WDR berichtet von massiven Sicherheitslücken beim BVB-Ordnungsdienst

Das Ordnungspersonal bei Borussia Dortmund soll nach Recherchen des WDR nur mangelhaft ausgebildet sein.
Das Ordnungspersonal bei Borussia Dortmund soll nach Recherchen des WDR nur mangelhaft ausgebildet sein.
Foto: Franz Luthe
Was wir bereits wissen
Das Hintergrund-Magazin "sport inside" im WDR-Fernsehen befasst sich am Montagabend mit dem Sicherheitsdienst im Dortmunder Stadion. Nach Recherchen des Senders soll der BVB bei der Einstellung und Ausbildung von Ordnern gegen die Sicherheitsstatuten der Deutschen-Fußball-Liga (DFL) verstoßen.

Dortmund.. Die Vorwürfe, die der WDR gegen Fußball-Bundesligist Borussia Dortmund erhebt, sind massiv. Nach Recherchen des Senders soll der BVB bei der Einstellung und Ausbildung des Ordnungspersonals in mehrfacher Hinsicht gegen das Sicherheitskonzept der Deutschen-Fußball-Liga (DFL) verstoßen. In seinem Hintergrundmagazin "sport inside" (Montag/22.45 Uhr) zeigt der WDR eine Undercover-Recherche.

Ein Mitarbeiter der Redaktion hat sich hierfür erst wenige Stunden vor dem Anpfiff des Spiels gegen den FC Bayern München am 23. November beim Ordnungsdienst der Dortmunder einstellen lassen. Dabei ist das nach den Statuten der DFL nicht möglich. Die verlangen nämlich eine intensive Schulung von mindestens zehn Stunden und eine Überprüfung des polizeilichen Führungszeugnisses.

Fußball-Randale Erst in der vergangenen Woche hatte NRW-Innenminister Ralf Jäger eine verbesserte Ausbildung des Ordnungspersonals in Bundesliga-Stadien gefordert. "Also wenn das Standard wäre für alle Ordner, dann rutschen bei einer solchen Maßnahme unter Umständen genau die durch, die wir aus den Stadien raushalten wollen. Die, die gewalttätig sind, die Pyrotechnik zünden. Das wäre die Perversion, sich nachher noch als Ordner bewerben können. Das darf nicht sein", sagte der Minister dem WDR.

Nur fünf Euro Stundenlohn

Auf Anfrage des Senders konnte der Verein keine Angaben machen, wann zuletzt Schulungen des Ordnungspersonals stattfanden. Nach Informationen des Senders haben die rund 750 Mitarbeiter des allgemeinen Ordnungsdienstes sogar seit Jahren keine Schulungen mehr erhalten. Der BVB zeigte sich gegenüber "sport inside" einsichtig.

Aber dem Sender gelang noch eine weitere Enthüllung. Demnach zahle der BVB den Mitarbeiters des Ordnungsdienstes einen Stundenlohn von fünf Euro. Dabei unterliegt die Tätigkeit nach Ansicht von Gewerkschaftsvertretern dem tariflichen Mindestlohn in Höhe von 8,50 Euro. (red)