Der gläserne Profi in der Fußball-Bundesliga
08.08.2011 | 21:01 Uhr 2011-08-08T21:01:11+0200
Essen. Seit Beginn dieser Saison gibt es nichts mehr, was auf dem Feld nicht statistisch erfasst wird. Neu ist, dass alle Akteure von stationären Kameras verfolgt werden, die in allen Stadien auf Höhe der Mittellinie unterm Stadiondach angebracht sind.
Die Wahrheit liegt im Fußball immer noch auf dem Platz. Dort entgeht den vielen Fernsehkameras bei einem Bundesligaspiel kaum etwas – keine Finte, kein Foul; kein Handstreich, kein Handspiel, das sich später nicht in der Superzeitlupe sezieren lässt. Neu ist allerdings seit dieser Saison, dass alle Akteure der 1. und 2. Liga auch von zwei stationären Kameras verfolgt werden, die in allen Stadien auf Höhe der Mittellinie wettergeschützt unterm Stadiondach angebracht sind.
Zudem rollt zu jeder Partie ein vollgeladener Kombi an, in dem sich ein aus drei Rechnern bestehendes Analysesystem befindet, das vier Stunden vor Anpfiff installiert und kalibriert wird. Alles für eine Überwachung, die zum einen den Vereinen, zum anderen aber auch den Berichterstattern und den Fans neue Einblicke ermöglicht. Wer läuft wohin und wie viel? Wer ist schnell, wer ist langsam unterwegs? Wer gewinnt, wer verliert die meisten Zweikämpfe?
Bei der Ausschreibung der Deutschen Fußball-Liga, die Spieldaten zu erheben, erhielt die Firma Impire AG den Zuschlag, die diese Statistiken und Grafiken wiederum nun vermarkten darf. So präsentieren neuerdings einige Medien Teile der Statistiken und Grafiken vom DFL-Datenerfasser. Dabei geht es nicht mehr nur ums so genannte Scouting, also Ballbesitz, Ballkontakte, Torschüsse und Zweikämpfe, sondern der Mehrwert rührt aus Daten wie Laufleistung, Laufwege und Laufgeschwindigkeit. Die Veröffentlichung im Internet in detaillierter Einzelauswertung oder 3D-aninimiertem Bewegungsprofil lässt die Protagonisten für alle zu gläsernen Darstellern werden. Die Vereine bekommen die Datenpakete kostenlos.
Einzelauswertungen für BVB-Profis
Impire mit seinen 60 Vollzeit- und 180 Teilzeitmitarbeitern baut jetzt die größte Datenbank der Bundesliga auf. „Mit Hilfe der Software lassen sich etwa nur die relevanten Flankenläufer herausfiltern“, sagt Impire-Mann Tim Schober, „mehr als die Hälfte der Profiklubs arbeitet mit uns zusammen.“ So fordert der FC Bayern regelmäßig detaillierte Profile über die kommenden Gegner an, bei Borussia Dortmund werden die Profis seit längerem mit Einzelauswertungen konfrontiert. Jürgen Klopp, der Trainer des Jahres, lässt sich wie viele Kollegen die Zahlenkolonnen mundgerecht aufbereiten.
An seinem Team lassen sich die subjektiven Eindrücke besonders anschaulich mit objektiven Fakten unterfüttern. Sven Bender lief im Eröffnungsspiel 12,87 Kilometer, Lukasz Piszczek schaffte eine Höchstgeschwindigkeit von 32,69 Kilometern pro Stunde, bei Mario Götze kamen nicht nur neun von zehn Pässen an, sondern er war auch noch überall zu finden, wie die bunte Grafik seiner Laufwege verriet. Unter dem Strich hatte Dortmunds Team 124,7 Kilometer, der Hamburger SV nur 113,7 Kilometer zurückgelegt.
Mit der neuen Methodik geraten nicht nur Spieler durchsichtiger, sondern auch Entscheidungen der Trainer. Marco Kurz vom 1. FC Kaiserslautern lag etwa richtig damit, seinen Offensivmann Richard Sukuta-Pasu bei Werder Bremen (0:2) bereits zur Pause auszuwechseln: Der hatte bis dahin nur zwölf Ballkontakte und gewann zwei von 21 Zweikämpfen. Dummerweise macht es der eingewechselte Itay Shechter kaum besser, der Israeli entschied ganze zwei seiner 14 Duelle für sich. So aussagekräftig sind nicht alle Werte: Schalkes Christian Fuchs gewann beeindruckende 83,3 Prozent seiner Zweikämpfe. Aber der Außenverteidiger zog vor zwei Gegentoren den Kürzeren.
04:50
#6
der mit dem Lotto Jackpott war gut....ha ha ha!
Das Runde muss ins Eckige! Das allein ist wichtig.
Ballbesitz und Laufstrecken sind dabei egal!
15:41
Man kann ja alles Neue ins Lächerliche ziehen. Wie damals die Eisenbahn oder den PC...
Allerdings ist das Alles gar nicht so neu und Top-Trainer wie José Mourinho vertraut schon seit Chelsea-Zeiten der Firma Amisco.
Wen das im Detail interessiert, sollte sich mal den Spiegel-Artikel in der letzten Montagsausgabe angucken oder einen, wie ich finde, noch besseren Artikel
Der Barça Code
aus dem Spiegel vom 23.05..
Hier der link:
http://www.spiegel.de/spiegel/print/d-78602583.html
12:47
@ #1
Man muß die Statistik nur richtig lesen können und nicht nur einzelne Aspekte herausnehmen (wie der Artikel)
Zu Fuchs: Wenn er fast alle Zweikämpfe gewonnen hat und zwei die verloren wurden sofort zu Toren geführt haben, dann heißt das er wurde auf seiner Seite ziemlich Alleine gelassen.
11:41
@ #3 von ResidentEvil , am 10.08.2011 um 05:59
Da gebe ich Dir vollkommen Recht.
Und wenn Du Lotto tippst, stehen die Chancen auf den Jackpott 50 / 50.
Entweder Du gewinnst, oder Du gewinnst nicht.
10:26
Statistiken gehören zum Fußball und wer hört nicht gerne zu, wenn sie analysiert werden? Eines können sie nicht und das gehört auch zum Fußball: Erstens kommt es anders und zweitens als man denkt. Selbst dann wird mit Hilfe der Zahlen versucht, das zu erklären und es wird sich etwas finden, dass das bestätigt.
09:50
Bulifans.com
evtl gefällt das noch jemanden ....
05:59
Statistik:
Statistisch gesehen hast du, wenn du eine Hand auf eine heisse, die andere auf eine kalte Herdplatte legst, zwei lauwarme Haende!
Beckenbauer ueber Statistiken: ACH, HOERENS AUF MIT STATISTIKEN! lAUT STATISTIK IST JEDER 8. MENSCH EIN CHINESE. HIER IN UNSERER ALLIANZ ARENA SIND HEUTE 60.000 LEUTE. EINEN CHINESEN HABE ICH DARUNTER ABER NICHT GESEHEN.....
Mensch, Leute, lasst den Fussball doch wie er ist. man muss doch nun wirklich nicht aus allem eine Wissenschaft machen....
16:42
Vollkommen uninteressant. Wenn so das jucken?
10:53
Am Beispiel Christian Fuchs sieht man es mal wieder ganz deutlich: Glaube keiner Statistik, die du nicht selbst gefälscht hast!