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Watzke-Interview

Watzke über die Bayern, Reus' Vertrag und die Pfiffe gegen Götze

BVB-Boss Watzke wünscht sich besseren Fan-Empfang für Götze
Hans-Joachim Watzke (links) mit dem BVB-Reporter Daniel Berg.Foto: Michael Kleinrensing

Bei dem jüngsten Streit ging es um eine mögliche Ausstiegklausel im Vertrag von Marco Reus, zu der sich die Münchner äußerten. Sie aber antworteten darauf.

Watzke: Natürlich kann man alles weglächeln. Du kannst auch bei jeder Aggression in der Weltpolitik so tun, als wenn es sie nicht gäbe, aber davon wird nichts besser. Das Problem ist: Wenn du dich nicht ab und zu wehrst, wird dir das als Schwäche ausgelegt.

Aber Reus ist ein Thema. Sein Vertrag in Dortmund läuft bis 2017 und soll im kommenden Sommer eine Ausstiegsklausel enthalten. Können Sie ihn halten?

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Watzke: Das werden wir abwarten müssen. Ich kenne Marco glaube ich ganz gut und kann sagen, dass es ihm nicht in erster Linie um Geld geht. Wir werden Gespräche mit Marco führen, in denen es wichtig sein wird, unser Gesamtpaket aufzuzeigen.

Wie sieht das aus?

Watzke: Es besteht aus der Ökonomie, Ambitionen und extremem Vertrauen, das wir dem Spieler schenken. Ich habe das Gefühl, dass unsere Spieler bei uns glücklich sind. Bei denen, die gewechselt sind, habe ich den Eindruck nicht immer zwingend gehabt. Vorsichtig ausgedrückt.

Die Chance auf Titel ist allerdings bei den Bayern nach wie vor größer.

Watzke: Es wird in Deutschland zu sehr über Titel diskutiert. Ich kenne Spieler von Klubs, die waren vier Mal deutscher Meister und könnten heute unerkannt durch jede Großstadt laufen. Was ich sagen will, ist: Marco Reus kann als Spieler von Borussia Dortmund eine Epoche prägen, eine Legende werden. Das ist für meinen Geschmack viel entscheidender als zwei Titel mehr auf dem persönlichen Briefkopf.

Aber vielleicht will er später gar nicht erkannt werden, sondern nur seinen Enkeln erzählen, wie er damals dieses große Finale gewann, was ihm bislang beim BVB nicht geglückt ist.

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Watzke: Blöd ist nur, wenn du das deinen Enkeln erzählst, die aber dann drei Leute fragen, die sich an den Opa nicht erinnern können. Marco Reus kann diesen Verein prägen, seinen Verein, den Verein aus der Stadt, aus der er kommt. Warum ist Franz Beckenbauer in München so eine Lichtgestalt? Wolfgang Overath, Uwe Seeler, Fritz Walter - das sind Leute, von denen die Menschen auch in 100 Jahren noch wissen, wo die gespielt haben und was die da vollbracht haben.

Warum hat er dann eine Ausstiegsklausel im Vertrag?

Watzke: Er kam aus Gladbach nach Dortmund und es gab vielleicht Menschen in seinem Umfeld, die ihm sagten: Kann sein, dass das nicht funktioniert, dann gibt es einen Exit. Damals waren wir nicht auf dem Level von heute. Aus heutiger Sicht hätte es sicher keine Ausstiegsklausel gegeben, aber damals wollte er eine, es gab zehn Angebote und wir mussten einen Kompromiss schließen. Hätten wir es nicht gemacht, dann wäre er möglicherweise heute nicht bei uns. Wir werden viel dafür tun, Marco zu überzeugen, dass hier seine Zukunft ist. Und auch bei uns hat er jedes Jahr die Chance, einen Titel zu holen.

Mats Hummels sagt, er wird lieber zweimal als Führungskraft Meister als vier Mal als Mitläufer. Hat er verstanden, was Sie meinen?

Watzke: Mats ist ein Spieler, der sehr intelligent ist, der auch mal gegen die Meinung der Mehrheit denkt. Mats weiß, was wir wollen. Er kennt das Innenleben beider Klubs und hat daher eine klare Meinung. Er erinnert sich, wer damals, als er noch bei den Bayern-Amateuren spielte, an ihn geglaubt hat, in welchem Verein und unter welchem Trainer er diese Karriere gemacht hat. Mats vergisst so etwas nicht. Nun ist er Weltmeister, das kann ihm keiner mehr nehmen. Wir sind sehr stolz auf ihn und seine Entwicklung!

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Herr Watzke, wie empfanden Sie das Pfeifkonzert beim Supercupspiel gegen Ihren ehemaligen Spieler Mario Götze?

Watzke: Ehrlich gesagt fand ich es nicht korrekt, dass er so massiv von unseren Fans ausgepfiffen wurde. Die Begleitumstände seines Wechsels waren speziell, aber mit ein bisschen Abstand sollte man sagen können, dass er aus unserem Stall kommt, dass er viele Jahre für Borussia Dortmund gespielt hat, dass er uns eine riesige Ablösesumme eingebracht hat. Ich würde mich wirklich freuen, wenn ihm unsere Fans beim nächsten Spiel der Bayern einen besseren Empfang bereiten würden. Man muss immer bedenken: Wir haben es mit total jungen Menschen zu tun. Und Mario ist ein netter Kerl. Wer Mario im Privaten kennt, der weiß, dass er öffentlich manchmal anders herüber kommt als er ist. Das Verhältnis zwischen ihm und den BVB-Verantwortlichen ist absolut intakt. Er war nach dem Supercup in unserer Kabine, und wir haben uns alle umarmt.

Daniel Berg

Kommentare
20.08.2014
22:39
BVB-Boss Watzke wünscht sich besseren Fan-Empfang für Götze
von bomberdernat | #26

Reus ist so oder so nicht zuhalten
es geht doch nicht allein ums Geld den Sportlichen Erfolg
den Reus beim FC Bayern oder bei einen anderen Großen...
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2 Antworten
BVB-Boss Watzke wünscht sich besseren Fan-Empfang für Götze
von Hubelwusel | #26-1

Im Gegensatz zum GroßenRuhmreichenBestgeführten FCBäh ist Reus Supercup-Gewinner.
Und noch einmal mein lieber BomberRentnerr : Es heißt " pfüat Di"
Wennst scho boarisch schreibst dann schreibs hoid richtig.
Aber besser wär Du bleibst amoi stad.

BVB-Boss Watzke wünscht sich besseren Fan-Empfang für Götze
von Wohlbekloppt | #26-2

Nicht jeder Spieler ( o.k., schon so einige ) will jede Menge Titel - übrigens auch nicht jede Menge Geld -, oft nicht mal einen einzigen. Weil, ja weil er es nicht braucht ...!!! ( für manche kaum vorstellbar, daß es andere Prioritäten im Leben gibt..). Du hattest ja auch nicht einen einzigen und es ist trotzdem sogar was ganz Großes ( was auch nicht Jeder braucht ) aus Dir geworden :-) :-). Sisse, geht also

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BVB-Boss Watzke wünscht sich besseren Fan-Empfang für Götze
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http://www.derwesten.de/sport/fussball/bvb/bvb-boss-watzke-uns-wird-keiner-zerstoeren-koennen-id9721473.html
2014-08-20 05:00
Watzke, BVB, Borussia Dortmund, Reus, Götze, FC Bayern, Bundesliga, Champions League
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