Der Geist der 50+1-Regel ist ausgehöhlt und veraltet

Für Diemtar Hopp wird bei der 50+1-Regel eine Ausnahme gemacht - andere werden folgen.
Für Diemtar Hopp wird bei der 50+1-Regel eine Ausnahme gemacht - andere werden folgen.
Foto: Imago
Was wir bereits wissen
Für Dietmar Hopp und die TSG Hoffenheim wurde erstmals eine Ausnahme bei der 50+1-Regel der DFL gemacht. Es wird nicht die letzte sein. Ein Kommentar.

Essen.. Dietmar Hopp hat also hochoffiziell die Mehrheit an der TSG Hoffenheim übernommen. Als ob er vorher nicht das letzte Wort in allen Fragen gehabt hätte. Hoffenheim war immer schon Hopps Verein. Ohne ihn keine Bundesliga, das ist die ganze Wahrheit.

Aber die Entscheidung der DFL, Hopp nach 20 Jahren Förderung auch juristisch den Besitz des Vereins zu ermöglichen, bedeutet mehr als nur die Anerkennung der Wirklichkeit. Die Liga weicht die 50+1-Regel, die Vereine vor dem Zugriff von Investoren schützen soll, damit noch weiter auf. Es wird Fußball-Romantikern weh tun: Aber es ist nur noch eine Frage der Zeit, bis ein Investor versuchen wird, die 50+1-Regel etwa vor einem EU-Gericht auszuhebeln.

Ihr Geist ist ohnehin längst ausgehöhlt durch die Werksklubs Wolfsburg und Leverkusen, durch Red Bulls Leipziger Filiale, durch Hoffenheim. Vielleicht passt sie ja auch gar nicht mehr in diese Zeit. Fußballklubs sind an der Börse, reden über globales Wachstum. Da wäre es nur konsequent, sich Investoren zu öffnen. Mit der „Lex Hopp“ rückt dieses Szenario einen großen Schritt näher.