Zorc sieht BVB in der Krise: "Schwierigste Situation seit Jahren"

Enttäuschte Gesichter auf der BVB-Bank.
Enttäuschte Gesichter auf der BVB-Bank.
Foto: imago
Was wir bereits wissen
Lange versuchte man in Dortmund das K-Wort zu vermeiden, doch nach der vierten Niederlage im fünften Liga-Spiel konnte auch Michael Zorc die Krise des BVB nicht verkennen. Beim ein oder anderen muss es mal richtig Klick machen, nahm der Sportdirektor die Spieler nach dem 1:2 in Köln in die Pflicht.

Köln.. In Köln gab es die vierte Niederlage für den BVB im fünften Bundesligaspiel. Wie erklären Sie sich das 1:2 gegen den FC, Herr Zorc?

Michael Zorc: Das war keine große Änderung zu den fünf Vorwochen. Es ist eine sehr schwierige Situation für uns, eigentlich die schwierigste in den letzten Jahren. Das muss man ganz klar sagen. Man hat das Gefühl, es fehlt bei allen ein bisschen. Es fehlt die Konsequenz im Offensiv- und im Defensivbereich. Wir schenken die Tore wieder her, machen kapitale Böcke. Für den 1. FC Köln war es heute relativ einfach uns zu besiegen: Mit riesiger Leidenschaft, mit dem Gewinn der richtigen, wichtigen Zweikämpfe und das hat gereicht.

Wichtige Spieler wie Reus sind zurückgekehrt, konnten aber auch keine Trendwende einleiten.

Zorc: Nein, ganz klar. Wir haben viele Spieler, die nicht hundertprozentig fit sind und es auch nicht sein können. Insgesamt kann man aber auch mehr erwarten, das muss man ganz klar sagen.

Sie reden nicht gern von einer Krise. Wir würden Sie die aktuelle Situation derzeit denn beschreiben?

Zorc: Was soll man sonst dazu sagen? Wir haben nach dem achten Spieltag sieben Punkte, das ist viel zu wenig für unsere Ansprüche. Richten müssen es die auf dem Platz. Der Trainer bereitet die Mannschaft sorgfältig auf die Spiele vor, aber das muss auf dem Platz dann auch entsprechend umgesetzt werden – da hapert’s.

Machen Sie sich Sorgen um die Saisonziele?

Zorc: Wir müssen jetzt erstmal sehen, dass wir da unten rauskommen. Momentan sind wir da unten mit drin, der Abstand nach oben wird immer größer. Aber wir brauchen jetzt nicht über Saisonziele zu sprechen, sondern müssen sehen: Wann ist das nächste Bundesligaspiel und das muss gewonnen werden.

Wie erklären Sie sich die schlimmen Fehler?

Zorc: Die ziehen sich durch die ganze Saison. Anscheinend ist es auch Konzentration, das ist ganz klar und auch ganz schwer zu erklären. Beim ein oder anderen muss es mal richtig Klick machen habe ich den Eindruck.

Aber in der Champions League hatte es bisher geklappt.

Zorc: Ja, das ist ja das fatale.

Haben Sie den Eindruck, dass einige zu viel über die Situation nachdenken? Blockiert das?

Zorc: Wir haben heute schon ein etwas anderes Spiel gehabt als in den letzten Wochen. Wir haben sehr viel versucht, fußballerisch zum Ziel zu kommen – natürlich auch auf Grund der Spieler, die uns wieder zur Verfügung standen. Im Fußball geht es darum, am Ende Tore zu erzielen. Dazu muss man die nötige Gier haben. Die fehlt einfach bei uns.

Ilkay Gündogan stand bei seinem Comeback gleich 90 Minuten auf dem Platz.

Zorc: Zwangsläufig eigentlich, das sollte sicher nicht so geplant gewesen sein. Das war das einzig Positive am heutigen Tag.