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Steine statt Beine - wie der BVB das Evonik-Geld nutzen will

27.06.2014 | 13:34 Uhr
Steine statt Beine - wie der BVB das Evonik-Geld nutzen will
BVB-Boss Hans-Joachim Watzke im Gespräch mit Klaus Engel, Vorstandsvorsitzender von Evonik.Foto: dpa

Dortmund.  Borussia Dortmund erlöst rund 26,7 Millionen Euro durch den Einstieg von Evonik, inklusive eines neuen Sponsoringvertrags und einer geplanten Kapitalerhöhung sollen in den kommenden Jahren über 300 Millionen Euro zusammenkommen - das Geld soll zunächst nicht in die Mannschaft gesteckt werden.

Der Weg zum Signal Iduna Park führt derzeit an einer Baustelle vorbei: An der Nordwestecke des Stadions baut Borussia Dortmund ein Funktionsgebäude, hier soll künftig unter anderem eine Fan-Welt und das gesamte Ticketing untergebracht sein.

Und auch an anderer Stelle bastelt der Verein an seiner Zukunft - und hat heute einen wichtigen Schritt bekannt gegeben: Der bisherige Hauptsponsor Evonik übernimmt einen Anteil von 9,06 Prozent an der Borussia Dortmund KGaA und zahlt dafür 26,7 Millionen Euro. Zusätzlich wurde der Sponsoringvertrag mit dem Essener Chemiekonzern bis 2025 verlängert, nach Informationen dieser Redaktion zu jährlichen Zahlungen von über 20 Millionen Euro.

Der Einstieg Evoniks erfolgt über eine Kapitalerhöhung: Zusätzlich den bislang rund 61,4 Millionen Aktien wurden etwa 6,1 Millionen weitere Papiere ausgegeben, die Evonik komplett gezeichnet hat - das ergibt die Beteiligung von zunächst 9,06 Prozent.

Weitere Kapitalerhöhung geplant

Denn noch in diesem Jahr will der BVB eine weitere Kapitalerhöhung durchführen: Schon vor Jahren genehmigte die Aktionärsversammlung die Ausgabe von 30 Millionen Aktien - rund 24 Millionen wären also noch übrig. "Wir führen darüber Sondierungsgespräche", sagte BVB-Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke. Ideal seien zwei bis drei strategische Partner, mögliche Unternehmen wollte er aber nicht nennen oder kommentieren. Sollten die Aktien komplett ausgegeben werden, könnte der Klub noch einmal rund 100 Millionen Euro erlösen - insgesamt käme so ein Volumen von 350 Millionen Euro zusammen.

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Der BVB stößt damit in eine neue Dimension vor - und will sich doch treu bleiben: Erst einmal soll das Geld in den Abbau von Verbindlichkeiten und den Ausbau der Infrastruktur fließen - und nicht in neue Rekordtransfers. "Einmaliges Geld verführt immer dazu, Unsinn damit zu machen", sagt Watzke."Das wollen wir nicht, wir setzen auf nachhaltiges Wachstum."

So soll etwa die Hypothek auf dem vereinseigenen Stadion von rund 34 Millionen Euro - plus einer Vorfälligkeitsentschädigung von wohl etwa zwei Millionen - abgelöst werden, außerdem möchte der Verein seine Geschäftsstelle kaufen - hier lägen die Kosten wohl im höheren einstelligen Millionenbereich. Gerade erst hat der BVB eine Repräsentanz in Singapur eröffnet, auch anderswo will man künftig stärker vertreten sein.

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"Wir wollen mit dem Geld zusätzliches Wachstum ermöglichen", sagt Watzke. Zuletzt lag der Umsatz bei 305 Millionen Euro - darin enthalten allerdings 50 Millionen Euro Transfererlöse. Künftig will Watzke auch ohne derartige Sondereffekte einen Umsatz von über 300 Millionen Euro erreichen. "Und aus diesem Wachstum heraus wollen wir dann natürlich auch Geld in die Mannschaft investieren", sagt er. "Wir trauen uns schon zu, damit die Aussicht auf sportlichen Erfolg zu verbessern."

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Irgendwann müsse der BVB so weit sein, dass ihm keine Spieler mehr gegen seinen Willen abgeworben werden. Schon jetzt ist aber klar, dass nach Abzug aller Verbindlichkeiten ein hübsches Sümmchen erhalten bleibt, ganz ohne Verwendungszweck. Zunächst soll dieses nicht in die Mannschaft investiert werden - aber sollte das Verletzungspech ähnliche Züge annehmen wie in der abgelaufenen Saison, könnte zumindest ein Teil verwendet werden, um angemessen zu reagieren.

Zudem möchte der Verein gerne mit Leistungsträgern wie Marco Reus oder Mats Hummels verlängern, auch Ilkay Gündogan würde man - eine erfolgreiche Rückkehr auf den Platz vorausgesetzt - gerne langfristig halten. Seit Freitagvormittag hat man neben den guten sportlichen auch finanziell sehr überzeugende Argumente in der Hinterhand.

Sebastian Weßling

Kommentare
01.07.2014
19:55
Steine statt Beine - wie der BVB das Evonik-Geld nutzen will
von ognir | #10

Florian Homm hat mehr als 25 Prozent BVB Borussia Dortmund Aktien. Homm ist nach einem Jahr Haft in Italien freigelassen und nach Deutschland...
Weiterlesen

2 Antworten
Steine statt Beine - wie der BVB das Evonik-Geld nutzen will
von ognir | #10-1

ja ja Waise.....

Blockierter Kommentar.
Name von Moderation entfernt | #10-2

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Steine statt Beine - wie der BVB das Evonik-Geld nutzen will
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2014-06-27 13:34
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