Das DFB-Team verliert den Urlaubskick gegen die USA mit 1:2

Bobby Wood bejubelt seinen Siegtreffer zum 2:1 für die USA gegen das DFB-Team.
Bobby Wood bejubelt seinen Siegtreffer zum 2:1 für die USA gegen das DFB-Team.
Foto: Imago
Was wir bereits wissen
Mario Götze hatte die Nationalelf früh in Führung gebracht, Mix Diskerud und Bobby Wood schossen die US-Boys von Jürgen Klinsmann zum Sieg.

Köln.. Vielleicht hat es der feinfühlige Kölner Fußballfan schon vorher geahnt, dass der Liebling der Domstadt wieder nicht im Mittelpunkt stehen würde. Für Lukas Podolski schien der Ausflug der Nationalmannschaft in seine Heimat mehr Urlaubstrip als Arbeitsalltag eines Weltmeisters zu sein. Nicht mal hier und nach so vielen Absagen ließ Bundestrainer Joachim Löw die Publikumsattraktion gegen die USA von Beginn an auflaufen. Für die sportlichen Auftritte sind ja ohnehin seit längerem andere zuständig beim DFB. Stattdessen durfte Ersatzspieler Poldi völlig unüblich eine halbe Stunde vor Spielbeginn im Stadion-TV ein Interview geben. Diejenigen unter den insgesamt nur 40348 Zuschauern, die zu diesem Zeitpunkt schon im Müngersdorfer Fußballtempel weilten, hat’s gefreut. Jedenfalls mehr als das 1:2 (1:1) gegen Jürgen Klinsmanns US-Boys.

Fans belohnen sich selbst mit La-Ola-Wellen

Zum Kölner Festprogramm bei Bundesligaspielen des FC gehört es, dass sich die Anhänger selbst feiern. Und die, die gekommen waren zu diesem bedeutungsarmen Spiel, belohnten sich mit mehreren Runden La Ola - was im ersten Durchgang auch als Zuspruch für die deutsche Mannschaft gelten durfte. Vor allem einem jungen Mann, der in der Domstadt angesichts seines Brötchengebers sonst nur wenig Applaus erhält.

Einzelkritik Der Gladbacher Patrick Herrmann lieferte ein sehr ordentliches Debüt ab, bereitete auf dem rechten Flügel mit einem feinen Solo den Führungstreffer durch Mario Götze (12.) vor. Und obwohl der 24-Jährige beim Ausgleich durch Mix Diskerud (41.) dem Torschützen nur hinterher lief, war das Urteil aller Anwesenden einhellig: Der darf wiederkommen.

An der Seite von Özil, Götze und Schürrle war Herrmann Teil von Löws Offensive, die alles andere nach Strandfußball klang. Gemeinsam setzten sie die Amerikaner, am vergangenen Freitag noch 4:3-Sieger in Amsterdam gegen die Niederlande, schwer unter Druck. Die Chancen durch Özil (7.) und Götze (31.) leitete Herrmann sehenswert ein. Kurios, dass dem Debütanten ausgerechnet sein Gladbacher Vereinskollege Fabian Johnson so viel Platz gewährte. Und selbst wenn’s mit dem eigenen Abschluss (44.) nicht klappte: Auch Karim Bellarabi auf der Bank wird erkannt haben, dass Herrmann auf dessen angestammten Angriffsseite auch im EM-Qualifikationsspiel gegen Gibraltar ein Platz in der Startelf zuzumuten ist.

Rüdiger und Mustafi kommen einige Male ins Grübeln

Stimmen An der Algarve, wo der Weltmeister am Samstag auf den Letzten seiner Qualigruppe treffen wird, dürfte es noch sommerlicher werden als an diesem für Grillpartys gemachten Abend in Köln. Allerdings wird von Gibraltar auch weniger Gegenwehr zu erwarten sein als von Klinsmanns Stürmern, gegen die die Innenverteidiger Rüdiger und Mustafi auch nach dem Seitenwechsel einige Mal ins Grübeln gerieten. Neuer-Ersatz Ron-Robert Zieler (auf der Bank saß Roman Weidenfeller, das kennt er ja vom BVB) parierte Michael Bradley mit dem Fuß (83.), vorher hatte Jordan Morris (75.) für immer stärker werdende Amerikaner den Siegtreffer auf dem Fuß. Dieser gelang dann Bobby Wood in der 87. Minute, nachdem er Shkodran Mustafi ausgetanzt und zum 1:2 eiskalt verwandelt hatte.

Kommentar So wurde es bei den im zweiten Durchgang von vielen Wechseln geschwächten Deutschen nichts mehr mit dem Happy-end für Podolski. Nachdem der ebenfalls zur Pause eingewechselte Sami Khedira (66.) per Kopf eigentlich die beste Chance auf den zweiten Treffer vergeben hatte, stand das Kölner Urgestein nur zwei Minuten später zum Einschuss bereit vor US-Keeper Brad Guzan. Der korrekte Pfiff wegen einer Abseitsstellung von Vorlagengeber Götze kam allerdings sehr spät. Podolski drosch den Ball zur Außenlinie. Immerhin: der 30-Jährige scheint das Spiel doch mehr als Arbeit denn als Urlaub betrachtet zu haben.