Von Cesar bis Sammer - Unsere Top 15 der BVB-Neuzugänge

Julio Cesar war in den 90er-Jahren eine Stütze des Dortmunder Erfolgs.
Julio Cesar war in den 90er-Jahren eine Stütze des Dortmunder Erfolgs.
Foto: imago.
Was wir bereits wissen
Den einen oder anderen Kracher hat der BVB in der jüngsten Vergangenheit verpflichtet. Unsere Top 15 der BVB-Neuzugänge der letzten 25 Jahre.

Essen.. Der BVB ist in den letzten Jahren nicht zuletzt dank seiner Transferpolitik immens erfolgreich gewesen. Allerdings holten die Dortmunder nicht immer nur Kagawas und Dedés. Wir haben uns die BVB-Einkäufe der jüngeren Vergangenheit angeguckt und dabei auch den ein oder anderen Rohrkrepierer gefunden. Unsere Flop 15 der BVB-Neuzugänge der letzten 25 Jahre.

Die Flop 15 in Textform

Platz 15 - Julio Cesar (1994-98): Der Brasilianer Julio Cesar kam 1994 im Doppelpack mit Andy Möller zum BVB und war Teil des Konzepts "Wir kaufen Juve solange leer, bis wir sie schlagen können". Cesar war mit seiner Coolness in der Innenverteidigung eine völlig neue Erfahrung für die Borussia-Fans, die bis dato rustikale Verteidiger wie Günter Kutowski oder Bodo Schmidt gewohnt waren. Cesar hatte ein traumhaftes Stellungsspiel und spielte Pässe, von denen BVB-Fans heute noch schwärmen. Zudem brachte Cesar mit verführerischen Samba-Tänzerinnen Flair aus der Heimat auf die Meisterschaftsfeier 1996.

BVB Platz 14 - Stephane Chapuisat (1991-99): Als Ottmar Hitzfeld den schüchternen Schweizer 1991 von Bayer Uerdingen zum BVB lotste, war die Skepsis groß. Doch "Chappi" spielte sich in die Herzen der Fans und schoss Tore am Fließband. 102 Tore in 218 Bundesliga-Spielen und 16 Treffer in 44 Europacup-Spielen sprechen eine deutliche Sprache. Auch Chapuisat gehört zu der legendären Mannschaft, die 1997 die Champions League gewann.

Platz 13 - Roman Weidenfeller (seit 2002): Roman Weidenfeller wechselte 2002 vom 1.FC Kaiserslautern zum BVB. Zwei deutsche Meisterschaften und einen DFB-Pokal-Sieg feierte "Weide" mit den Schwarz-Gelben. Bisher trug er 434 Mal das Trikot des BVB und führte die Borussia zwischenzeitlich auch als Kapitän auf das Spielfeld. Nach starken Jahren im Tor der Dortmunder nominierte Jogi Löw Weidenfeller für die WM 2014. Zwar blieb der Borusse ohne Einsatz, darf sich seitdem aber Weltmeister nennen. In der Saison 2014/15 verlor Weidenfeller seinen Stammplatz zwischenzeitlich an Mitch Langerak, seit der Saison 15/16 ist er in der Bundesliga die Nummer zwei hinter Roman Bürki.

Platz 12 - Tomas Rosicky (2001-2006): Tomas Rosicky gehört zu den elegantesten Fußballern, die jemals das Trikot der Borussen übergestreift haben. Mit seinen flinken Dribblings und präzisen Pässen in die Tiefe stellte er jede Abwehr vor eine Herausforderung. Seinen Spitznamen bekam er, weil ihm jemand zurief: "Junge, iss doch mal ein Schnitzel". Seitdem hieß er in Dortmund schlichtweg "Schnitzel". 2002 wurde Rosicky Meister mit dem BVB. Kritiker warfen dem Tschechen vor, sich zu oft auf dem Platz zu verstecken. Schließlich wechselte er zu Arsenal London in die Premier League.

Platz 11 - Ilkay Gündogan (seit 2011): Eine deutsche Meisterschaft und einen DFB-Pokalsieg feierte Ilkay Gündogan mit dem BVB. Den gebürtigen Gelsenkirchener holten die Dortmunder für 5,5 Millionen Euro vom 1.FC Nürnberg. Beim BVB entwickelte er sich zu einem der besten Mittelfeldspieler Europas. Gündogan erlebte in Dortmund aber nicht nur schöne Zeiten. Eine Stauchung der Wirbelsäule kostete ihn - abgesehen vom ersten Spieltag - die komplette Saison 2013/14 und die folgende WM. Nach einem langen hin und her verlängerte Gündogan seinen Vertrag in der Sommerpause vor der Saison 15/16 um ein Jahr bis zum 30. Juni 2017.

Platz 10 bis Platz 6: Not-Transfers und zu große Fußstapfen

Platz 10 - Pierre-Emerick Aubameyang (seit 2013): 13 Millionen Euro überwies der BVB im Sommer 2013 an den AS St. Etienne, um Piere-Emerick Aubameyang zu verpflichten. Seinen Einstand krönte er gleich mit einem Dreierpack gegen den FC Augsburg. Die weitere Saison lief für den Gabuner zwar durchwachsen, spätestens in seinem zweiten Jahr beim BVB schlug Aubameyang aber voll ein. Die Saison 2015/16 könnte die des Pierre-Emerick Aubameyang werden. Nach einer brillianten Hinrunde mit 18 Toren in 17 Bundesligaspielen jagt er den Allzeit-Rekord von Gerd Müller. Außerdem wurde er zu Afrikas Fußballer des Jahres gewählt.

Platz 9 - Shinji Kagawa (2010-12, seit 2014): Das Schnäppchen des Jahrtausends: Es war noch nicht einmal eine richtige Ablöse, die Dortmund vor der Saison 2010/2011 für den Japaner an Cerezo Osaka überweisen musste. Der BVB hatte lediglich eine Ausbildungsentschädigung von 350.000 Euro zu zahlen. Als er knapp zwei Jahre später Richtung Manchester zog, brachte er den Dortmundern mehr als das Zehnfache ein. Die Herzen der Fans hatte der quirlige Mittelfeldstratege schnell gewonnen - spätestens am vierten Spieltag seiner Auftaktsaison, als er zwei Tore beim 3:1-Derbysieg auf Schalke erzielte. Am Ende der Spielzeit standen acht Tore und eine Vorlage in der Statistik. Absolut überragend spielte er im Double-Jahr, als er 13 Tore und elf Assists zur Meisterschaft beitrug. Im Sommer 2014 holt Dortmund den Japaner für 8 Millionen Euro zurück.

Aubameyang Platz 8 - Marco Reus (seit 2012): In der Dortmunder Jugend groß geworden, kehrte Marco Reus 2012 nach Stationen bei RW Ahlen und Borussia Mönchengladbach zurück zum BVB. Den Schwarz-Gelben war das 17,1 Millionen Euro wert. Zwei deutsche Supercupsiege hat Marco Reus mit dem BVB gefeiert, ansonsten gab es noch keine Titel für ihn. Oft wurde der Außenstürmer durch Verletzungen zurückgeworfen. So auch vor der WM 2014, die er anschließend verpasste. Dennoch hat er in 144 Spielen für die Borussia 67 Tore erzielt und weitere 49 vorbereitet.

Platz 7 - Dedé (1998-2011): Olé Dedé - Der Deutsch-Brasilianer wurde in seinen 13 Jahren beim BVB eine Legende. Als er 1998 kam, war es ihm erst einmal ein bisschen kalt in Westfalen. Bald jedoch schloss der Linksverteidiger den Klub in sein Herz. Neben zwei Meisterschaften feierte Dedé Finalteilnahmen im DFB-Pokal (2008) und im UEFA-Pokal (2002). Er verließ Dortmund als Vize-Rekordspieler hinter Michael Zorc. Gänsehaut bei jedem Zuschauer im Signal Iduna Park und Tränen bei Dedé gab es, als er am Ende der Saison 2010/2011 verabschiedet wurde. Seit 2007 ist er sogar deutscher Staatsbürger und sagte einst: „Später möchte ich wieder in Brasilien leben und viele Kinder haben. Diese sollen aber in Deutschland eine Lehre machen oder studieren, damit sie lernen, dass ein 9-Uhr-Termin um 9 Uhr stattfindet und nicht erst um 11 Uhr oder 12 Uhr.“

Platz 6 - Andreas Möller (1994-2000): Der Hesse Andreas Möller war das spielerische Element, das den BVB in seiner zweiten Zeit in Dortmund zum ersten Meistertitel nach 32 Jahren führte. Zusammen mit Sammer, Riedle und Chapuisat bildete er eine starke Achse. Auch wenn "Turbo-Möller" das eine oder andere Mal mit unsportlichen Aktionen - speziell Schwalben - auffiel, genoss er bei den Borussen einen guten Ruf. Bis zu seinem unrühmlichen Abgang. Im Sommer 2000 entschied sich der Mittelfeldspieler für einen Wechsel zu Intimfeind Schalke 04 - ablösefrei. 1994 hatten die Dortmunder noch umgerechnet 4,6 Millionen Euro an Juventus Turin gezahlt.

Platz 5 bis Platz 1: Millionenschwere Missverständnisse

Platz 5 - Jürgen Kohler (1995-2002): 1995 kam Jürgen Kohler von Juventus Turin zur Borussia. Gemeinsam mit Julio Cesar bildete der Mannheimer Abwehr-Recke aus der Schlappner-Schule ein famoses Gespann. 1997 wurde er von den Fans zum Fußballgott gemacht, als er im Halbfinale der Champions League in Manchester eine schier übermenschliche Leistung bot - obwohl er nur Stunden zuvor einen persönlichen Schicksalsschlag erleiden musste. Etwas Unrühmlich sein Abgang: Im Finale des Uefa-Cups 2002, als er die Rote Karte sah und so die Niederlage der Borussen einleitete.

Platz 4 - Sebastian Kehl (2002-2015): Vom SC Freiburg wechselte Sebastian Kehl in der Winterpause 2001/2002 für 3,2 Millionen Euro zum BVB. Sofort übernahm er eine Führungsrolle in der Mannschaft und verlieh dem defensiven Mittelfeld Stabilität. Viele Verletzungen beutelten den Fuldaer und warfen ihn immer wieder zurück, doch wenn er sich zurück ins Team gekämpft hatte, zeigte Kehl, wie wichtig er für die Borussia ist - mit Toren und auch durch seine Zweikampfstärke. Sein wohl stärkstes Comeback: vor der Meistersaison 2011/2012, in der er seine dritte Meisterschaft beim BVB feiern konnte. Im Sommer 2015 beendete Kehl seine Karriere beim BVB.

Platz 3 - Mats Hummels (seit 2008): Noch nie werden sich die Bayern über eine Einnahme von gut vier Millionen Euro nachträglich so geärgert haben wie im Falle von Mats Hummels. Von den Bayern-Amateuren an den BVB zunächst nur ausgeliehen, entwickelte sich Hummels in der Dortmunder Innenverteidigung zur festen Größe, zum Nationalspieler, zum Double-Sieger. Seine abgeklärte, faire Spielweise und sein gutes Auge zeichnen ihn aus - dazu ist er bei Standards sehr torgefährlich.

Platz 2 - Robert Lewandowski (2010-2014): Für 4,5 Millionen Euro kam der polnische Stürmer in der Sommerpause 2010 von Lech Posen zur Borussia. Nach einem Jahr in der zweiten Reihe hinter Lucas Barrios drängte sich der drahtige Angreifer in der Saison 2011/2012 in die Startelf. Im Double-Jahr trug er 22 Tore und zehn Vorlagen zur Meisterschaft sowie sieben Tore zum Pokalsieg bei. Damit wurde er Torschützenkönig der Pokalsaison. 24 Ligatreffer ließ er in der Saison 2012/2013 folgen, in der er auch auf internationaler Ebene glänzte. Mit zehn Champions-League-Toren trug er zum Finaleinzug des BVB bei. Seine Sternstunde: der Viererpack gegen Real Madrid im Halbfinal-Hinspiel. Anschließend wechselte er ablösefrei zum FC Bayern München.

Platz 1 - Matthias Sammer (1993-1998): Der rothaarige Sachse Matthias Sammer kam zur Rückrunde 1992/1993 von Inter Mailand für umgerechnet 4,25 Millionen Euro. Er machte den Anfang der großen Rückholaktionen deutscher Spieler aus Italien. Für diesen Kurs musste der BVB 2005 mit dem Beinahe-Konkurs bezahlen. Doch fußballerisch war Sammer das Beste, was dem BVB in dieser Phase passieren konnte. Mit großem Kampfgeist - selbst eine stark blutende Augenverletzung stoppte ihn nicht - riss er die Borussen mit. Sammer wurde 1995 und 1996 mit dem BVB Deutscher Meister, gewann 1997 die Champions League und führte den Verein 2002 als Trainer zum Titel. 1996 wurde Sammer zudem als Europas Fußballer des Jahres ausgezeichnet - der bislang letzte Deutsche, der diese Auszeichnung erhielt.