Subotic patzt in München und muss um BVB-Stammplatz bangen

Der Anfang vom Ende für Borussia Dortmund: Neven Subotic (r.) foult Bayern Münchens Franck Ribéry.
Der Anfang vom Ende für Borussia Dortmund: Neven Subotic (r.) foult Bayern Münchens Franck Ribéry.
Foto: dpa
Was wir bereits wissen
Bislang war es ein unumstößlicher Fakt bei Borussia Dortmund: Die Innenverteidigung besteht - wenn beide gesund sind - aus Mats Hummels und Neven Subotic. Doch Subotic muss sich nun ernste Sorgen um seinen Platz machen - das zeigte auch das 1:2 beim FC Bayern München.

München.. Der Täter war nicht nur vollumfänglich geständig, er räumte sogar mehr ein, als ihm zur Last gelegt wurde: "Ich lege zwei Gegentore auf und wir verlieren das hier noch", haderte Neven Subotic nach der 1:2-Niederlage seiner Borussia aus Dortmund beim FC Bayern München.

Mit seiner Selbstanklage ging der Innenverteidiger noch weiter als die meisten Berichterstatter, die Subotic nur eingeschränkt schuldig sahen. Dass der Serbe das 1:2 im Wesentlichen auf seine Kappe nehmen musste, war unbestritten: Statt zu klären schoss er Bayerns Franck Ribery an und konnte diese anschließend nur per Foul im Strafraum stoppen - Elfmeter (85.).

Subotic sieht sein Foul außerhalb des Strafraums

"Ich versuche ihn runter zu ziehen, versuche das Foul zu ziehen", schilderte der Serbe die Szene. "Aber nach meinem Gefühl - ich habe es noch nicht im Fernsehen gesehen - habe ich ihn schon weit vor dem Sechzehner gezogen, er läuft dann weiter und fällt." Hier allerdings irrte der Abwehrspieler, das Foul fand deutlich im Strafraum statt.

Stimmen Diffiziler waren da schon die Debatten um Gegentor Nummer eins, mit dem die Bayern nach 72 Minuten den Ausgleich geschaffte hatten: Subotic hatte einen Steilpass von Ribery auf Robben per Grätsche geklärt - genau in die Füße von Robert Lewandowski, der von der Strafraumkante aus traf. Ein Abwehrfehler? Eher Pech bei einer dringend nötigen Rettungstat.

Am Ende aber blieb ein äußerst schwacher Auftritt des Dortmunders mit der Rückennummer 4. Erst zur Pause für Mats Hummels eingewechselt, zeigte Subotic viele Wackler und Unsicherheiten und bekam dafür die Note 5,5. Es war erst das zweite Mal überhaupt in seinen sechs Jahren beim BVB, dass der 23-jährige nur von der Bank ins Spiel kam - das erste Mal hatte er nur zwei Spieltage zuvor gegen den 1. FC Köln (1:2) erlebt.

Die endgültige Antwort lässt auf sich warten

Bislang galt stets: Ist Subotic fit, spielt er auch. Da mochte der Vertreter noch so gute Auftritte gezeigt haben, mochte dem BVB wie der Ex-Borusse Felipe Santana das Wunder von Malaga bescherrt haben - war Subotic genesen, rückte die Alternative zurück ins zweite Glied. Diese scheinbar unumstößliche Gewissheit aber scheint vorbei, in München vertraute Trainer Jürgen Klopp das Abwehrzentrum lieber dem Griechen Sokratis an. Der Stammspieler-Status scheint dahin - auch weil Subotic nach seinem Kreuzbandriss, der ihn die komplette vergangene Rückrunde kostete, noch lange nicht der alte ist, sich in den Spielen zuvor ebenfalls oft anfällig präsentiert hatte.

Hat der derzeit deutlich stabilere Sokratis dem Serben den Rang also endgültig abgelaufen, ist Subotic nur noch Innenverteidiger Nummer drei? Die Antwort auf diese Frage wird wohl noch eine Weile auf sich warten lassen. Denn Abwehrchef Mats Hummels musste gegen die Bayern verletzt ausgewechselt werden; er wird mit einer Bänderdehnung im rechten Fuß voraussichtlich drei Wochen ausfallen. Statt Sokratis oder Subotic heißt es künftig also Sokratis und Subotic.