Warum der BVB mit Klopp ein etwas anderes Trainerproblem hat

Unschuldig nur in einem Sinne: So hat es Jürgen Klopp sicher nicht gewollt.
Unschuldig nur in einem Sinne: So hat es Jürgen Klopp sicher nicht gewollt.
Foto: Bongarts/Getty Images
Was wir bereits wissen
Der Bierbecherwurf gegen Sky-Kommentator Reif tut Klopp irgendwie leid. Er hat aber über Jahre hinweg Journalisten runtergemacht. Und deshalb ist er eben auch nicht völlig unschuldig am Bierbecherwurf. Ein Kommentar.

Es wäre „abenteuerlich“, einen Zusammenhang zwischen dem Bierbecherwurf gegen Marcel Reif und den herabwertenden Worten von Jürgen Klopp gegenüber dem Sky-Kommentator zu sehen, hat Hans-Joachim Watzke erklärt. Abenteuerlich ist es aber nur, wenn man sich wie Borussia Dortmunds Geschäftsführer die Augen zuhält.

Klopp diskreditiert seit Jahren Journalisten

Tatsächlich gibt es einen glasklaren Zusammenhang. Und zwar nicht, weil dem BVB-Trainer ein einziges Mal eine Äußerung blöde herausgerutscht wäre, sondern weil er seit Jahren Journalisten diskreditiert. Für das dabei verwendete Vokabular hier lediglich ein Beispiel: „Drecksleben“. Und? Handelt es sich bei Klopp um einen multimedial dauerpräsenten Meinungsschöpfer? Ja? Nein? Sollte die Antwort ja lauten, dann gilt: Zur Haltungsbildung gegenüber Reif (und allen anderen) hat er beigetragen.

Klopp entschuldigt sich verklausuliert

Wollte Klopp so nicht. Garantiert nicht. Wir leben allerdings im Internetzeitalter. Und in diesem ist es eben so: Der Trainer redet öffentlich, bestätigt und verstärkt das dumpfe Empfinden irgendwelcher Typen, die wiederum im virtuellen Riesenzirkel das dumpfe Empfinden weiterer Typen bestätigen und verstärken – und vielleicht fliegt dann mal in der Wirklichkeit ein Bierbecher. Man ist ja nicht allein, die anderen denken doch auch so über das Lügenpresse-Gesocks. . .

Dass Klopp sich verklausuliert entschuldigt hat? Im Netz kann er gern nachlesen, wie sehr es hilft.