Der letzte Ausweg für Bayer Leverkusen
21.04.2009 | 17:35 Uhr 2009-04-21T17:35:00+0200
Leverkusen. Bayers Weg in den Europapokal führt nur über den DFB-Pokal. In Düsseldorf wartet am Dienstag der FSV Mainz 05 im Halbfinale auf die Werkself.
Bruno Labbadia hat eine ungewöhnliche Entscheidung getroffen. Der Trainer von Bayer Leverkusen hat beschlossen, sich und seine Mannschaft für drei Tage aus der Bundesliga abzumelden. „Wir stehen im Halbfinale des DFB-Pokals, für die Jungs ist das ein großes Erlebnis, wir müssen das mit Freude angehen“, fordert Labbadia vor der Partie gegen Mainz 05 (20.30 Uhr/ARD).
Holzhäuser sieht Probleme aufziehen
Alles, was mit der quälenden Rückrunde in der Liga zu tun hat, belastet nur. Deshalb wird es verdrängt. „Wir sind voll auf Mainz fokussiert”, entgegnet Labbadia auf die vielen Fragen nach der Vergangenheit und der Zukunft. „Wir wollen zwar auch ins internationale Geschäft, aber in erster Linie wollen wir ins Finale.” Nur über den Umweg DFB-Pokal kann der sportliche Weg des Werksklubs noch in den Europapokal führen. Scheiden die Rheinländer aus, „haben wir Probleme”, sagt Geschäftsführer Wolfgang Holzhäuser.
Verhandlungen mit neuen Spielern fallen schwerer, während die gegenwärtigen Leistungsträger, die teilweise um die WM-Teilnahme 2010 spielen, sich fragen müssten, ob ein weiteres Jahr in Leverkusen ohne internationale Auftritte der Karriere zuträglich ist. Außerdem beziehen die Leverkusener im Sommer eine erweiterte und modernisierte Arena.
Verkappte Kritik an Trainer Labbadia
Hier müssen Werbeflächen vermarktet werden, mit dem neuen Stadion sollen zusätzliche Zuschauerpotenziale erschlossen werden. Eine weitere Saison ohne Europapokal würde die Refinanzierung der für rund 70 Millionen Euro erneuerten Arena erschweren.
Rudi Völler ist da weniger versiert im Verdrängen. Der Sportdirektor spricht angesichts weitreichender Konsequenzen vom „Spiel des Jahres”, in dem es – zumindest in der öffentlichen Diskussion – auch um die Zukunft Labbadias geht. Holzhäuser lässt keine Gelegenheit aus, zu betonen, dass er den gegenwärtigen Kader für „den besten der vergangenen drei, vier Jahre“ halte, nur spiegle sich das nicht in der Tabelle wider.
Solche Aussagen sind eine verkappte Kritik an Labbadia. Noch steht der Trainer nicht zur Disposition. Mit einer Niederlage gegen Mainz kann sich das aber schnell ändern, schließlich ist Michael Skibbe, Labbadias Vorgänger, im vorigen Sommer nach einer weniger enttäuschenden Saison entlassen worden. „Es ist ein Endspiel”, weiß Labbadia.
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