Das Millionenspiel Fußball nimmt immer irrsinnigere Züge an

Im Zentrum des neuen Transfer-Irrsinns auf der Insel: Raheem Sterling wechselt für 62 Millionen Euro von Liverpool nach Manchester.
Im Zentrum des neuen Transfer-Irrsinns auf der Insel: Raheem Sterling wechselt für 62 Millionen Euro von Liverpool nach Manchester.
Foto: imago/HochZwei/International
Was wir bereits wissen
Raheem Sterling wechselt für 62 Millionen Euro von Liverpool zum Scheich-Klub Manchester City. Es ist höchste Zeit, endlich die Financial-Fairplay-Regelung mit Leben zu füllen. Ein Kommentar.

Essen.. Ein Fußball-Fan des FC Liverpool bot zuletzt spaßhaft bei Ebay den 20-jährigen Raheem Sterling für 50 Millionen Pfund an, das sind umgerechnet rund 68 Millionen Euro. Ironisch pries er den Liverpooler mit dem Zusatz „nur ein bisschen gebraucht“ an und zielte damit auf Sterlings Leistungsdaten der abgelaufenen Saison an. Sieben Tore und acht Vorlagen in 3045 Minuten, das ist für einen Stürmer passabel, mehr aber auch nicht.

Auch die Bundesliga ist Teil des Spiels

Nach wochenlangem Poker ist Sterling jetzt wirklich verkauft. Natürlich nicht bei Ebay, sondern von Liverpool an Manchester City. Für eben 62 Millionen Euro. Das Millionenspiel um Fußballprofis nimmt in England immer irrsinnigere Züge an. Aber auch an der Bundesliga geht diese Entwicklung nicht spurlos vorüber. Wer seine Stars auf die Insel verkauft, erhält viel Geld. Wie Hoffenheim für Firmino 41 Millionen Euro. Doch wer selbst mitbieten will, muss kräftig in die Tasche greifen.

Die Premier-League-Klubs erhalten ab 2016 für die TV-Rechte 9,5 Milliarden Euro für drei Spielzeiten. Demnächst werden also auch Klubs wie Watford oder Leicester im Irrsinnspoker mitmischen. Der Markt gibt es her, sagen einige. Das stimmt nur bedingt, denn neben den TV-Milliarden profitieren Klubs wie ManCity von Scheichs oder Oligarchen. Da ist es nicht zu verstehen, dass die Financial-Fairplay-Regeln immer noch nicht greifen und stattdessen die Transfersummen in immer wahnwitzigere Höhen treibt.