Was BVB-Trainer Klopp mit Bayern-Coach Heynckes verbindet
19.11.2011 | 16:10 Uhr 2011-11-19T16:10:44+0100
Dortmund/München. Das Bundesliga-Spitzenspiel zwischen Bayern München und Borussia Dortmund ist auch das Duell der beiden derzeit schillerndsten deutschen Trainer-Protagonisten: Jupp Heynckes und Jürgen Klopp.
Jürgen Klopp war mal wieder in seinem Element: Zehn Trainer von Amateurvereinen kamen während der Länderspielpause in den Genuss, den Kollegen aus Dortmund dabei beobachten zu dürfen, wie er eine Videoauswertung vornimmt. Und wenn Klopp vor Publikum reden darf, läuft er nun mal zur Höchstform auf: Der Analyst Peter Krawietz werde beim BVB das Auge genannt, Co-Trainer Zeljko Buvac sei „unser Gehirn“. Augenzwinkernd schob der 44-Jährige hinterher: „Bleibt die Frage, was bin eigentlich ich?“
Das war natürlich Koketterie, mit der sich beim Zuhörer trefflich punkten lässt. Jürgen Klopp kennt seinen Stellenwert ganz genau, den er sich bei Borussia Dortmund erworben hat, seit er vor dreieinhalb Jahren beim Traditionsklub aus dem Revier den Job auf der Bank übernahm. Um im Bild zu bleiben: Man könnte Klopp als Bauch bezeichnen, als Stimme, ja sogar als Herz oder Seele des BVB.
Sportdirektor Michael Zorc hat noch ein anderes Bild gefunden, um das Wirken des Trainers einzuordnen: „Er ist ein wunderbares Gesicht für Borussia Dortmund.” Was diesen Mann so wertvoll macht, kann das Dortmunder Urgestein genau benennen: „Er verstellt sich nicht, er kommt nicht nur bei der Mannschaft, sondern auch bei den Medien so rüber, wie er wirklich ist.”
Klopp tritt jugendlich auf
Das ist eine Fähigkeit, die in der Glitzerwelt des Profifußballs längst nicht jedem Protagonisten gegeben ist. Klopp tritt jugendlich forsch auf, manchmal etwas unbeherrscht, und auch wenn er von Zeit zu Zeit über die Stränge schlägt, findet er meist den richtigen Ton. Sein Verhältnis zu den Spielern gilt als exzellent, auch wenn es längst nicht so kumpelhaft ist, wie es oft dargestellt wird.
Eine der großen Stärken von Klopp ist seine soziale Kompetenz. Und das ist eine nicht zu unterschätzende Qualität in einem filigranen Geflecht wie dem einer Profimannschaft, in dem Charaktere aufeinander treffen, die ein hohes Anspruchdenken verinnerlicht haben. Selbst wenn sie nicht auf dem Rasen stehen, gibt Klopp jedem seiner Spieler das Gefühl, von elementarer Wichtigkeit für das Mannschaftsgefüge zu sein.
Zuletzt praktizierte Klopp sein sicheres Gespür beim wider Willen als Nuri-Sahin-Nachfolger gehypten Ilkay Gündogan, den Klopp kurzerhand auf die Tribüne beorderte. Nicht, um den formschwachen Jung-Nationalspieler zu degradieren, sondern, um ihn ganz bewusst aus dem Fokus zu nehmen. Die Botschaft lautet: „Junge, arbeite weiter an Dir und hab Geduld. Deine Zeit wird kommen, ich glaube an Dich.”
Lewandowski trifft regelmäßig
Auch dem als chronischen Chancentod belächelten Robert Lewandowski stärkte Klopp demonstrativ den Rücken. Mit dem Resultat, dass der Pole nun in Abwesenheit des verletzten Torjägers Lucas Barrios regelmäßig trifft. Die Fähigkeit, zu moderieren und sich in einem komplizierten Umfeld konstruktiv einzubringen, eint Klopp und seinen Kollegen Jupp Heynckes, die sich heute (18.30 Uhr) beim Spitzenspiel der Bundesliga begegnen. Wenn der Tabellenführer aus München den Verfolger aus Dortmund empfängt, ist das nicht nur die Revanche für den spektakulären 3:1-Sieg des BVB in der letzten Saison, sondern auch das Duell der beiden schillerndsten Trainer-Protagonisten, die Deutschlands Fußballszene derzeit zu bieten hat.
Beide sind ganz anders im Auftreten, und doch gibt es signifikante Parallelen im Führungsstil. Doch während Klopp meist instinktiv das richtige tut, musste der deutlich ältere Heynckes seinen Weg erst finden. Früher wollte der ehrgeizige Rheinländer oft mit dem Kopf durch die Wand, legte sich regelmäßig mit Stars an und hinterließ zum Beispiel in Frankfurt einen Scherbenhaufen. Heute tritt Heynckes mit einer gewissen Altersweisheit auf, die ihn umsichtig und souverän agieren lässt.
„Die Bayern haben mit ihm einen Trainer bekommen, der ideal zur Mannschaft passt”, hat Klopp beobachtet: „Im Gegensatz zu früher ist Heynckes mittlerweile tiefenentspannt und kann die Spieler sein lassen.” Das ist eine gute Grundlage, um sich in einem Minenfeld voller Stars sicher zu bewegen. Und in einem Umfeld, in dem es sich ehemalige Stars nicht nehmen lassen, im Tagesgeschäft mitzureden.
Kein Ausstiegsszenario
Da Klopp trotz seines extrovertierten Auftretens dieses Anforderungsprofil ebenfalls erfüllt, wäre er durchaus ein geeigneter Kandidat für den Job in München. Immer wieder wird darüber spekuliert, ob der Meistertrainer eines Tages die nächste Stufe auf der Karriereleiter erklimmt und auf die Bank des Branchenführers aus dem Süden wechselt. Dortmunds Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke erteilt solchen Gedankenspielen zumindest mittelfristig eine klare Absage und verweist auf den bis 2014 dotierten Vertrag: „Wir ziehen das Ding mit Jürgen durch, da kann der FC Barcelona rufen, der FC Bayern oder die deutsche Nationalmannschaft – es wird kein Ausstiegsszenario geben.”
Es scheint ratsam, sich beim wichtigsten Angestellten klar zu positionieren und als Meister mit breiter Brust aufzutreten. Wenn es um die Personalien Klopp gehe, sei jeder Anruf bei ihm rausgeschmissenes Geld, betont Watzke: „Borussia Dortmund ist viel zu selbstbewusst, um eine Durchlaufstation zu sein.”

07:14
Alles eine Sache der Betrachtung. Allerdings ist es eine super Trick der Bayern, dass sie den FCB als das Maß aller Dinge "VERKAUFEN". Karriereleiter ist nicht nur Kohle, Lederhose und Oktoberfest.........
Der BVB benutzt mittlerweile eine eigene Marketingformel: Jugend ALLER Länder vereint euch.....und kommt zum BVB (=Karriereleiter für junge Spieler).
Das ist schön und richtig und falsch zugleich. Was die Bayern betrifft, so haben sie es sich sicher über die Jahre verdient. Der Trick - die Bayern als Maß aller Dinge zu "verkaufen" - hat dabei natürlich geholfen. Für Frings, Poldi, Deisler und andere WAR der FCB weder das Maß aller Dinge noch ein Schritt höher ...............Im Gegenteil!
Die Spur der Verlierer ist unendlich lang, weil die Spieler auf der FCB-Bank landeten.
Es wäre an der Zeit, einmal dieses Kapitel seriös aufzuarbeiten und zu sagen, es gibt etliche Spieler, für die WAR der FCB ein Rückschritt auf der Karriereleiter.
UND DAS wäre es auch für Klopp!!!
Auf eine tolle BVB-Woche!
Glück auf!
21:49
die Mannschaft, die über Jahrzehnte den deutschen Fußball dominiert, spielerisch und wirtschaftlich, ist nun mal der FCB.
Allein knapp 140 Mio. flüssige Mittel, um mal eben 2 - 3 Weltstars zu holen, Wahnsinn!
Watzke heute im Interview, wen er denn vom FCB holen würde:
"von denen kann ich keinen einzigen Spieler bezahlen"..sagt doch alles.
Also wenn Kloppo zum FCB gehen würde, wäre es kein Rückschritt, das sehe ich ausnahmsweise anders. Aber er kann etwas Phantastisches in Dortmund aufbauen.
Aus relativ wenig sehr viel machen und das ist unterm Strich wertvoller, als aus dem Vollen zu schöpfen. Insofern ist es durchaus anspruchsvoller mit jungen Talenten und einem überschaubaren Etat so erfolgreich zu sein.
Mein Bauch sagt mir:
Kloppo bleibt noch 3 Jahre und wird dann Bundestrainer.
Aber jetzt genießen wir erstmal die Zeit mit ihm.
Glück auf und Sieg in London :-)
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17:55
Die nächste Stufe auf der Karriereleiter wäre nicht der FCB, sondern KLAR der BVB! Er könnte Alex Ferguson nachahmen, der seit 1986 bei Manchester United tätig ist! UND dabei sehr erfolgreich ist (nach Anlaufschwierigkeiten in den Anfängen).
Der FCB - bei allem Respekt!! - wäre im Falle Klopp EIN RÜCKSCHRITT!!!!
Glück auf!