Kommentar

Das Tief im Westen - Was Schalke und Dortmund unterscheidet

Schalke mit Trainer Jens Keller (l.) und Dortmund mit Trainer Jürgen Klopp (r.) gingen zum Saisonauftakt leer aus.
Schalke mit Trainer Jens Keller (l.) und Dortmund mit Trainer Jürgen Klopp (r.) gingen zum Saisonauftakt leer aus.
Foto: imago

Der FC Schalke 04 und Borussia Dortmund sind mit Niederlagen in die neue Saison der Fußball-Bundesliga gestartet. Allerdings hat der verpatzte Auftakt für beide Teams unterschiedliche Auswirkungen. Auch der Umgang ist ein anderer. Ein Kommentar.

Essen.. Im Ruhrgebiet sagt man: „Ein Satz mit X, das war wohl nix!“ Ein Satz, der auf zwei Fußball-Bundesligisten zutrifft, denn Borussia Dortmund und der FC Schalke 04 vergeigten den Saisonstart mit Niederlagen.

Beide Klubs, die mit hohen Erwartungen in die Saison gehen, ärgert der Fehlstart. Und auch wenn beide eine lange Verletztenliste haben, so hatten sich Schalke und Dortmund den Start nicht vorgestellt.

Damit enden die Gemeinsamkeiten aber auch schon. Der Umgang mit den Niederlagen ist bei beiden Teams extrem unterschiedlich.

Bei Borussia Dortmund sagt Trainer Jürgen Klopp nach der 0:2-Heimniederlage gegen Leverkusen mit dem Blitztor nach neun Sekunden: „Dass wir nicht sofort wach waren – den Schuh ziehe ich mir an.“

Klopp übernimmt Verantwortung

Klopp gesteht einen Fehler ein und übernimmt Verantwortung. Und damit ist die Geschichte auch schon beendet. Niemand – weder Vorstand noch Fans – stellt den Trainer nach der Auftaktniederlage in Frage.

Warum auch?

Kommentar Allerdings passiert genau das in Schalke. Nach der 1:2-Niederlage in Hannover klingt alles, was die Verantwortlichen zum Thema Trainer Jens Keller sagen, bereits nach Krisenmanagement. „Wir führen keine Trainerdiskussion“, sagt Manager Horst Heldt. Er weiß aber auch, dass es die Diskussion um Keller in der Öffentlichkeit bereits gibt. Nach dem Pokalaus beim Drittligisten Dynamo Dresden und dem Bundesliga-Fehlstart kann Heldt sie auch mit Beschwichtigungen nicht einfangen.

Auch Keller selbst wird das Thema nicht vom Tisch bekommen. Er ist ein Mensch, dem Marktschreierei in eigener Sachen zutiefst zuwider ist. Ein mehr als angenehmer Charakterzug, aber in der immer schneller drehenden Fußballwelt macht er einem das Leben schwer.

Keller muss Erfolge für sich sprechen lassen. Doch am Samstag erwartet Schalke ausgerechnet den FC Bayern. Gegen Bayern kann man verlieren. Wenn das allerdings Keller passiert, werden die Diskussionen sofort noch lauter werden.