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Deutsche Fußballwelt lässt Outing nicht zu

14.09.2012 | 14:10 Uhr
Deutsche Fußballwelt lässt Outing nicht zu
Im Gegensatz zu Bundeskanzlerin Angela Merkel und Uli Hoeneß sieht Bayern Münchens Trainer Jupp Heynckes nach wie vor Probleme, sollte sich ein Profi-Fußballer in Deutschland offen zu seiner Homosexualität bekennen.Foto: imago

Essen.  Die höchsten Ämter Deutschlands schalten sich in die Debatte um das Outing von homosexuellen Fußball-Profis in Deutschland mit ein. Angela Merkel, Uli Hoeneß und Wolfgang Niersbach ermutigen schwule Spieler zum Coming-Out. Aber die Zeit dafür ist noch nicht reif - im Gegenteil. Ein Kommentar.

Die Bundeskanzlerin spricht, der Bayern-Präsident glaubt und der DFB-Präsident bietet Hilfe an. Die Reaktionen auf das am Mittwoch publizierte Interview mit einem schwulen Bundesliga-Profi im Magazin "Fluter" der Bundeszentrale für politische Bildung kommen aus den höchsten Ämter Deutschlands. Die Ermutigungen aus Politik und Sport sind gut gemeint, aber nicht bis zum Ende gedacht.

Wenn Angela Merkel sagt, wir leben in einem Land, in dem Schwule "eigentlich" nichts zu befürchten haben, verwässert sie nicht "uneigentlich" ihre Aussage?  Uli Hoeneß kann sich "nicht vorstellen, dass ein schwuler Spieler mit unseren Fans Probleme bekommt." Dabei brachen bei der Verpflichtung eines gewissen Nationaltorwarts fast alle Dämme in München. Aufgeknöpfte Schalke-Puppen im Manuel-Neuer-Dress waren nicht mal die Spitze des Eisbergs.

DFB kann die Stadien nicht kontrollieren

Fußball
Kontroverse Diskussionen nach Outing eines schwulen Profis

Auf einem Portal der "Bundeszentrale für politische Bildung" erschien ein Interview mit einem schwulen Fußball-Bundesligaspieler, der sich anonym outete. Das wird kontrovers diskutiert. Die Reaktionen fielen unterschiedlich aus.

Auch die Geste von Wolfgang Niersbach ist nett gedacht. Mehr aber nicht. "Sollte sich ein Spieler öffentlich als homosexuell outen wollen und dabei die Unterstützung des DFB benötigen, so wird unser Verband jegliche Hilfe anbieten." Aber wie will der Verband helfen? Stadionverbote aussprechen? Nein, selbst der weltgrößte Sportverband kann die Reaktionen des Publikums auf den Rängen nicht kontrollieren. Es gelingt der Liga nicht einmal, die "Randgruppen" in den Griff zu bekommen - weder beim Thema "Bengalos" oder "Rauchbomben", noch bei den Nazi-Plakaten oder den schwulenfeindlichen Bannern. Im Fall "Pezzoni" waren nicht nur dem 1. FC Köln die Hände gebunden.

Natürlich wurde mit dem anonymen Outing die Debatte angeschoben, wie damals, als "Aktion-libero" ins Leben gerufen wurde. Aber die Debatte wird auch wieder abebben. Eins ist doch sicher: So lange sich die Situation mit aggressiven Fans, Ultra-Gruppierungen und Gewaltszenen in der ach-so-heilen Fußballwelt nicht wesentlich verbessert - und das Gegenteil ist der Fall - ist an ein Outing von homosexuellen Bundesliga-Profis nicht zu denken.

David Nienhaus


Kommentare
15.09.2012
07:49
Deutsche Fußballwelt lässt Outing nicht zu
von Hugo60 | #10

Da würde ja eine Welt zusammenbrechen, wenn der geliebte Superstar schwul wãre.
Nee, nee, so flexibel im Denken sind ja selbst die nicht, die sich vom Pöbel und von der Unterschicht abheben wollen.

Ob jemand gleichgeschlechtlich liebt oder standardmãßig, ja oder ob sogar jemand beidseitig bespielbar ist, scheint ja genauso interessant zu sein, wie Bettina Wulffs Leben.
Ob die sich von unserem Bundesprãsi auch von hinten hat nehmen lassen?

14.09.2012
23:14
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Name von Moderation entfernt | #9

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3 Antworten
Deutsche Fußballwelt lässt Outing nicht zu
von Erpunktkapunkt | #9-1

Als Therapeuten, um Menschen wie ihnen klarzumachen, dass an den ersten beiden sexuellen Neigungen nichts verwerfliches und krankes dran ist und auch nicht in einem Atemzug mit Paedophilie genannt werden sollte.

Deutsche Fußballwelt lässt Outing nicht zu
von Timmy | #9-2

Sie würden gut nach Malaysia passen, YueksI:

http://www.heise.de/tp/blogs/6/152779

Deutsche Fußballwelt lässt Outing nicht zu
von snafuprinzip | #9-3

@Yueksl:

Also wirklich, statt einfach mal froh zu sein, dass der Staat für Leute wie sie hinreichend Therapieplätze zur Verfügung stellt, wird immer nur gemeckert. Keine Sorge, doitsches Trolltum ist therapierbar, selbst in diesem zugegebenermassen extremen Falle.

Schönen Gruß,
snafu.

14.09.2012
22:17
Deutsche Fußballwelt lässt Outing nicht zu
von T.Findteisen | #8

Wenn "schwul sein normal wäre", bräuchte man nicht darüber schreiben? Ach, was wird doch den ganzen Tag lang in allen Medien über das allzu Zwischenmenschliche unserer Heterosexuellen Prominenten geschrieben und gesprochen! Scheint wohl auch nicht ganz normal zu sein ...

14.09.2012
22:06
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Name von Moderation entfernt | #7

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3 Antworten
Deutsche Fußballwelt lässt Outing nicht zu
von snafuprinzip | #7-1

Und was bitte schön bedeutet ihrer Meinung nach Homophobie sonst, ausser, dass man eine nicht logisch begründbare Aversion gegen schwule und lesbische Mitmenschen hat?
Ekel beruht auf einer diffusen Angst, dass sich etwas auf das eigene Leben negativ auswirken könnte.

Ich finde das trifft auf ihre Schilderung ziemlich genau zu, oder warum ekeln sie sich davor? Damit etwas Ekel auslösen kann muss es ja erst einmal, vielleicht auch unterbewusst präsent sein und Angst auslösen.

Schönen Gruß,
snafu.

Deutsche Fußballwelt lässt Outing nicht zu
von Erpunktkapunkt | #7-2

Also, wenn sich Fußballspieler nach einem Tor gegenseitig bespringen, dann sind das echte Maenner, die im Team einen Erfolg erzielt haben. Ist unter diesen dann ein Schwuler, dann ist das eklig oder wie?

Sinn?

Wenn sie Schwule eklig finden, bedeutet es doch lediglich, dass sie sich ihre sexuellen Handlungen im Geiste vorstellen koennen... Lockt da vielleicht ein untedruecktes Verlangen? Immer raus damit.

Im uebrigen zwingt sie niemand dazu sich homosexuelle Erotikfilme anzuschauen und wenn ein schwules Paerchen an ihnen vorbeilaeuft, dann schauen sie doch einfach weg.

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Name von Moderation entfernt | #7-3

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14.09.2012
20:53
Wenn...
von mspoetnik | #6

...schwul sein normal wäre,
bräuchte man nicht darüber berichten.-
Meinten Sie das,orirar?

14.09.2012
19:20
Deutsche Fußballwelt lässt Outing nicht zu
von orirar | #5

Wenn schwul sein normal ist brauchte man nicht darüber zu schreiben.

14.09.2012
18:58
Deutsche Fußballwelt lässt Outing nicht zu
von knutknutsen | #4

Schul am Nicht-Outen schwuler Fußballer sind also wieder "agressive Fußballfans und Ultras".
Ich kann es nicht mehr hören.
Statistisch war es seit Jahrzenten nicht mehr so sicher ins Stadion zu gehen.
Was sich verändert hat ist nicht das Verhalten von Fußballfans sondern das der Medien.
Jeder Einsatz von Pyrotechnik, der früher entweder ignoriert wurde oder sogar als "südländische Stimmung" bejubelt wurde wird heute in den Medien ausgeschlachtet bis zum geht nicht mehr.
In den Foren schreiben sich die Empörten die Finger heiß.
Was haben die Proteste gegen den Tabubrecher Manuel N. mit einem möglichen Verhalten gegenüber schwulen Profis zu tun? Nichts!
Soll sich mal einer outen, ich sage das Thema wird zu heiß gekocht. Alles nur Spekulation, in der Fußballfans schlechter wegkommen als sie sind.
Das Stadion ist keine Insel mehr, keine "heile" Männerwelt. Es gibt mehr weibliche Fußballfans als je zuvor, schwule Fanclubs mit denen niemand ein Problem hat.
Das Mittelalter ist vorbei!

14.09.2012
18:49
Deutsche Fußballwelt lässt Outing nicht zu
von dummmberger | #3

Was ist so schlimm daran, wenn ein Fußballer Männer liebt?

Auch im Frauenfußball soll es ein paar Spielerinnen geben, die auf Männer stehen.

14.09.2012
18:25
Deutsche Fußballwelt lässt Outing nicht zu
von bochumuli | #2

Als der TSV (jetzt Spfr) Siegen noch national eine fest Grösse war,wusste jeder,daß da einige Lesben im Kader waren.
Niemand nahm da Anstoss.
Wenn ich denn schwul wäre,würde ich mich outen und nicht rumjammern.
Bestimmt ist das Rassismusthema wichtiger...oder ob Löw nun gelb,blau oder pink trägt
Oder gar ein weisses Unschuldshemdchen..

14.09.2012
17:46
Deutsche Fußballwelt lässt Outing nicht zu
von 1932 | #1

Ich glaube auch nicht,dass in diesem Land der absoluten Toleranz so etwas möglich ist.
Man muss sich doch teilweise nur anhören was der Pöbel schreit...
Ich hatte mal eine Begegnung der 4Art,in einem Gespräch mit einem deutschstämmigen blonden der mir erzählte was das wichtigste für Ihn ist, es sei "Respekt" und als ich nachfragte,was er genau damit meine,sagte er na Respekt eben Aldder. Jo

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