein, den zu zahlen.

Aus dem Ressort
Pierre De Wit will sich seinen Platz beim MSV erarbeiten
De Wit
Dass der Stellvertreterposten nicht automatisch ein Freifahrtschein für den Ligabetrieb ist, musste Pierre De Wit bereits beim Auftakt in Regensburg feststellen. Dort musste er zunächst auf die Bank und Tim Albutat den Vortritt lassen. „Ich muss mir meinen Platz erarbeiten“, sagt „Piero“.
Stürmer Lukaku für 35 Millionen Euro nach Everton
Fußball
Der FC Everton hat mit einem Vereins-Transferrekord Belgiens Nationalstürmer Romelu Lukaku vom FC Chelsea verpflichtet.
Argentinischer FIFA-Vizepräsident Grondona tot
Fußball
Der FIFA-Vize und Präsident des argentinischen Fußballverbandes AFA, Julio Humberto Grondona, ist tot. Entsprechende Medienberichte bestätigten Verbandssprecher Andres Ventura der Nachrichtenagentur dpa und auch Südamerikas Fußball-Verband CONMEBOL.
Reck macht Rensing zu Fortunas Nummer 1 - Bolly angeschlagen
Fortuna
Am Freitag startet die 2. Fußball-Bundesliga in ihre 41. Saison. Fortuna Düsseldorf eröffnet das Rennen um die Aufstiegsplätze gegen Bundesliga-Absteiger Eintracht Braunschweig. Michael Rensing ist als Starttorhüter festgelegt. Aber Reck muss um den leicht verletzten Mathis Bolly bangen.
RWE vor dem Saisonstart - Zwischen Bedenken und Vorfreude
Fußball-Regionalliga
Auch RWE-Trainer Marc Fascher fiebert dem Saisonstart am Freitag an der Hafenstraße gegen die Sportfreunde Lotte entgegen. Bis dahin muss er sich in der Torhüterfrage entscheiden und den Kapitän bestimmen. So oder so - Fascher erwartet ein "intensives Spiel".
Umfrage
Wer war der Beste von Jogis Jungs bei der WM in Brasilien?

Wer war der Beste von Jogis Jungs bei der WM in Brasilien?