Dortmund

Wieder Ausraster - BVB-Trainer Jürgen Klopp hat nichts gelernt

Auch auf der Tribüne erlebte BVB-Trainer Jürgen Klopp keinen harmonischen Nachmittag.
Auch auf der Tribüne erlebte BVB-Trainer Jürgen Klopp keinen harmonischen Nachmittag.
Foto: Ina Fassbender / Reuters
Was wir bereits wissen
Der Dortmunder Trainer Jürgen Klopp regte sich auch am Samstag beim Bundesligaspiel gegen Borussia Mönchengladbach über die Entscheidungen des Schiedsrichters auf. Am Ende wurde der BVB-Coach wieder einmal auf die Tribüne geschickt. Ein Kommentar.

Dortmund. Natürlich haben alle Bundesliga-Trainer eine Vereinsbrille auf, allerdings dürfte das Modell, das Jürgen Klopp gehört, den Namen „Ultraparteiisch“ tragen. Ganz gleich, wie eine Entscheidung auch ist, sobald sie gegen Dortmund getroffen wird, kann der Schiedsrichter nahezu sicher sein, dass der BVB-Trainer hochgeht – mal mehr, mal weniger.

Der Mann hat nullkommanull Frustrationstoleranz und fährt selbst bei vergleichsweise weniger wichtigen Partien aus der Haut. Die Schwarzgelben sind auch kommende Saison nahezu sicher in der Champions League, und dennoch vermittelt Klopp selbst bei einem alltäglichen Bundesligakick den Eindruck, als ginge es um einen besonderen Pokal, mindestens.

Schiedsrichter Aytekin leitete die Partie in Dortmund einwandfrei

Man stelle sich nur mal vor, der Mann wäre am Samstag Gladbach-Trainer gewesen: Hätte er dem Schiri mangelndes Fingerspitzengefühl vorgeworfen, weil Havard Nordtveit unter anderem wegen Ballwegschlagens vom Platz gestellt wurde? Hätte er kritisiert, dass Robert Lewandowski nach einer dunkelgelben Karte und einigen überharten Aktionen auf dem Rasen bleiben durfte? Es ist müßig, über Antworten zu spekulieren. Der BVB-Coach wird wohl nie die professionelle Nachsicht eines Jos Luhukay oder eines Lucien Favre vorleben können.

Klopp Fakt ist, Schiedsrichter Deniz Aytekin hat in Dortmund eine knifflige Partie einwandfrei über die Runden gebracht - nicht zuletzt, weil er am Ende ein Zeichen setzte und den ständig ausbrechenden Klopp-Vulkan auf die Tribüne schickte. Er war nicht der erste Referee, der das tun musste, und er wird wohl nicht der letzte sein.

Der Mann ist bekanntlich Wiederholungstäter. Leider haben die Strafen, die der DFB bislang verhängt hat, nichts daran ändern können. Die Frage, ob sich die Schiedsrichter ausreichend durch den Verband geschützt sehen, sollte man deshalb besser nicht stellen. Gut also, dass die Unparteiischen die Möglichkeit haben, sich gegen cholerische Trainer zu wehren. Sie sollten es tun, noch konsequenter als bislang.