Der BVB macht vieles falsch, Gladbachs Favre behält recht

Was wir bereits wissen
Es war kein Wochenende für die Westklubs: Schalke erstarrt gegen die Bayern, der BVB scheitert an sich selbst und an René Adler, Leverkusen trifft nur einmal und Lucien Favre wusste schon vorher, dass es seine Mannschaft schwer hat.

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Die Tops und Flops des 4. Bundesliga-Spieltags in Textform

Die Flops

Flop, der FC Schalke 04: Erst war das Selbstbewusstsein groß nach dem gelungenen Saisonauftakt und dem Sieg in der Champions League. Dann war das Bangen groß, als die Einsätze von Huntelaar und Jones vor dem Spitzenspiel gegen Bayern München fraglich waren. Nun ist die Enttäuschung groß, weil es die Bayern waren, die selbstbewusst auftraten und Schalke einfach erstarrte. Das Spiel zeigte: an der Tabellenspitze ist die Luft dünn, zu dünn für Königsblau.

Flop, Emanuel Pogatetz (VfL Wolfsburg): Es läuft nicht in Wolfsburg. Und es läuft auch nicht für Emanuel Pogatetz. Der Neuzugang im millionenschweren Volkswagen-Kader traf beim mageren 1:1 gegen den armen Aufsteiger Greuther Fürth per Schulter kurios ins eigene Tor. Schuld war ein Missverständnis des Österreichers mit seinem Schweizer Torwart Diego Benaglio - und der unbekannte Serbe Ilir Azemi, der dem erfahrenen Pogatetz auch sonst Probleme bereitete.

Flop, Andre Schürrle (Bayer Leverkusen): Viel hätte nicht gefehlt und auch André Schürrle wäre endlich in dieser Saison angekommen. Sein Elfmeter gegen Mönchengladbach aber klatschte an den Pfosten - und Schürrle bleibt weiter ohne Tor und Vorlage. Leverkusen, angetreten als Spitzenteam, traf in vier Spielen erst vier Mal. Gegen den Nachbarn reichten auch 27:6 Torschüsse nicht zum Sieg. Und niemand schoss häufiger aufs Tor als André Schürrle. Sein verschossener Elfmeter: symptomatisch.

Flop, die Dortmunder Offensive: Der BVB verliert in Hamburg trotz 25:11 Torschüssen. Wer so überlegen nach vorne agiert, sollte ein Spiel eigentlich gewinnen, ganz sicher nicht verlieren. Schieber und Hummels, Lewandowski und Blaszczykowski aber ließen besten Gelegenheiten aus. Für Trainer Klopp war es dann auch "ein gebrauchter Tag. Der HSV hat es mit Adler, Glück und Geschick verteidigt."

Flop, die Dortmunder Defensive: „Wir wussten, dass wir heute sehr, sehr viel falsch machen mussten, um zu verlieren. Das haben wir gemacht“, sagte Mats Hummels nach der Partie. Viel mehr ist auch nicht zu sagen. Der BVB hat nicht verloren, weil der Kontrahent aus Hamburg so stark war. Er verlor, weil er sehr viel falsch machte. Es war allerdings nur ein Bundesliga-Spiel, das erste seit über einem Jahr.

Die Tops

Top, René Adler (Hamburger SV): Lange war der ehemalige Nationaltorwart verletzt, wurde in Leverkusen verdrängt und vom HSV verpflichtet. Warum, das zeigte er gegen den deutschen Meister. Zwar musste er zweimal den Ball aus dem eigenen Netz holen, ansonsten aber brachte er Lewandowski, Reus und Co. zur Verzweiflung. Adler hielt, was zu halten war und den 3:2-Sieg gegen Borussia Dortmund fest.

Top, Markus Babbel (TSG Hoffenheim): Kaum muss Markus Babbel nicht mehr Manager sein, kann er wieder ganz und gar Trainer sein. Und schon nimmt er positiv Einfluss auf das zuletzt gehemmte Spiel seiner Mannschaft. Beim überraschenden 3:1-Heimsieg gegen Hannover wechselte er erfolgreich ein: Joker Salihovic traf zum 2:1, Joker Volland bereitete zwei Tore vor.

Top, Thomas Müller und der FC Bayern: Was genau passiert ist, konnte Thomas Müller selbst nicht erklären. Erst versprangen ihm Bälle wie "in der Kreisklasse", dann tunnelte er Gegenspieler Fuchs und schob den Ball locker zum spielentscheidenden 2:0 ins Tor. Wie? „Ich würde sagen, es war Außenrist", sagte Müller. "Aber fragen Sie mich nicht – es ist einfach passiert.“

Top, Takashi Inui (Eintracht Frankfurt): Eigentlich hätte - schon wieder - ganz Frankfurt dieser Nominierung verdient: vier Spiele, vier Siege, zwölf Punkte. Und weiter punktgleich mit dem FC Bayern an der Tabellenspitze. Frankfurt ist sensationell gestartet. Takashi Inui hat beim 2:1-Sieg in Nürnberg das Duell der aufdrehenden Japaner gegen Hiroshi Kiyotake für sich entschieden und zum 2:0 getroffen.

Top, Lucien Favre (Borussia Mönchengladbach): Der Gladbacher Trainer gehört hier nicht hin. Top war zuletzt wenig beim Überraschungsteam der vergangenen Saison. Der Realitätssinn des Trainers aber ist bemerkenswert. Seine Mannschaft sei "in seriöser Gefahr", analysierte der akribische Schweizer kürzlich - und wurde belächelt. Er behielt aber recht, Gladbach hat Probleme. Und steht, wenn er weiterhin recht behält, demnächst in den Flops.

Top, Jens Langeneke (Fortuna Düsseldorf): Die Düsseldorfer Defensive wurde hier bereits vergangene Woche gelobt. Und 90 Minuten später hat der Aufsteiger immer noch kein Gegentor kassiert. Das Gesicht des Bollwerks ist Jens Langeneke, 35 Jahre alt, zuvor in Lippstadt, Oberhausen, Osnabrück und Ahlen aktiv. Im hohen Alter spielt er nun seine erste Saison im Fußball-Oberhaus, bisher ohne Schwächen. Am 5. Spieltag spielt Langeneke gegen die Fürther Edu und Azemi. Unwahrscheinlich, dass ausgerechnet die beiden noch torlosen Stürmer Fortuna und Langeneke bezwingen.