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Perisic tritt nur selten ins Rampenlicht

25.09.2012 | 15:35 Uhr
Perisic tritt nur selten ins Rampenlicht
Perisic trifft in Hamburg - mit einer verunglückten Flanke.Foto: imago

Dortmund.  Der Schatten seiner Stammplatz-Konkurrenten liegt über Ivan Perisic. Der Dortmunder Flügelspieler konnte sich bisher nicht gegen die Stars im BVB-Mittelfeld durchsetzen - selbst wenn er wie in Hamburg aus deren Schatten heraustritt.

Ivan Perisic' Auftritt in Hamburg spiegelt sein Auftreten, seit er bei Borussia Dortmund spielt, wider: erst kaum zu sehen, dann spektakulär, aber ihm bleibt nur eine Nebenrolle. In der Hansestadt hätte der 23-jährige Kroate die Hauptrolle beim deutschen Meister übernehmen können . Aber nicht Perisic' zwei Tore sind nach dem vergangenen Bundesliga-Spieltag das Gesprächsthema in Dortmund. Es sind die drei Gegentore , die der BVB zuließ, und die zahlreichen Torchancen , die der BVB ausließ.

"Wenn man zwei Tore schießt und dennoch 2:3 verliert, dann kann man sich natürlich nicht freuen" , sagte Perisic, der nach seinem ersten Treffer, einer verunglückten Flanke, beim Torjubel beinahe entschuldigend grinste. Nach seinem zweiten Tor blieb keine Zeit zum Jubel. Es war nur der Anschlusstreffer. Und geredet wurde hinterher eben weniger über Perisic als über die Dortmunder Fehler. Dass der BVB trotz des ersten Bundesliga-Doppelpacks des beidfüßigen Kroaten verlor, passt in Perisic' Bild seiner bisherigen Zeit in Schwarz-Gelb.

Der 23-Jährige scheint auch in dieser Saison nur im Schatten der Stars im Dortmunder Mittelfeld zu bleiben. In der Champions League oder in den Bundesliga-Heimspielen setzte Trainer Jürgen Klopp bisher auf andere: natürlich auf Marco Reus, den 17,5-Millionen-Euro-Neuzugang ; natürlich auf Mario Götze, das Supertalent, das gerade nach langer Verletzungspause wieder zur Form findet; auf Jakub Blaszczykowski, der in der Rückrunde maßgeblich zur Dortmunder Titelverteidigung beitrug.

Klopps Edelreservist

Vor der vergangenen Saison wechselte Perisic zum damals noch überraschenden deutschen Meister - und wurde beim Titelverteidiger zum Edelreservisten. Er verschwand zum Spielbeginn regelmäßig auf der Ersatzbank und ersetzte meist einen der offensiven Dortmunder Mittelfeldrenner, wenn die sich müde gelaufen hatten.

Nur achtmal schickte Trainer Jürgen Klopp den flexiblen Flügelspieler von Beginn an aufs Feld. Eigentlich zu wenig für Perisic, den ambitionierten und torgefährlichen Nationalspieler. Immerhin, er war stets Klopps erste Option: 28-mal gespielt, davon 20-mal eingewechselt und sieben Tore und drei Vorlagen zur Titelverteidigung beigesteuert. Die Quote des Kroaten war stark. Die Hauptrollen im Mittelfeld aber spielten Götze, Blaszczykowski, Kevin Großkreutz und Shinji Kagawa. Der Japaner dribbelt zwar mittlerweile für Manchester United, dafür aber Reus in Dortmund. Mehr Platz im schwarz-gelben Mittelfeld gibt es für Perisic nicht.

Auch in dieser Saison bisher starke Statistiken

Und so lässt sich diese Saison an, wie die vergangene. Perisic, über den Klopp einmal sagte, dass er immer spielen würde, wenn er zwölf Spieler aufstellen dürfte, liefert zwar weiter starke Statistiken ab. Und statt sich zu beklagen, macht Perisic wieder und wieder auf sich aufmerksam - wie jetzt in Hamburg. Oder wie zuvor in Nürnberg, als er beim 1:1-Unentschieden auch in der Startelf stand und das Tor vorbereitete, der BVB aber trotzdem Punkte liegen ließ. Aber Perisic scheint weiter nur erster Ersatzmann zu bleiben. Denn wie zuletzt in Hamburg wechseln sich beim Kroaten Highlights ab mit Phasen, in denen er nicht zu sehen ist.

Für beide, für den BVB und für Perisic, steht schon jetzt ein entscheidender Saisonabschnitt an. Die Niederlage war ein unerwarteter Rückschlag für Dortmund. Auch wenn Perisic in einem Interview mit bundesliga.de entspannt sagt: "In der vergangenen Spielzeit lagen wir sogar acht Punkte hinter den Bayern und haben noch die Deutsche Meisterschaft gewonnen. Da mache ich mir noch keine Sorgen." In der vergangenen Saison spielten die Bayern allerdings auch selten so souverän, wie zu Beginn dieser Saison. Während Dortmund Punkte liegen lässt, eilt der Rekordmeister ungefährdet von Sieg zu Sieg.

Die "nächste Rakete" muss jetzt zünden

Wie auch der starke Aufsteiger Eintracht Frankfurt, bei dem der BVB nun zu seinem zweiten Auswärtsspiel in Folge antritt (20 Uhr, auf DerWesten live im Ticker). Perisic - und das ist ungewohnt - wird nach seinem Hamburger Doppelpack wohl erneut von Beginn an auflaufen. Vielleicht ist zurzeit seine einzige Chance, sich in diesem Jahr in die Dortmunder Stamm-Elf zu arbeiten. Noch werden Götze und Reus nach der EM nur dosiert eingesetzt, noch wird rotiert. Wenn der BVB aber wie vor einem Jahr zur gefürchteten Stabilität findet, dann sind häufige Wechsel nicht mehr zu erwarten - das hat Trainer Klopps Arbeit in der Vergangenheit gezeigt.

Im Juli kündigte ihn Klopp noch als "unsere nächste Rakete" an. Perisic muss jetzt zünden, muss hinaufschießen zu den Sternen, wenn er sich gegen die Stars Reus, Götze, Blaszykowski durchsetzen möchte. Und Großkreutz ist ja auch noch da. Die Schatten der anderen aber liegen noch über dem Kroaten. Ihre Sterne leuchten, wenn der BVB erfolgreich ist. Perisic hat diesen Platz auf der Bundesliga-Bühne noch nicht gefunden. Im Dortmunder Ensemble hat er sich noch nicht unverzichtbar gemacht. Perisic spielt bisher die Nebenrolle, die hin und wieder ins Rampenlicht treten darf.

Florian Bickmeyer



Kommentare
25.09.2012
19:10
Perisic tritt nur selten ins Rampenlicht
von Smirre | #1

Traurig

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