Sokratis und Ginter wackeln in der BVB-Abwehr - Note 5

Was wir bereits wissen
Gegen Juventus hatte der BVB zwar etwas mehr vom Spiel, unterlag aber dennoch mit 1:2 - weil vor allem in der Abwehr zu häufig gepatzt wurde.

Essen.. Noten von 3 bis 5: Diskutieren Sie mit uns die Leistung von Borussia Dortmund gegen Juventus Turin.

Die BVB-Noten im Überblick

Roman Weidenfeller: Was für ein Bock vom BVB-Torhüter: Moratas Schuss ließ er nach vorne patschen – Tevez brauchte nur noch einzuschieben (13.). Ansonsten wenig gefordert in Durchgang eins und beim zweiten Gegentor machtlos. Nach der Pause etwas stärker beschäftigt, ohne wirklich gefordert zu sein – und dabei immerhin fehlerfrei. Note: 4,5

Lukasz Piszczek (bis 32.): Es war ein kurzer Auftritt für den Rechtsverteidiger – und nicht sein bester. Der BVB war anfällig über die rechte Seite, was auch mit Piszczek anzulasten war. So ließ er nach 22 Minuten scheinbar tiefenentspannt eine Flanke zu, die der völlig freistehende Morata aber nicht verwertete. Stürmte immer wieder mutig nach vorne – bis ihn Pogba zu Fall brachte und am Sprunggelenk verletzte. Note: 4

Mats Hummels: Der Kapitän machte zunächst ein gutes Spiel, rettete bei einem Konter mit starker Grätsche gegen Tevez. Beim 1:2 allerdings stand er viel zu weit vom Torschützen Morata und konnte die Flanke nicht klären (43.). In Durchgang zwei konnte auch er die wacklige Abwehr nicht stabilisieren. Note: 4

Spielbericht Sokratis (bis 45.): Der Grieche spielte bei beiden Gegentoren einen unrühmlichen Part: Vor dem 0:1 ließ er sich zunächst auf Höhe der Mittellinie verladen, dann Morata arg unbedrängt zum Abschluss kommen (13). Rückte für den verletzten Piszczek auf die rechte Abwehrseite – und ließ auch vor dem 1:2 die Flanke viel zu widerstandslos zu (43.). Blieb nach der Pause mit Oberschenkelproblemen in der Kabine. Note: 5

Marcel Schmelzer: Wäre er schneller und entschlossener eingerückt, hätte er das 1:2 verhindern können (43.). Auch beim 0:1 sah er als letzter BVB-Spieler in Ballnähe unglücklich aus. Beide Male aber waren die entscheidenden Fehler anderswo passiert. Ansonsten hatte er seine Seite meist im Griff und wagte sich auch immer wieder nach vorne. Doch seine Flanken brachten nichts ein. Note: 4

Nuri Sahin: War als alleiniger Sechser vor der Abwehr aufgestellt und gab bei Dortmunder Ballbesitz eine Art Quarterback, der den Ball von hinten verteilte. Machte das ruhig, unaufgeregt und mit großer Sicherheit. Wirklich gefährliche Szenen aber konnte er nicht einleiten und sein Distanzschuss stellte Buffon nicht wirklich vor Probleme (34.). In der Rückwärtsbewegung offenbarten sich gelegentlich seine Schnelligkeitsdefizite – etwa vor dem 0:1, als er nicht schnell genug zurückkam, um der Abwehr zu helfen (43.). Note: 4

Marco Reus: Nach Freiburg und Stuttgart war Juventus schon der dritte Gegner, der dem BVB-Star ein Tor schenkte. Chiellini rutsche einfach aus, Reus erlief den Ball und schloss eiskalt ab (18.). Zeigte auch danach immer wieder seine blitzsaubere Technik – wirklich Prägendes aber kam nicht mehr heraus. Note: 3

Ilkay Gündogan: Sehr auffälliger Auftritt im BVB-Mittelfeld, eroberte mit seiner Dynamik viele Bälle und war nach vorne ein ständiger Gefahrenherd für die Juve-Abwehr. Allerdings: Seine Zweikampfquote war ausbaufähig – vor dem 1:2 etwa verlor er im Mittelfeld das Duell gegen Tevez – und wenig später war das Gegentor gefallen (43.). Note: 3

Kommentar Pierre-Emerick Aubameyang: Weil Kevin Kampl ausfiel, musste er statt als Mittelstürmer wieder einmal auf dem rechten Flügel ran – wo er weit weniger auffällig war als zuletzt in der Bundesliga. Torszenen hatte er kaum – und ein großer Kombinationsspieler ist er ohnehin nie gewesen. Note: 4

Henrikh Mkhitaryan: Was für ein großes fußballerisches Potenzial er hat, deutete der Armenier immer wieder an, wenn er im Vollsprint durchs Mittelfeld kurvte. Wie so oft in der jüngeren Vergangenheit aber blieb es bei Andeutungen, weil er in den entscheidenden Momenten dann eben doch die falsche Entscheidung traf – und über weite Phasen der Partie abtauchte. Note: 5

Ciro Immobile (bis 75.): Sein erster Schuss aufs Tor gelang ihm in der 56. Minute – ein Versuch aus spitzem Winkel, den Buffon problemlos abwehrte. Diese Szene sagt viel über den Heimatausflug des Italieners. Er mühte sich, rieb sich auf, ging weite Wege – blieb aber viel zu ungefährlich. Note: 4,5

Matthias Ginter (ab 32.): Kam für Piszczek und rückte in die Innenverteidigung. Sah beim 1:2 gar nicht gut aus, weil er aus der Viererkette rückte, nicht an den Ball kam und bei der folgenden Flanke im Zentrum fehlte (43.). Auch später immer wieder mit Unsicherheiten und teils kapitalen Patzern – etwa, als er ausrutschte und Tevez so einen gefährlichen Schuss von der Strafraumkante ermöglichte (77.). Note: 5

Oliver Kirch (ab 46.): Kam für den angeschlagenen Sokratis auf die Rechtsverteidigerposition – die er schon lange nicht mehr gespielt hatte. Defensiv machte er seine Sache ordentlich, nach vorne blieb viel Luft nach oben. Note: 4

Jakub Blaszczykowski (ab 75.): Kam für Immobile. Ohne Note