U17-Trainer des BVB vor Meisterschaftsfinale um Ruhe bemüht

Ein wichtiger Spieler in der U17 des BVB: Felix Passlack.
Ein wichtiger Spieler in der U17 des BVB: Felix Passlack.
Foto: Getty
Am Sonntag steht die U17 des BVB im Finale um die Deutsche Meisterschaft. Der Trainer ist stolz - und genervt vom Trubel um einen seiner Spieler.

Dortmund.. Beim BVB-Nachwuchs sind sie derzeit vor allem um eins bemüht: Ruhe. Um sich auf Fußball zu konzentrieren. Und um alles auszublenden, was vor dem Endspiel um die Deutsche U17-Meisterschaft gegen den VfB Stuttgart (Sonntag, 11 Uhr) auf die Mannschaft von Trainer Hannes Wolf einprasselt.

Eine Sache versucht der 34-Jährige von vornherein so klein wie möglich zu halten. Der Hype um seinen „Star“ Felix Passlack nimmt aus Sicht des Dortmunder Linienchefs allmählich Überhand. Dem Nachwuchs-Borussen werden ähnliche Fähigkeiten wie Mario Götze, der ebenfalls aus der Talentschmiede des achtfachen Deutschen Meisters stammt, nachgesagt. „Die Mannschaft besteht ja nicht nur aus Felix“, stellt Wolf klar. Der Coach stößt sich an der Eigendynamik, die das Tohuwabohu um den Mittelfeld-Regisseur angenommen hat, der mit der U17 Nationalmannschaft in Bulgarien im Finale um die Europameisterschaft stand.

Stichwort DFB-Auswahl: Der BVB hat für die Titelkämpfe mit Passlack, Dzenis Burnic und Janni Serra drei Akteure abgestellt. „Dass die Jungs nach dem Turnier noch einmal so zurückkommen, ist ein großes Qualitätsmerkmal“, betont der Coach. Zwischen dem Endspiel der Europameisterschaft und dem letzten Spieltag in der Liga hatten die drei Rückkehrer gerade einmal acht Tage Zeit, drei weitere blieben zum Hinspiel im Halbfinale um die Deutsche Meisterschaft.

Stolz auf die zweite Finalteilnahme in Folge

In der Neuauflage des Vorjahresendspiels schlug der BVB den Nachwuchs von Red-Bull-Ableger Leipzig mit 2:0 und 2:1. Gegner VfB Stuttgart schaltete Hannover 96 mit einem 2:0 und einem 1:1 aus. „Dass wir zum zweiten Mal in Folge bis zum Ende spielen dürfen, ist für uns schon sehr cool“, findet Wolf. Der 34-Jährige macht keinen Hehl daraus, dass ihn die Entwicklung seiner Mannschaft in der abgelaufenen Saison überrascht hat.

Denn den Start der Nachwuchs-Borussen in den Liga-Betrieb hatten sich die Schwarzgelben grundlegend anders vorgestellt. Von acht Spielen gewann die Wolf-Elf nur vier. „Umso schöner, dass die Mannschaft sich gefangen hat“, kommentiert der Trainer, der die anfänglichen Schwankungen auch auf die Integration der Neuzugänge schiebt. Doch auch das steckten die Dortmunder locker weg. Janni Serra, der vor der Saison von Hannover 96 gekommen war, erzielte in 24 Spielen 18 Tore – einer der Topwerte der Liga.

Bärenstarke BVB-Offensive

Ohnehin verfügt der BVB über eine bärenstarke Offensive. 82 Tore aus 26 Spielen sind Liga-Rekord. Wolf kann die Leistung seiner Mannschaft nicht hoch genug bewerten - zumal man immer wieder mit massivem Verletzungspech zu kämpfen hatte. Da ist es für ihn schon beinahe Luxus, dass mit Etienne Amenyido, Alexander Laukart, Jan Binias und Sandy Husic „nur“ vier Spieler im Endspiel ausfallen. Mit Sahin Kösecik kehrt ein Langzeitverletzter wieder zurück. „Die Mannschaft hat durch die vielen Ausfälle in der Saison eine gewisse Leistungsbreite entwickelt“, erklärt Wolf.

Der BVB besteht eben nicht nur aus Felix Passlack.