Kommentar

Der DFB wagt mit Steffi Jones ein Chefsessel-Experiment

Die noch aktuelle Bundestrainerin Silvia Neid (l.) übergibt das Amt 2016 an ihre Nachfolgerin Steffi Jones (r.).
Die noch aktuelle Bundestrainerin Silvia Neid (l.) übergibt das Amt 2016 an ihre Nachfolgerin Steffi Jones (r.).
Foto: imago/foto2press

Als Trainerin hat Neid-Nachfolgerin Steffi Jones keine Erfahrung. Doch das hatte Jürgen Klinsmann auch nicht. Trotzdem braucht sie eine erfahrene Assistenin. Ein Kommentar.

Essen.. Als Steffi Jones, die derzeitige DFB-Direktorin für Frauen- und Mädchenfußball, über ihr zukünftiges Amt sprach, bedauerte sie selbst, dass sie über keine Erfahrung als Trainerin verfüge. Aber die Nachfolgerin von Bundestrainerin Neid verwies auf das Beispiel von Jürgen Klinsmann, der 2004 auch ohne Berufspraxis das Nationalteam der Männer übernahm.

Wie im Fall Klinsmann startet der DFB ab September 2016 ein Experiment, denn eine Weltklasse-Fußballerin muss nicht zwangsläufig auch das Zeug zu einer erstklassigen Trainerin haben. Im Fall des Berufsanfängers Klinsmann ist der Versuch geglückt, doch hatte dieser auch einen Joachim Löw an seiner Seite.

Jones ist Medienprofi mit Charisma

Steffi Jones und der Deutsche Fußball-Bund wären gut beraten, wenn sie auf die Suche nach einer erfahrenen Assistentin oder einem Assistenten gehen würden. Jones ist selbstbewusst genug, um ihr Amt mutig anzugehen, obwohl sie nicht die erste Wahl ist. Maren Meinert, die erfolgreiche Nachwuchs-Bundestrainerin, hätte die nötige Erfahrung mitgebracht, aber die Essenerin steht nicht so gern im Rampenlicht. Jones ist dagegen ein Medien-Profi und verfügt über Charisma. Ab September 2016 gilt für sie wieder: Entscheidend ist auf’m Platz. Auch wenn sie nur am Rand stehen wird.