Supercup-Triumph gegen BVB für Bayern ein wichtiges Zeichen

Nette Geste am Rande: Der Münchener Dante (links) und der Dortmunder Robert Lewandowski.
Nette Geste am Rande: Der Münchener Dante (links) und der Dortmunder Robert Lewandowski.
Foto: dapd
Was wir bereits wissen
Uli Hoeneß freut sich über die Erkenntnis, dass die Münchener gegen den BVB doch noch gewinnen können. Doch der muss nicht in Aufregung verfallen: Die wirklich wichtigen Duelle kommen erst noch. Es war doch eben nur der Supercup. Auch wenn der Sieg ein wichtiges Zeichen für die Münchner war.

München.. Nein, einen Autokorso gab es in der bayerischen Landeshauptstadt nicht. Und die Spieler des FC Bayern München präsentierten sich ihren Fans mit der eroberten Trophäe auch nicht auf dem Balkon am Marienplatz. Es war am Ende doch nur der Supercup, den die Bayern am Sonntag mit dem 2:1-Sieg gegen Doublesieger Borussia Dortmund gewonnen hatten. Kein Anlass zur Riesen-Euphorie. Nur einer von ihnen, der auch als Genussmensch bekannt ist, genoss den Moment in vollen Zügen.

BVB Uli Hoeneß stolzierte durch die Mixed-Zone seiner Allianz-Arena mit dem breiten Grinsen eines Barack Obama, der gerade wieder zum US-Präsidenten gewählt worden ist. „Einen schönen Abend“, wünschte der breitbrüstige Bayern-Präsident der wartenden Journalistenrunde. Und entschwand ohne weitere Worte nach einem für ihn besonders schönen Abend in den Stadionkatakomben.

Draußen, auf dem Rasen, reckten seine Spieler diese etwas seltsame Trophäe aus Glas und Ball in die Münchener Luft. Für die erfolgsverwöhnten Bayern war es weniger wichtig, nach zwei Jahren endlich wieder einen Titel geholt zu haben. Viel bedeutender: Sie hatten ein Trauma beendet und nach fünf erfolglosen Versuchen erstmals wieder Borussia Dortmund geschlagen und besiegt.

Für den FC Bayern München war der Sieg ein wichtiges Zeichen

Es war wichtig, jetzt dieses Zeichen zu setzen“, sagte Arjen Robben, der an diesem so wichtigen Abend in seiner Defensivarbeit erstaunlich engagiert war. Und sein Trainer Jupp Heynckes, der kurz vor Abpfiff seine Mannen mit hochrotem Kopf an der Linie anbrüllte, als gelte als einen Vorsprung im Pokalfinale zu verteidigen, ergänzte: „Dieser Sieg im eigenen Stadion war psychologisch ganz bedeutend.“ Zwei Mal hatte sein Arbeitgeber zuletzt in der heimischen Arena gegen den BVB verloren.

BVB Den Bayern machte insbesondere die erste Spielhälfte Hoffnung, den Dortmundern in der Bundesliga endlich wieder auf Augenhöhe zu begegnen. Sie agierten so bissig und aggressiv, wie es ihr neuer Sportvorstand Matthias Sammer gerne sieht. Erfreulich zudem das Auftreten der Neuzugänge: Innenverteidiger Dante meldete lange den Bajuwaren-Schreck Robert Lewandowski ab, der fünf der letzten sieben BVB-Treffer gegen die Bayern erzielt hatte.

Beim BVB war in der zweiten Hälfte der Götze-Effekt zu spüren

Im Sturm erzielte Mario Mandzukic nicht nur ein Tor und leitete den zweiten Treffer ein. Der Kroate demonstrierte auch, dass er, anders als der andere Mario mit Familiennamen Gomez, einen Ball auch halten und verwalten kann. „Super Mario“ schlagzeilten die Münchener Medien gleich über ihren neuen Mario.

Beim unterlegenen BVB machte auch ein Mario Freude, weil Mario Götze schon fast wieder wie der alte Mario Götze spielte. Nach langer Verletzungspause, unbefriedigender EM und Bindehautentzündung kam der Nationalspieler in München erstmals in der Vorbereitung zum Einsatz. Und der 20-Jährige hauchte dem Dortmunder Spiel in der zweiten Hälfte als vitalisierendes Element Schwung und Esprit ein.

Supercup-Statistik spendet Borussia Dortmund ein wenig Trost

„Verschenkte Lebenszeit“, nannte BVB-Sportdirektor Michael Zorc die erste Spielhälfte, in der vor allem Defizite im Dortmunder Abwehrverhalten unübersehbar waren. „In den ersten 20 Minuten waren wir im Koma, bis zur Pause im Tiefschlaf und dann sind wir endlich aufgewacht“, hatte Marcel Schmelzer, einer der elf schwarzgelben Tiefschläfer, sehr treffend beobachtet. Nachdem die Dortmunder in der zweiten Hälfte allerdings die Spiel-, Chancen- und Torhoheit erobert hatten, hielt sich das Bedauern nach der ersten Niederlage gegen die Bayern seit dem 13. Februar 2010 aber in Grenzen. Ergänzender Trost für den amtierenden Doublesieger: Elf von zwölf Supercup-Siegern wurden am Ende der Saison nicht Meister.