Tuchel will beim BVB ein Trainer zum Anfassen sein

Was wir bereits wissen
Borussia Dortmunds Trainer Thomas Tuchel war nach dem ersten Testspiel seines neuen Teams zufrieden mit der Leistung seiner Spieler. Wir haben nachgefragt.

Rhede.. Auch wenn er tatsächlich noch nicht allzu lange in einer neuen Stadt lebt und arbeitet, weiß Thomas Tuchel sehr wohl, dass er in Dortmund gelandet ist. Darum schaute der neue Trainer der Borussia am Freitagabend auch verdutzt drein, als der Vereinssprecher des VfL Rhede den BVB 09 überraschend für alle nach Düsseldorf verortet hatte. Mit einem Lächeln sah Tuchel darüber hinweg und zog dann nach dem 5:0 (3:0)-Sieg beim münsterländischen Landesligisten eine erste Bilanz. Thomas Tuchel über…

Den Test in Rhede: Wir mussten noch ein paar Spieler von der U23 mit dazu nehmen, deswegen hat das noch nicht alles harmonisch gewirkt. Einige waren am Morgen das erste Mal beim Training, da muss man dann auch das Gefühl erstmal dafür bekommen, im Trikot auf dem Platz zu stehen. Alles in allem war es okay. Es ist sicher zwischendurch noch etwas zäh – das liegt aber auch daran, dass der Gegner seinen Job gut gemacht hat.Testspiel

Seine erste Arbeitswoche beim BVB: Wir versuchen, Kombinationen durchzubringen. Die ganze Woche schon, die Mannschaft ist da sehr bemüht und fleißig. Aber die Leichtigkeit und Verständlichkeit können noch nicht da sein. In ein paar Phasen hätte ich mir nur gewünscht, dass wir ein bisschen geduldiger sind und unsere Positionen halten. Es gab ein paar Dinge zu korrigieren, aber meine Güte, das ist doch ganz normal. Ich habe jetzt die Gelegenheit genutzt, das erste Spiel richtig zu coachen und es nicht auf dem Stuhl sitzend über mich ergehen zu lassen.

Das erste Zusammentreffen mit Borussia-Fans: Ich lebe mitten in der Stadt und verstecke mich dort ja auch nicht. Ich lerne täglich neue Leute kennen – auf dem Spielplatz, in der Nachbarschaft, beim Einkaufen. Bei meinem ersten Spiel als BVB-Trainer ist es natürlich schön, die Begeisterung zu sehen und die Vielzahl der Fans, die das bewegt. Das war ein erster Vorgeschmack, das wird am Samstag noch mehr. Die Fußballbegeisterung ist ein ganz wesentliches Merkmal dieses Vereins – wir haben schon vor, da ganz einzutauchen. Das ist ja auch etwas, das eine gewisse Kraft entwickeln kann.

Die ersten Eindrücke seiner neuen Mannschaft: Die waren sehr positiv. Ich habe eine höfliche, rücksichtsvolle, offene Mannschaft kennengelernt, die sich auf das neue Trainer-Team und die Situation einlässt. Das hat viel mit Respekt zu tun, wir gehen sehr achtsam miteinander um. Ich fühle mich also sehr wohl. Der Dank gebührt den Spielern, die haben es uns leicht gemacht mit ihrer Lust auf Offenheit. Auf und neben dem Platz spielen sich die Dinge gerade ein. Jetzt haben wir eine längere Reise nach Asien vor uns, die wir auch nutzen werden, um viel miteinander zu sprechen und jedem mal ein Feedback zu geben.