Das machen die zwölf WM-Helden von 1990 heutzutage

Geschafft! Heute vor 25 Jahren wurde die deutsche Nationalelf zum dritten Mal Weltmeister.
Geschafft! Heute vor 25 Jahren wurde die deutsche Nationalelf zum dritten Mal Weltmeister.
Foto: dpa
Was wir bereits wissen
Trainer im Iran oder Kommentator - die Wege unserer Weltmeister von 1990, die sich heute am Kalterer See treffen, verliefen ziemlich verschieden.

Kalterer See.. Die Weltmeister von 1990 stehen auch 25 Jahre nach ihrem Triumph für eine große Zeit im deutschen Fußball. Diese Woche treffen sich die Helden von Rom am Kalterer See, um am heutigen 8. Juli gemeinsam mit dem damaligen Trainerstab um Franz Beckenbauer das 25-Jahr-Jubiläum zu feiern. Was ist aus den zwölf deutschen Profis eigentlich geworden, die in der magischen Finalnacht beim 1:0-Sieg gegen Argentinien durch das Elfmetertor von Andreas Brehme zum Einsatz kamen? WM-Faktencheck

Bodo Illgner: Die unumstrittene Nummer 1 im Tor bei der WM feierte 1997 und 2001 mit Real Madrid die spanische Meisterschaft, dazwischen wurde Illgner Champions-League- und Weltpokal-Sieger. Zudem war er Buch-Autor und ist heute TV-Experte.

Klaus Augenthaler: „Auge“ feierte den Abschied, den sich jeder wünscht. Sein letztes Länderspiel war mit dem Finale gleichzeitig der Karrierehöhepunkt. Danach folgten Trainerstationen vom FC Bayern bis zur SpVgg Unterhaching. In der Talkshow von Markus Lanz brachte er sich im Februar wieder als Trainer ins Gespräch – bislang erfolglos.

Thomas Berthold: Der frühere Verteidiger war bis zum Jahr 2005 Manager bei Fortuna Düsseldorf. Der heute 50-Jährige ist mittlerweile TV-Experte. Bei der WM 2010 glänzte er in dieser Rolle im südafrikanischen Fernsehen. Bei der Frauen-EM in Schweden 2013 kommentierte er einige Spiele für Eurosport. Fifa

Stefan Reuter: Der Rechtsverteidiger kam beim Endspiel in Rom in der 74. Minute für Berthold ins Spiel. Später war Reuter lange Manager beim TSV 1860 München. Seit 2012 ist er nun erfolgreicher Sport-Geschäftsführer beim Bundesligisten FC Augsburg. Sein Vertrag läuft noch bis 2020.

Guido Buchwald: Zwei Jahre nach der WM sicherte Buchwald dem VfB Stuttgart die deutsche Meisterschaft. Nach einem Intermezzo in Japan, stieg er mit dem KSC ab. Als Coach verschlug es ihn nochmal nach Japan. Die Trainer-Stationen bei Alemannia Aachen und den Stuttga rter Kickers waren weniger erfolgreich. Seit kurzem ist er VfB-Scout für Asien.

Jürgen Kohler: Als Spieler gewann Kohler mit dem FC Bayern, Borussia Dortmund und Juventus Turin sämtliche Titel – die Trainerkarriere, unter anderem beim MSV Duisburg, verlief weniger erfolgreich. Der 49-Jährige coacht mittlerweile den pfälzischen Oberligisten SC Hauenstein.

Andreas Brehme: Acht Jahre nach dem Weltmeistertitel beendete der Siegtorschütze seine Karriere als Sensationsmeister mit Aufsteiger 1. FC Kaiserslautern, den er auch später noch trainierte. Wie für Klaus Augenthaler endete die Karriere als Coach (vorerst) in Unterhaching. Streit

Thomas Häßler: „Icke“ Häßler war Technikcoach beim 1. FC Köln und Assistenztrainer der nigerianischen Nationalmannschaft. Nebenbei gründete er mit Partnern ein Münchner Musiklabel. Zuletzt arbeitete er als Co-Trainer bei Padideh Maschad im Iran.

Lothar Matthäus: Die Kapitän der WM-Mannschaft von 1990 war Nationalcoach in Ungarn und Bulgarien. Momentan ist der frühere Libero mit dem fränkischen Akzent vereinslos, aber als TV-Experte weiterhin meinungsstark und streitbar.

Pierre Littbarski: Der 55-Jährige war von 1995 an als Trainer im In- und Ausland unterwegs. Nach Stationen als Interims- und Co-Trainer beim VfL Wolfsburg ist er dort nun Chefscout.

Jürgen Klinsmann: Der Architekt des Sommermärchens kündigte nach der WM 2006 den Bundestrainer-Job. Zwischenzeitlich trainierte er relativ erfolglos den FC Bayern. Als Nationaltrainer der USA steht er aber nach wie vor im Rampenlicht wie in den kommenden Wochen beim Gold Cup in seiner Wahlheimat Amerika. Finaltag 13.07.2014

Rudi Völler: Er ist sehr erfolgreich im Geschäft: 1993 Königsklassen-Sieger mit Olympique Marseille, als DFB-Teamchef 2002 Vize-Weltmeister. Nach einem kurzen Intermezzo als Trainer des AS Rom übernahm „Tante Käthe“ Anfang 2005 den Posten des Sportdirektors bei Bayer Leverkusen.

Franz Beckenbauer: Der Teamchef der WM-Mannschaft, der nach dem Triumph einsam über den Rasen des Stadions im Rom schritt, wechselte auf die Funktionärsebene. So holte er neben seinen Aufgaben für den FC Bayern die WM 2006 nach Deutschland und wurde schließlich das Gesicht des Turniers. Über die Jahre zog er sich langsam von allen Ämtern zurück. Als Fernseh-Experte ist er allerdings auch heute noch regelmäßig in allen Stadien der Welt zuhause. (dpa)