Der 1. FC Köln steckt im Abstiegskampf
29.01.2012 | 01:51 Uhr 2012-01-29T01:51:49+0100
Köln. Der 1. FC Köln wird nach der 1:4-Klatsche gegen den FC Schalke 04 in der Tabelle durchgereicht. Der Abstand auf den Relegationsplatz beträgt nur noch drei Punkte. Die Spieler stellen sich auf einen harten Abstiegskampf ein.
Gut 60 Minuten lang hatte des für die Domstädter gegen die Bayern-Jäger aus Gelsenkirchen gut ausgesehen. Die Kölner waren bereits in der vierten Minute durch den Treffer von Lukas Podolski in Führung gegangen und hatten sich weitere hochkarätige Chancen herausgespielt. Doch im letzten Drittel des Spiels gab die Mannschaft von Trainer Stale Solbakken völlig aus der Hand und reagierte nur konfus. Mit 40 Gegentreffern besitzt der FC noch vor dem Tabellenletzten Freiburg die schlechteste Abwehr.
Eichner bewertet die Situation als ernst
"Ich weiß noch zu gut, was letztes Jahr notwendig war, um die Klasse zu halten", sagte Eichner nach dem Spiel gegen Schalke. Daher sei noch Einiges zu tun. "Ich betrachte die Situation sehr ernst. Wer die Tabelle lesen kann, der weiß, dass wir in einer Zone angekommen sind, in der es wieder notwendig ist, zu punkten. Solange das nicht gelingt, gehören wir zu dem Kreis, die auf den 16., 17. und 18. Platz schauen müssen", so der Ex-Karlsruher.
In Sicherheit haben sich längst nicht alle Kölner Spieler gewähnt. "Wir haben aber in der Winterpause mehrfach betont, dass das eine richtig schwere Rückrunde wird", betonte Eichner.
Sascha Riether sieht den FC im Kampf um einen einstelligen Tabellenplatz vorerst aus dem Rennen. "Wir müssen erstmal nach unten gucken", so der ehemalige Wolfsburger und mahnt jedoch ein gewisses Maß Gelassenheit an: "Wir haben jetzt den zweiten Spieltag der Rückrunde, da muss man nicht von Abstieg reden, aber natürlich muss man nach unten gucken. Es sind noch genügend Spiele. Man muss wachsam sein, darf aber nicht die Nerven verlieren."
Lukas Podolski verletzt
Lukas Podolski meinte zur aktuellen Situation: "Ich habe immer gesagt, dass wir uns zwischen Platz 18 und zehn bewegen werden. Da stehen wir nun. Es gilt jetzt die Niederlage zu verarbeiten." Der Nationalspieler sieht seinen FC in unruhigem Fahrwasser. "Es wird Kritik auf uns zukommen", so seine Erwartung.
Dem FC stehen unruhige Zeiten bevor. Die "Geißböcke" gaben eine 1:0-Führung aus der Hand und ließen sich vier Tore in den letzten 30 Minuten einschenken.
Michael Rensing
Der Kölner Schlussmann hatte keine Chance seine Klasse zu zeigen. Der erste Gegentreffer fiel nach einer Flanke in den Fünfmeterraum. Diesen Ball hätte er abfangen können. Ansonsten tadellos. 3,5
Christian Eichner
Der Linksverteidiger kam erneut in der Startelf zum Einsatz. Auf seiner Seite ließ der ehemalige Karlsruher kaum etwas zu. Im Spiel nach vorne selten gefährlich. 4,5
Pedro Geromel
Der Abwehrchef der Kölner sucht seine Form. Beim 1:1-Gegentreffer stimmte die Abstimmung zwischen ihm und Kevin McKenna nicht. In vielen Aktionen spielte er unüberlegt und fahrig. 5
Kevin McKenna
Seine Kopfballstärke brachte den Kanadier wohl in die Startelf. Seinen Job erledigte der 32-Jährige Abwehrspieler in der Innenverteidigung grundsolide. Er verschätze sich jedoch beim Treffer, der die Wende im Spiel brachte. Nach seiner Auswechslung wackelte die FC-Abwehr. 4,5
Henrique Sereno
Der Portugiese hat im Abwehrverbund des 1. FC Köln schon auf vielen unterschiedlichen Positionen gespielt. Mal links, mal in der Mitte und am Samstag zunächst auf der rechten Seite. Bis zur Halbzeitpause lieferte der 26-Jährige eine ordentliche Leistung ab. Doch die Flanke zum Ausgleichstreffer im zweiten Durchgang konnte er nicht verhindern. Nachdem Kölns Trainer Stale Solbakken die Vierer-Abwehrkette nach der Auswechslung von McKenna durcheinanderwirbelte, agierte Sereno im Abwehrzentrum ungeschickt und unglücklich. 5,5
Slawomir Peszko
Beim polnischen Nationalspieler wechselten sich Licht und Schatten ab. In manchen Szenen wirkte das Zusammenspiel auf der linken Seite mit Lukas Podolski kongenial. Doch in den meisten vielversprechenden Szenen verstolperte er jedoch häufig die Bälle. Ausgewechselt in der 82. Minute. 5
Mato Jajalo
Nach seinem misslungenen Auftritt zum Rückrundenstart in Wolfsburg agierte der Kroate anstelle von Martin Lanig im zentralen Mittelfeld. Der 21-Jährige rechtfertigte seine Berücksichtigung in Halbzeit eins mit einer ansprechenden Leistung. Stark war er bei der Balleroberung und beim Umschalten auf Angriff. In der darauffolgenden Halbzeit gelang ihm aber kaum noch etwas. Ging mit der Mannschaft unter. 4,5
Sascha Riether
Der Mittelfeldspieler stopfte im Verbund mit Jajalo in der ersten Halbzeit die Löcher in der Mitte. Nach dem Wechsel brachte er zu wenig Ordnung ins Spiel nach vorne. Er bekam kaum noch Bälle, die er hätte verarbeiten können. 5
Christian Clemens
Kölns Youngster hatte Probleme ins Spiel zu finden. Über den rechten Flügel erzeugte der FC kaum Gefahr. Der 21-jährige Juniorennationalspieler agierte erst in Halbzeit zwei besser, wurde jedoch in der 69. Minute aus dem Spiel genommen. 4,5
Lukas Podolski
Mit seiner linken Klebe brachte „Prinz Poldi“ die Kölner bereits in der vierten Minute in Führung. Völlig freistehend verpasste es der 26-Jährige jedoch den Vorsprung noch in der ersten Halbzeit zu erhöhen. Er bekam im zweiten Durchgang keine für ihn brauchbaren Bälle, sondern fast ausschließlich Bälle auf Kopfhöhe aufgelegt. Das ist nicht sein Spiel. 4
Milivoje Novakovic
Die Sturmspitze des FC konnte sich nur selten in Szene setzen. Er blieb blass und erzeugte keine Torgefahr. 5,5
Odise Roshi
Der Albaner kam in der 69. Minute für Christian Clemens ins Spiel. Er setzte keine entscheidenden Akzente. Ohne Note.
Miso Brecko
Die rechte Abwehrseite ist im Grunde der Stammplatz des slowenischen Verteidigers. Er kam nach dem Ausgleichstreffer ins Spiel, konnte nach vorne jedoch nichts ausrichten. Nach seiner Notbremse im Kölner Strafraum gab es für ihn nach acht Minuten Einsatzzeit die Rote Karte und für den FC Schalke 04 Elfmeter. Spätestens nach der erfolgreichen Verwandlung des Strafstoßes durch Huntelaar war das Spiel entschieden. Note: 6
Martin Lanig
Der Mittelfeldspieler wurde in der 82. Minute in eine konfus agierende Kölner Elf eingewechselt. Ohne Note.
Der auswärts schwache FC spielt gegen direkte Konkurrenten um den Klassenerhalt fast ausschließlich in der Fremde. Im Köln-Müngersdorfer Stadion erwarten die Domstädter überwiegend die Topteams der Liga und muss am nächsten Spieltag auf dem Kaiserslauterner Betzenberg bestehen. "In Kaiserslautern erwartet uns eine enge Partie sicherlich auf einem schwierigen Geläuf. Das wird ein Kampfspiel", prognostiziert Eichner. Ob Lukas Podolski bei diesem wichtigen Kampfspiel mitwirken kann, ist seit Samstagabend fraglich. Beim Kölner ist die Verletzung an seinem Knöchel wieder aufgebrochen. Eine Kernspintomographie soll Aufschluss über die Schwere der Verletzung liefern.
15:58
Nur Podolski genügt Bundesligaansprüchen. Keine guten Stürmer, kein gutes Mittelfeld und eine löchrige Abwehr mit den meisten Gegentoren. Und ohne Vorsitzenden. Wie soll das enden? Wieder einmal hat man viele Monate verschlafen. Und die restlichen Spiele verheißen nichts Gutes. Gegen die Abstiegskonkurrenten immer auswärts. Und da bekommt der FC gar nichts auf die Reihe. Warum rücken nicht endlich die guten jungen Spieler nach?