Deutsche U21 hat jede Menge Luft nach oben

Horst Hrubesch, der Coach der deutschen U21-Nationalmannschaft, bleibt trotz des mäßigen Starts ins Turnier optimistisch.
Horst Hrubesch, der Coach der deutschen U21-Nationalmannschaft, bleibt trotz des mäßigen Starts ins Turnier optimistisch.
Foto: imago
Die deutsche U21 enttäuschte beim EM-Auftakt gegen Serbien. Trainer Hrubesch bleibt Optimist

Prag.. Es war ein sonderbarer Satz, den Horst Hrubesch, der Coach der deutschen U21-Nationalmannschaft, nach dem Abpfiff sagte: „In der zweiten Halbzeit sind wir im Turnier angekommen.“ 1:1 hatte seine Mannschaft gegen Serbien gespielt, sie hatte einen frühen Rückstand durch Filip Djuricic (8.) schnell ausgeglichen. Und doch war ihr Spiel nicht das des Favoriten, als der sie zur EM gefahren ist.

Behäbig, langsam, unsicher in den Kombination und weitab von jeder Spannung, die eine Turniermannschaft auszeichnet: Nur beim Ausgleich war für einen Augenblick – aber auch nicht länger – zu erkennen, was in diesem Team steckt. Ein Ball von Amin Younes spielte Kapitän Kevin Volland auf Emre Can, der ihn sich auf den schussstarken Fuß legte und aus der Drehung vollendete (17.). So wurde zumindest größerer Schaden abgewendet.

Häufig ist diese Mannschaft mit jenem Team verglichen worden, das 2009 in Schweden U21-Europameister wurde. Aber das waren damals keine gewöhnlichen Junioren. Es war der Kern jenes Teams, das 2014 in Rio de Janeiro Weltmeister wurde, der Ausnahmejahrgang mit Mats Hummels, Sami Khedira, Benedikt Höwedes, Jerome Boateng, Mesut Özil und Manuel Neuer. Und natürlich sind Parallelen da. Wo damals Manuel Neuer im Tor stand, da ist es heute Marc-Andre ter Stegen. Wo damals Sami Khedira im Mittelfeld spielte, ist es heute Emre Can vom FC Liverpool. Als Spielgestalter steht heute der Schalker Max Meyer dort, wo ehedem der Ex-Schalker Mesut Özil wirkte. Der Trainer ist der gleiche. Und auch damals startete die Mannschaft rumpelig in das Turnier.

Vergleich zum Team von 2009

Aber möglicherweise lag in der Unfertigkeit des 2009er-Jahrgangs auch die Chance. Die Spieler standen noch am Anfang ihrer Entwicklung. Zudem ging die Mannschaft damals nicht als Favorit ins Turnier. Wer die deutschen Spieler nun nach dem Abpfiff gegen Serbien erlebte, der sah sich eher an eine routinierte Bundesliga-Truppe erinnert, die versuchte, ein schlechtes Spiel abzuhaken.

Und so kommt es, dass es schon am Samstag gegen Dänemark in Prag um die Vorentscheidung geht. Horst Hrubesch ist dennoch zuversichtlich: „In der zweiten Halbzeit ging‘s.“ Und: Ein solcher Auftakt lässt viel Raum für Steigerungen.