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Ziegler soll Wendepunkt markieren

27.01.2008 | 21:46 Uhr

Dortmund. Einige Querschüsse hat der Fußball-Torwart Marc Ziegler vom Bundesligisten Borussia Dortmund erdulden müssen, ehe feststand, dass der von der Bielefelder Ersatzbank geholte Schlussmann die Nummer 1 zwischen den BVB-Pfosten ist.

Nach der Schulterverletzung von Roman Weidenfeller galt Ziegler als Nachfolger. Doch er musste miterleben wie sich der Verein um Nationalhüter Jens Lehmann bemühte. "Wenn die Nummer 1 im Tor der Nationalmannschaft auf dem Markt ist, muss man sich darum bemühen", warben Sportdirektor Michael Zorc und Trainer Thomas Doll auch gestern um Verständnis. Man habe ständig in Gesprächen mit Ziegler Vertrauen zu wecken versucht.

Der Hüter ist die Nummer 1 im Tor bei der Pokalpartie am Dienstag, 20.30 Uhr, gegen Werder Bremen. Aber er kann sich nicht sicher sein, dass er diese Position behauptet, wenn der wie wild an seiner Rehabilitation arbeitende Roman Weidenfeller in den Kader zurückkehrt. Trainer Thomas Doll vermeidet eine Aussage über diesen Zeitpunkt. "Marc Ziegler ist derzeit unsere Nummer 1, jetzt lassen wir ihn erst mal anfangen", erklärte der Coach. Überhaupt, behauptet Ziegler, habe er die Turbulenzen um Lehmann "nicht an mich herangelassen".

Mit Ziegler sollen die Borussen gegen Bremen einen Wendepunkt markieren. "2008 soll ein Jahr werden, das anders aussieht als das abgelaufene", hat der Fußball-Lehrer gefordert. Unter den Spielern hat sich die Ansicht durchgesetzt, dass der Weg in den Europapokal über den DFB-Pokal kürzer ist als in der Meisterschaft. "Hier haben wir eine gute Möglichkeit, ins internationale Geschäft zu kommen", berichtete Mladen Petric, dessen Einsatz gegen Bremen nicht ausgeschlossen ist. Der Gesundheits-Zustand hat sich gebessert.

Gern würden die Borussen an die Form anschließen, mit der sie Werder in der Bundesliga mit 3:0 weggeputzt haben. Doch das wird nicht einfach. "Bremen ist sicher leichter Favorit", glaubt Marc Ziegler. Immerhin gab es moralische Aufrüstung: "Wir haben uns das Video vom 3:0 noch einmal angeschaut".

Bei solchem Rückenwind benötigen die Borussen keine psychologische Aufbauhilfe mehr. Tatsächlich wird die Zusammenarbeit mit Mentaltrainer Jürgen Lohr im Sommer eingestellt. "Die Zusammenarbeit war von vornherein nur für diese laufende Saison vorgesehen", behauptete Thomas Doll.

Dagegen sollen die Verträge der Co-Trainer Ralf Zumdick, Ronny Teuber und Wolfgang de Beer an den nächsten Tagen verlängert werden.

Gegen Bremen wollen die Dortmunder einen positiven Rückrundenstart hinlegen. Thomas Doll hofft auf Rückenwind durch die Berufung von Alexander Frei in den Kader. Der Mittelstürmer absolvierte erste Gehübungen in einem Test mit der Amateurmannschaft am Sonntag beim VfB Speldorf. "Es gibt uns einen Schub, wenn Alex wieder dabei ist", hofft der Fußball-Lehrer.

Schiedsrichter Herbert Fandel (Kyllburg) leitet das Pokalduell, in dem beide Klubs je eine halbe Million Euro verdienen werden. Die Partie wird live nach Brasilien übertragen. Das wird besonders die Südamerikaner Tinga und Diego interessieren, die sich in der Bundesliga beim 3:0 ein heißes Duell lieferten. Marc Ziegler wäre einverstanden, wenn es wieder "zu Null" hieße.

Von Horst F. Tuneke

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